Zuversichtlich: Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl glaubt an die Rettung von Sieber. Foto: archiv

Testproduktion soll zeitnah beginnen

Sieber: Sicherheitskonzept nach Listerienfunden steht

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Geretsried – Die alte Waren der Großmetzgerei Sieber in Geretsried werden entsorgt. Zudem soll es einen neuen Prüf- und Produktionsprozess geben, nachdem Listerien gefunden worden waren.

Es ist in den vergangenen Tagen ruhig geworden um die Großmetzgerei Sieber. Das Geretsrieder Unternehmen war nach Listerien-Funden in seinen Produkten ins Trudeln geraten und hatte Insolvenz anmelden müssen (wir berichteten). Dr. Josef Hingerl arbeitet nun fieberhaft an einem Plan, der die Firma und die mit ihr verbundenen 120 Arbeitsplätze rettet. In Abstimmung mit den Behörden will der vorläufige Insolvenzverwalter die Voraussetzungen schaffen, „damit das amtliche Verbot aufgehoben werden kann“.

Zeitnah wolle man mit ersten Testproduktionen beginnen, teilte der Wolfratshauser Rechtsanwalt in einer Presseerklärung mit. Um einen sicheren Neustart zu ermöglichen, würden „in der kommenden Woche alle auf Lager befindlichen fertigen Erzeugnisse wie auch alle Halbfertigprodukte aus den Produktions- und Lagerräumen“ entfernt und sachgerecht vernichtet, so Hingerl. Anschließend würden alle Räume gereinigt und desinfiziert.

Kernstück des Neustarts sei ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, dass in Zusammenarbeit mit dem externen Sachverständigen Prof. Dr. Elsser-Gravesen entwickelt und bei Sieber etabliert wird. Es basiert auf den Erfahrungswerten, die man bei ähnlichen Vorfällen gewonnen hat sowie auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. „Da, im Gegensatz zu anderen Hygienerisikokeimen, Listerien in der Umwelt weit verbreitet sind und sich diese Keime auch bei Kühltemperaturen deutlich vermehren können, stellt diese Keimart die Lebensmittelindustrie generell vor sehr große Herausforderungen, die nur durch die Kombination von mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen gemeistert werden können“, so Hingerl.

In der kommenden Woche will er den zuständigen Behörden das Sicherheitskonzept zur Begutachtung vorlegen. Es sieht im ersten Schritt vor, mittels eines sehr engmaschigen Prüfnetzes sowie der Umsetzung vieler Hygienemaßnahmen den Eintrag von Listerien in die Produktionsumgebung zu verhindern. „Folgend wird bei der Verarbeitung der Produkte sichergestellt, dass etwaige Keime vollständig abgetötet werden. Nicht zuletzt werden alle Fleischerzeugnisse technologisch so abgesichert, dass sich, wie vom Gesetzgeber gefordert, Listerien im Erzeugnis bis zum Zeitpunkt des Verzehrs nicht vermehren können.“

Durch diese konsequente Umsetzung der aufeinander abgestimmten hygienischen und technologischen Maßnahmen wird laut Hingerl gesichert, „dass bei der Firma Sieber künftig Fleischerzeugnisse hergestellt werden, von denen keine Verbrauchergefährdung ausgehen kann und die weiterhin den hohen sensorischen Qualitätsansprüchen der Sieber-Erzeugnisse gerecht werden“.

peb

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