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Nächster Halt Kreistag:Stimmt auch das Gesamtplenum zu, ist die Generalsanierung des Schulzentrums endgültig beschlossene Sache. 

Kreisausschuss stimmt für Generalsanierung

Schulzentrum: Es gibt kein Zurück mehr

Geretsried - Die Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums hat die nächste Hürde genommen. Jetzt muss nur noch der Kreistag zustimmen.

Es wird eine der größte Investitionen, die der Landkreis je stemmen musste: 37,5 Millionen Euro fließen in die Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums. Dazu kommen noch die Kosten für das Interimsgebäude, das Heizwerk und die neue Turnhalle in zweistelliger Millionenhöhe. Bis 2024 soll diese Herkulesaufgabe erfüllt sein. Gestern Vormittag nahm das Projekt die vorletzte Hürde: Der Kreisausschuss billigte gegen die Stimme von Werner Weindl (CSU) das Projekt. Nun muss nur noch der Kreistag zustimmen.

Niedermaier: "Die Halle ist nicht zu klein"

Weindls Nein hängt an der geplanten DIN-Zweifachhalle. Seine Fraktion habe mit den Schulleitern gesprochen. Dabei sei angeklungen, „dass die Halle zu klein ist. Ich bitte darum, dass man noch einmal mit den Schulleitern redet“, sagte Weindl. An dieser Stelle platzte Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) der Kragen, da seit einer gefühlten Ewigkeit über genau dieses Thema diskutiert wird. „Die Halle ist nicht zu klein“, erklärte Niedermaier. Sie sei genauso groß wie eine Dreifachhalle, lasse sich nur nicht dreifach teilen. Das sei aber der einzige Unterschied.

Ansonsten hatte Hauptamtsleiter René Beysel noch einige Fragen zu beantworten, die in der Sitzung des Schulausschusses Ende Juni offen geblieben waren. Unter anderem hatte der Geretsrieder Kreisrat Robert Lug (Freie Wähler) dem Architekten Dieter Kubina unterstellt, den Ausschuss mit falschen Zahlen zu bedienen. Lug hatte damit das Fass aufgemacht, ob nicht doch ein Neubau der Schule sinnvoller wäre als eine Sanierung. Bei den Flächenberechnungen, die für einen Neubau nötig wären, kam Lug nur auf knapp 18 000 Quadratmeter statt auf 34 000 Quadratmeter, die Kubina ermittelt hatte. Lug schätzte so die Kosten für den Neubau nur auf rund 40 statt auf 103 Millionen. „Wie kommt diese Differenz zustande, wo sind die Rechenfehler?“, fragte Lug damals.

Neubau würde nicht unter 90 Millionen Euro kosten

Die Antwort lieferte Beysel gestern. „Bei den Berechnungen schauen wir natürlich, was diese Schule, wie sie jetzt dasteht, als Neubau kostet.“ Und zum Schulzentrum gehören nun einmal nicht nur Klassenzimmer und Gänge, sondern auch die Dreifachturnhalle, der Fahrradkeller, die Aula mit Bühne, Technikräume und vieles mehr, so der Hauptamtsleiter. Bei einem Neubau auf der grünen Wiese müsse man zudem über das Thema Grundstück sprechen und auch die Erschließung. Seriöse Kostenschätzungen seien nur möglich, wenn es eine konkrete Planung gebe. „Aber da jetzt noch einmal 100 000 Euro reinzustecken, erachten wir nicht für sinnvoll“, so Beysel. Am Ende „würden wir nicht unter 90 Millionen Euro kommen“.

Dass sich die Sanierungskosten von 31 auf jetzt 37,5 Millionen erhöht haben, liege daran, „dass wir in den vergangenen eineinhalb Jahren noch einmal genauer hingeschaut haben – und da wird’s meistens schlimmer“, erklärte Beysel. Räume, die als vermeintlich saniert galten, sind es nämlich eigentlich gar nicht. „Da ist zwar mal ein neuer Teppich reingekommen, aber sie sind nicht wirklich saniert“, ergänzte der Landrat. „Daher haben wir nun deutlich mehr Flächen als ursprünglich angenommen, die wir massiv umbauen müssen“, so Beysel.

Bachhuber: "Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht zurückkönnen"

CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber wollte nun endlich den Deckel draufmachen. Nachdem man nun jahrelang über die Sanierung diskutiert habe, bringe es nichts, nun plötzlich über einen Neubau zu sprechen. „Diese Diskussion brauchen wir nicht mehr anzufangen. Wir sind an einem Punkt, an dem wir nicht zurückkönnen.“ Ein Neubau sei einfach nicht mehr möglich, ergänzte Hans Sappl (FW). Das sah Grünen-Fraktionschef Klaus Koch ähnlich. Die Schule brauche jetzt endlich Planungssicherheit. Der Kreistag befasst sich nun in seiner Sitzung am Mittwoch, 20. Juli, mit dem Thema. Beginn ist um 15 Uhr im großen Sitzungssaal.

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