+
Der Mann an den Tasten: Der Wortwitz und die Selbstironie von Liedermacher Peter Fischer kamen beim Geretsrieder Publikum an.

Peter Fischer gibt Konzert in der Musikschule

Der Sieger jazzt und singt

Peter Fischer, der Sieger des Liedermacherfestivals, hat am Freitag ein Konzert gegeben. Darin zeigte er sein ganzes Repertoire, von selbstironischen Texten bis zum verjazzten Drive.

Geretsried – Peter Fischer wurde schon im Vorfeld als einer der besten Gewinner des Geretsrieder Liedermacherfestivals gehandelt. Nach dem abendfüllenden Preisträgerkonzert am vergangenen Freitag in der Musikschule stand für alle Anwesenden fest: Ja, er ist der Beste. Hans Hopfner, dem Zweiten Bürgermeister, der das Publikum im so gut wie ausverkauften Ingrid-Obser-Saal begrüßte, gefielen „sein Wortwitz, seine Selbstironie und seine musikalische Virtuosität“.

Die Idee des Liedermacherfestivals hatte Clemens Irmer bereits 2014. Zwei Jahre später sollte das erste Festival dieser Art in Geretsried stattfinden. „So ein Abend wie heute macht mich glücklich, dass es auch so gekommen ist“, sagte der Ideengeber. Er und seine Frau Cornelia waren begeistert vom Konzert des jungen Münchners. „Der hätte es verdient, über Funk und Fernsehen größer herauszukommen“, zollte die Altbürgermeisterin von Geretsried ihren Respekt. Als das Preisträgerkonzert am Freitagabend begann, herrschte in Geretsried immer noch eine „Bombenstimmung“. Das darf man so flapsig sagen, nachdem die Evakuierung der Bürger und die Entschärfung der gefundenen Fliegerbombe an der Böhmerwaldstraße bis zur Konzertpause gelungen war.

Die Bombe an der Böhmerwaldstraße war kurz zuvor entschärft worden

Mit einem virtuosen „Warm Up“ am Flügel eröffneten die Geretsrieder Nachwuchsmusiker Hannes Wagner und Tim Warnke den Abend, ehe Peter Fischer seinem „Kabarettpublikum mit Lebenserfahrung“ etwas „Schräges zur Eingewöhnung“ vorsetzte, weil der Münchner Liedermacher, wie er sagt, „das übliche Kabarettzeug mit Weltverbesserungsgedanken“ nicht mag. Der 30-Jährige denkt quer, stichelt gerne dezent politisch und kann herrlich selbstironisch sein. „Beim ersten Mal ist es ein Fehler, beim zweiten Mal ist es Jazz“, singt er und bedient dabei ganz locker die 88 schwarz-weißen Tasten des Instruments.

Fischer erinnert an einen Reinhard Mey der Gegenwart. Zuckersüße Liebeslieder sind ihm ein Gräuel. Er singt, wie es ist. („Brigitte, ich bitte Dich, wasch Dich“). Seine Musik hat dazu den richtigen verjazzten Drive. Der Musiker findet den Draht zu seinem Publikum, weil er mit ihm kokettiert, weil er sie ins Geschehen einbezieht und sie bei den „absurden Emotionen unserer Zeit“ mitsingen lässt. „Waahuu“. Nach einem abendfüllenden Konzert hat der Münchner Liedermacher Fischer bewiesen, dass die Weltverbesserei wirklich nicht sein Ding ist. Sein Thema ist die Ironie – und die „schmeckt mir pur am besten“. Andrea Weber 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Liegt im Fall um den Namen des AfD-Kandidaten Constantin Prinz von Anhalt ein strabares Verhalten vor? Vermutlich noch vor der Bundestagswahl soll das geklärt sein. Bis …
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Grundstein gelegt: Geretsrieder Zentrumsentwicklung beginnt
Der Grundstein für die Zentrumsentwicklung ist gelegt: Familie Krämmel füllte am Mittwoch die Zeitkapsel für das Projekt „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz. Das Unternehmen …
Grundstein gelegt: Geretsrieder Zentrumsentwicklung beginnt
Geretsried: Passat kracht in Opel - 11.000 Euro Schaden
In Geretsried hat es am Mittwochmittag gekracht: Ein VW Passat kollidierte an der Kreuzung Tattenkofener Straße/ Johann-Sebastian-Bach mit einem Opel.
Geretsried: Passat kracht in Opel - 11.000 Euro Schaden
Flößern kommt Hochwasser in die Quere
Dieser Termin ist im Kalender der Isarflößer rot markiert: die Eisfahrt. Heuer ist der Saisonabschluss ins Wasser gefallen – zumindest für den Arzbacher Unternehmer …
Flößern kommt Hochwasser in die Quere

Kommentare