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Zweiter über 800 Meter: Linus Wiedenbauer trumpfte bei der Deutschen U 16-Meisterschaft in Bremen auf.

Leichtathletik

Linus Wiedenbauer: Deutscher U 16-Vizemeister über 800 Meter

Geretsried/Bremen - Es ist die Krönung einer tollen Saison: Linus Wiedenbauer holt bei der Deutschen U16-Meisterschaft Silber über 800 Meter.

Die Erleichterung war Linus Wiedenbauer anzumerken. Eine Silbermedaille hing um seinen Hals, die Beine brannten noch immer von der Anstrengung eine gute Stunde zuvor. Vergessen waren die vergangenen zwei schwierigen Wochen, in denen er über eine Woche nicht laufen konnte wegen einer Sommergrippe: Am Sonntagnachmittag krönte der 15-jährige Geretsrieder eine tolle Saison und einige Jahre Aufbauarbeit mit Platz zwei über 800 Meter bei der Deutschen U 16-Meisterschaft in Bremen.

Am Samstag standen die Vorläufe an. 19 Teilnehmern waren am Start, sie kämpften um zehn Plätze im Finale. „Nur der Sieger qualifiziert sich für das Finale direkt, danach die Zeitschnellsten. Im zweiten Lauf weiß man, welche Zeit für das Finale reicht, im ersten eben nicht“, erklärte Coach Norman Feiler die Ausgangslage. Strategie war also, den Lauf zu gewinnen. In einem schnellen, ersten Vorlauf, zog der Realschüler den Spurt 200 Meter vor dem Ziel an und gewann klar in 2.02,59 Minuten. „Ich habe mich gut gefühlt und konnte die Vorgaben gut umsetzen“, zeigte sich der Leichtathlet vom TuS Geretsried erleichtert. „Aber es war hart.“

Der zweite Lauf gestaltete sich jedoch wesentlich langsamer – nur drei Läufer zogen ins Finale am Sonntag ein. Darunter auch die beiden Mitfavoriten Czudaj (SV Elbland-Meißen) und Heine (SC Potsdam), die sich ein paar Körner sparen konnten. Weil der junge Geretsrieder erstmals an einer Deutschen Meisterschaft teilnahm, war das Finale eine ungewohnte Situation für ihn. Wiedenbauer zählte als Jahresschnellster zu den fünf Favoriten, die von ihrer Vorleistung her alle innerhalb von 60 Hundertstel Sekunden lagen. Das hohe Niveau zeigte sich im Rennverlauf. Alle zehn Läufer waren dicht zusammen bis 200 Meter vor dem Ziel. „Es war brutal. Es war ein Schieben und Stoßen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Es war schwierig, meinen Rhythmus zu finden.“ zeigte sich der 15-Jährige beeindruckt. Schließlich zog Czudaj den Spurt an. Wiedenbauer war etwas eingeklemmt und konnte nicht gleich nachsetzen. Erst eingangs der Zielgerade bot sich die Möglichkeit an den Konkurrenten vorbeizuziehen. Der Vorsprung von Czudaj war jedoch nicht mehr wettzumachen.

„Es war heute ein ganz anderes Rennen als bisher. Ich habe alles gegeben und bin sehr glücklich bei meinem ersten DM-Start gleich eine Medaille gewonnen zu haben“, freute sich der Geretsrieder. Dem konnte Coach Feiler nur zustimmen: „Linus hat das an den beiden Tagen großartig gemacht. Ich war mir auch nicht sicher, wie er den grippalen Infekt kurz vor der DM wegstecken würde. Aber es war alles klasse. Er hat eine hohe Wettkampfkompetenz bewiesen.“

Generell sieht der Trainer, dessen Athletin Thea Heim in den vergangenen Jahren insgesamt zwölf Medaillen bei Deutschen Meisterschaften der Juniorinnen und Frauen – darunter vier Titel – gewonnen hat, sieht den Wettbewerb eher kritisch: „Diese Meisterschaften kommen eigentlich zu früh für die jungen Athleten. Kaum einer kommt im Erwachsenenbereich an, denn den meisten wird mit Medaillen und Titeln zu früh der Kopf verdreht.“ Bei Wiedenbauer, der seit 2011 in seiner Trainingsgruppe aufgebaut wurde, sieht er aber kein Problem: „In unserer Gruppe sind Athleten, die schon wesentlich mehr erreicht haben. Das erdet. Aber Linus darf jetzt sehr stolz sein auf seine Leistungen.“ Bevor im September für den 15-Jährigen noch ein Ländervergleichskampf ansteht, geht es jetzt drei Wochen mit der Familie in den Urlaub. Erholung von seinem sportlichen wie emotionalen Höhepunkt.

red

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