Waren die Behörden zu nachlässig?

Sieber fand schon im vergangenen Jahr Listerien im Wammerl

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Geretsried - Offenbar wussten die Verantwortlichen der Großmetzgerei Sieber schon vor Monaten, dass ihre Produkte mit Listerien befallen sind. Aber auch die Behörden waren möglicherweise zu nachlässig.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Geretsrieder Großmetzgerei Sieber bereits im November 2015 erfahren, dass auf einem betriebsintern geprüften Produkt Listerien nachgewiesen wurden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen bestätigen diesen Befund. Allerdings sei der Grenzwert damals noch nicht überschritten gewesen, daher habe die Probe nicht gemeldet werden müssen. Sie fiel im Zuge der Untersuchungen Mitte Mai auf.

Die Behörden forschen europaweit seit Monaten nach den Ursachen der steigenden Zahl von Listeriose-Erkrankungen. Laut SZ seien zwar die Patienten akribisch untersucht worden, nicht aber die Herkunft der kontaminierten Lebensmittel. Der Listeriose-Ausbruch in Europa war im Juli 2015 in das europäische Warnsystem eingespeist worden, Experten forderten, dass alle gefundenen Listerien untersucht werden müssten - doch die Behörden forderten anscheinend weder die betriebsinternen Kontrollergebnisse an, noch senkten sie den Grenzwert oder setzten ihn aus.

Für die Firma Sieber wurde im Zusammenhang mit den Listeriose-Todesfällen, die laut Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen das Geretsrieder Unternehmen zu verantworten hat, ein Produktionsverbot verhängt, das Insolvenzverfahren läuft. 

Erst in der vergangenen Woche waren der Produktionsstandort Geretsried sowie zwei Labore im Großraum München und eines in Baden-Württemberg Ziel einer Razzia - außerdem der Wohnsitz des Eigentümers, Dietmar Schach.

Die Chronologie der Ereignisse finden Sie hier.

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