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Erwischt: Vier Mal konnte ein 57-jähriger Geretsrieder bei Kontrollen keinen Fahrschein vorweisen. 

Verfahren am Wolfratshauser Amtsgericht

Schwarzfahrer wird zur Kasse gebeten

Geretsried - Ein Mann, der vier Mal beim Schwarzfahren erwischt worden ist, muss 2400 Euro an die Staatskasse zahlen. Der Grund: Es war nicht sein erstes Vergehen dieser Art. 

Der Angeklagte glaubte, gute Gründe für sein Fehlverhalten anführen zu können. „Mal hatte ich kein Kleingeld, mal war der Automat kaputt“, sagte der gelernte Kfz-Mechaniker (57) zu seiner Verteidigung. Zwischen dem 26. August und dem 16. Oktober vergangenen Jahres war er vier Mal ohne zu bezahlen in einen Zug oder eine S-Bahn gesetzt hatte. „Ich hatte damals einen stressigen Job“, fuhr er in der Verhandlung fort. Erforderlich seien die Reisen gewesen, weil er seinerzeit Fahrzeuge überführt habe, dabei jeden Monat rund 50 000 Kilometer zurückgelegt habe und die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten habe müssen. Die Fahrtkosten für die vier Schwarzfahrten beliefen sich auf insgesamt 31 Euro.

Ärger mit der Jusitz ist der Angeklagte gewöhnt

Keine große Sache, könnte man meinen. Dass der 57-Jährige sich trotzdem wegen Erschleichen von Leistungen vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten musste, liegt vor allem darin begründet, dass der Geretsrieder nicht zum ersten Mal Ärger mit der Justiz hatte. Das Bundeszentralregister wirft für den Mann insgesamt sechs Einträge aus, allein vier Mal wurde er wegen Betrugs verurteilt. Zuletzt erhielt er 2009 fünf Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungszeit ist noch nicht abgelaufen. Dennoch ließ es das Amtsgericht mit einer „milden Geldstrafe“ bewenden, wie Richter Helmut Berger in der Begründung des Urteils betonte: Summa summarum 2400 Euro (80 Tagessätze à 30 Euro) muss der Angeklagte an die Staatskasse zahlen. Auch seine Schludrigkeit im Umgang mit Mahnungen kommt den Geretsrieder teuer zu stehen: Die ursprünglich 31 Euro Ticketkosten haben sich durch Inkassokosten inzwischen zu einem Betrag von 850 Euro addiert.  Rudi Stallein

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