Angeklagter verweigert Aussage

Sex-Bilder auf Smartphone bringen Geretsrieder (21) vor Gericht

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Weil Sex-Bilder auf seinem Smartphone und Laptop gefunden wurden, muss ein Geretsrieder vor Gericht. Ein Gutachter soll klären, ob er sich wegen Jugendpornografie verantworten muss.

Geretsried/Wolfratshausen – Sex-Bilder, die auf seinem iPhone und auf der Festplatte eines Laptops gefunden worden sind, bringen einen jungen Geretsrieder in arge Bedrängnis. Der 21-Jährige muss sich wegen unerlaubten Besitzes und Verbreitung jugendpornografischer Schriften vor dem Jugendgericht verantworten.

Insgesamt 27 Bilddateien, auf denen „leicht bekleidete junge Mädchen in unnatürlichen Haltungen beim Geschlechtsverkehr mit Männern zu sehen sind“, wie sich die mit der Anklageschrift verlesenen Bildinhalte zusammenfassen lassen, stellte die Kripo bei einer Hausdurchsuchung Anfang April dieses Jahres sicher. Ein Bild soll der Beschuldigte via WhatsApp verschickt haben.

Sind die Mädchen noch minderjährig? 

Laut Anklage sind die Mädchen zwischen 14 und 17 Jahre alt. Deshalb sind der Besitz und die Verbreitung solcher Bilder strafbar. „Da kann sich jeder seinen eigenen Eindruck bilden“, kommentierte Jugendrichter Urs Wäckerlin, nachdem sich alle Prozessbeteiligten die in einem Sonderband dokumentierten Fotos noch einmal angesehen hatten.

Der Angeklagte machte auf Anraten seines Rechtsanwalts von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Das ist sein gutes Recht und darf ihm nicht zum Nachteil ausgelegt werden. Verteidiger Andreas Gehlert beantragte, den Gutachter zu hören, der die Bilddateien untersucht hatte. Der soll unter anderem die Frage beantworten: Wie kommt man darauf, dass die Mädchen unter 18 Jahre alt sind?

Wurden die Dateien nur zufällig auf den Rechner gespielt? 

Zudem hielt es der Anwalt für möglich, dass die Dateien beim Download zufällig auf den Rechner gespielt worden seien, ohne dass sein Mandant davon Kenntnis gehabt habe. „Er hatte einen automatischen Download eingerichtet“, erläuterte der Rechtsanwalt. „Da sind dann auch Dinge dabei, die ihn gar nicht interessieren.“ So könnten die Dateien quasi unbemerkt gespeichert worden sein, wenn der junge Mann „sich auf schlüpfrigen Internetseiten herumgetrieben“ habe.

„Das kann der Sachverständige sicher aufklären“, sagte Richter Wäckerlin, mit dem die Prozessbeteiligten in einem Punkt überstimmten. „Dass auf den Bildern sexuelle Handlungen zu sehen sind, da wird es wenig Interpretationsspielraum geben“, stellte der Richter fest. Die Verteidigung bekräftigte: „Wir bezweifeln, dass die abgebildeten Personen unter 18 Jahre alt sind.“ Nach Gehlerts Empfinden stammten die „Bilder von ganz normalen Pornoseiten und Foren, die relativ frei zugänglich sind“.

Das Gericht entsprach dem Antrag der Verteidigung und setzte das Verfahren aus. Anfang Februar kommenden Jahres wird nun erneut verhandelt – mit dem Gutachter und einem Kripobeamten. rst

Rubriklistenbild: © dpa

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