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Auf dem Christkindlmarkt: Bürgermeister Michael Müller im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

Was sagt die Basis zur großen Politik? 

Schweizer Fernsehen dreht in Geretsried

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Das Jamaika-Bündnis ist passé, nun ringen Union und SPD um die Regierungsbildung in Berlin. Scheitert eine erneute große Koalition an der von der CSU geforderten Flüchtlingsobergrenze? Und was sagt die politische Basis dazu? Das wollte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wissen – und zwar von den Geretsriedern und Bürgermeister Michael Müller.

Geretsried – Ein TV-Team stattete dem Rathauschef einen Besuch ab, befragte Besucher des Christkindlmarkts, drehte bei der Weihnachtsfeier der Arbeiterwohlfahrt sowie vor einer der Asylbewerberunterkünfte der Stadt und im Rathaus.

Von den zirka 25.000 Einwohnern Geretsrieds sind derzeit 361 Asylbewerber und Flüchtlinge, heißt es in dem Beitrag. 103 von ihnen sind als Flüchtlinge anerkannt oder genießen vorübergehenden sogenannten subsidiären Schutz. Für diese Fälle hat die Politik den Familiennachzug bis Mitte März 2018 ausgesetzt. Dürfen wieder alle Angehörige nachziehen, rechnet allein die Stadt Geretsried mit bis zu 250 Flüchtlingen mehr.

Dem Reporter zufolge ist CSU-Bürgermeister Müller für eine Flüchtlingsobergrenze und ein Gegner des generellen Familiennachzugs. „Die einheimische Bevölkerung, gerade die Bevölkerung in den unteren Einkommensklassen, schafft es momentan nicht, bezahlbaren Wohnraum zu bekommen“, erklärt der Rathauschef. „Genau darin liegt die Problematik des Familiennachzugs.“ Sobald ein Flüchtling seine Familie nachholen kann, könne er nicht mehr in einer Sammelunterkunft unterkommen. Müller: „Das heißt, es muss für ihn Wohnraum geschaffen werden. Wenn sie jetzt eh schon keinen Wohnraum haben, entstehen daraus Spannungsverhältnisse.“

Man könne nicht alle Menschen, die auf der Flucht sind, aufnehmen, meint der CSU-Politiker. Aber man könne eine Lösung für die finden, die aus Kriegsgebieten wie beispielsweise dem syrischen Aleppo flüchten und auch eine Bleibeperspektive haben.

Für das Asylwesen gibt die Stadt Geretsried jährlich 600.000 Euro aus. Die Kommune rechnet mit weiteren Kosten von jährlich 700.000 Euro – allein für die Integration.

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