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Nachher: Bei der Abdichtung des Schwaigwaller Bachs entlang der Bundesstraße 11 musste die Trasse zunächst freigeschlagen werden und wurde später renaturiert. Ähnlich wird nun bei der Maßnahme von der Blumenstraße bis zur Isar verfahren.

„Das ist kein großer Trost“

Schwaigwaller Bach könnte für großen Aufschrei sorgen

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Die Anwohner im Blumenviertel, deren Keller regelmäßig volllaufen, haben lange dafür gekämpft. Jetzt wird der Schwaigwaller Bach endlich abgedichtet. Die Maßnahme könnte trotzdem für Unmut sorgen.

Geretsried– Die Sohle des Schwaigwaller Bachs wird heuer abgedichtet. Die Arbeiten sollen am 9. April beginnen, wie Jan Klinger vom Bauamt am Dienstag in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses ankündigte. Zuvor rechnet er aber mit einem großen Aufschrei: Für die Maßnahme muss die Bachtrasse auf einer Länge von 1350 Metern und in einer Breite von 15 Metern freigeschlagen werden. „Das wirkt heuer und nächstes Jahr brutal“, sagte der Bauamtsmitarbeiter. „Alles wird aber wieder begrünt“, versprach er.

Vorher: Bei der Abdichtung des Schwaigwaller Bachs entlang der Bundesstraße 11 musste die Trasse zunächst freigeschlagen werden und wurde später renaturiert. Ähnlich wird nun bei der Maßnahme von der Blumenstraße bis zur Isar verfahren.

Die Schneise solle so früh wie möglich freigebaggert werden, so Klinger. Am besten werde damit bereits nächste Woche begonnen. Der Bauausschuss machte den Weg dafür frei: Er vergab die Arbeiten an die Firma Schneider aus Peiting, die mit einem Preis von 495 369,70 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte. Fünf Firmen hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. Im Haushalt sind für die Maßnahme 500 000 Euro bereitgestellt. Aufgrund der Höhe der Kosten muss der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag noch über die Vergabe der Arbeiten abstimmen.

Wie berichtet hatte ein hydrologisches Gutachten ergeben, dass der Schwaigwaller Bach vermutlich eine Mitschuld daran hat, wenn Keller im Blumenviertel mit Wasser vollaufen, weil ein Effekt auf das Grundwasser nicht auszuschließen ist. Deshalb beauftragte der Stadtrat das Bauamt im Januar 2017, sich mit der Abdichtung der Bachsohle zu beschäftigen. „Das ist keine Garantie, dass die Keller nicht mehr vollaufen“, sagte Bürgermeister Michael Müller damals. „Aber es ist der Versuch, das Risiko auszuschließen.“

Der Schwaigwaller Bach war bis 2011 verrohrt. Aus Gründen des Hochwasserschutzes wurde er freigelegt und die Sohle später entlang der Bundesstraße 11 abgedichtet. Im weiteren Verlauf bis zur Isar sollte das Bachbett von alleine dicht werden. Doch nach der Verlegung des Bachs häuften sich die Meldungen, dass bei starken Regenfällen Grundwasser in die Keller im Blumenviertel eindringt. Die Betroffenen schlossen sich zur Interessengemeinschaft grundwassergeschädigter Geretsrieder zusammen und setzten sich für eine Lösung des Problems ein. Die Stadt sah sich unter Bürgermeisterin Cornelia Irmer nicht zuständig. Müller versprach 2014 im Bürgermeisterwahlkampf, sich der Sache anzunehmen.

Die Zustimmung des Stadtrats vorausgesetzt ist es jetzt soweit: Innerhalb von zwei Monaten wird die Trasse freigelegt und die Oberfläche abgetragen. Wasserdichte Betonitmatten kommen in das Bachbett von der Blumenstraße bis zur Isar. Danach wird das Bett wiederhergestellt. „Es wird mehrmals jährlich kontrolliert, welchen Effekt die Maßnahme hat“, kündigt Pressereferent Thomas Loibl an.

Im Bauausschuss stimmte Volker Witte (Grüne) gegen das Projekt. Dass der Bachlauf nach der Maßnahme begrünt wird, „ist kein großer Trost“, sagte er. Klinger zufolge sind im Budget 70 000 Euro für landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen eingeplant.

sw

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