Ein Mann in der Gefängniszelle, die ein Polizist absperrt.
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Die Handschellen klickten als die Polizei einen Betrüger stellte. Ein Symbolbild.

Ein „rumänischer“ Chinese

Seit zwei Jahren unbemerkt: Grenzpolizei stoppt 50-Jährigen mit gefälschten Dokumenten

  • vonPeter Borchers
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Der Grenzpolizei Murnau kontrollierte den Kleinwagen eines Rumänen. Der Rumäne ist aber ein Chinese - und seit zwei Jahren mit gefälschten Dokumenten unterwegs.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Abrupt endete am Mittwoch der unerlaubte Aufenthalt eines vermeintlichen Rumänen. Der Mann war in einem Kleinwagen mit Tölzer Zulassung unterwegs, als er gegen 14 Uhr in eine Kontrolle der Grenzpolizei Murnau geriet. Nach Aufforderung der Beamten händigte der 50-Jährige ihnen einen rumänischen Personalausweis und einen rumänischen Führerschein aus.

Seit 2019 lebt der Mann in der Bundesrepublik - unerlaubterweise.

„Beide Ausweise wichen jedoch von originalen Dokumenten ab und wiesen Fälschungsmerkmale auf“, teilt Henning Stünkel, Vize der Murnauer Inspektion, mit. Während der weiteren Durchsuchung fanden sich zudem ein Fahrzeugschein, eine Krankenversicherungskarte und eine Bankkarte – alles drei echte Dokumente und auf den Mann ausgestellt. Die Polizisten brachten ihn zu ihrer Dienststelle nach Murnau. In intensiven Ermittlungen mussten die Beamten zunächst abklären, ob die Daten auf den Ausweisen den tatsächlichen Personalien des Beschuldigten entsprachen. Dies war nicht der Fall. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem 50-Jährigen um einen chinesischen Staatsangehörigen aus Shandong handelt. Mit Unterstützung eines Dolmetschers fand die Polizei heraus, dass der Mann im Jahr 2019 unerlaubt in die Bundesrepublik eingereist war.

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Die Fälschungen waren nie aufgefallen, weder in der Bank noch bei verschiedenen Arbeitgebern

Wann er die gefälschten Papiere erwarb und vor allem von wem, bedarf noch der Abklärung. Tatsächlich öffnete der Chinese mit den falschen Personalien ein Bankkonto und ließ sogar ein Fahrzeug auf sich zu. „Jedes Vorlegen eines gefälschten Ausweises bei einer offiziellen Stelle stellt eine erneute Straftat dar“, so die Polizei. Bei mehreren Arbeitgebern im Raum Geretsried hatten die vorgelegten falschen Ausweise keinen Verdacht geweckt. Der 50-Jährige war dort seit Jahren in der Gastronomie tätig und sozialversichert. Die Staatsanwaltschaft ließ den Beschuldigten beim Amtsrichter in München vorführen. Am Donnerstag erließ der Jurist Untersuchungshaftbefehl wegen Urkundenfälschung und Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Außerdem ordnete er die Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume des Beschuldigten an. In einem Büro fand die Polizei tatsächlich den noch den gültigen echten Reisepass des Chinesen. Bis zur Gerichtsverhandlung wird der „rumänische Chinese“ in Untersuchungshaft bleiben müssen.  peb

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