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Klangvoll ins neue Jahr: Beim Silvesterkonzert in der Petruskirche spielten Anne Feiglbinder (li.) auf der Mandoline und Dorothee von Heydebrand auf der Gitarre.

Der Wind des Jahres weht vorbei

Viele Besucher bei Silvesterkonzert in der Petruskirche

Geretsried - 100 Zuhörer lauschten am Silvestertag in der Petruskirche Geretsried den Stücken von Clérambault, di Majo, Bach und Frescobaldi. Die Stimmung war ausgelassen.

Als zu Beginn die Orgel in vollem Klang ertönte, verstummten auch die letzten Gespräche. Entspannt haben sich etwa 100 Personen in der Petruskirche beim Silvesterkonzert vom Jahr 2015 verabschiedet. Rainer Anton gab drei Sätze aus der „Suite en deuxième Ton“ von Luis-Nicolas Clérambault zum Besten. Klang „Plein jeu“ noch wie ein typisches Kirchenlied, war das Publikum über den Klang der nächsten beiden Stücke erstaunt und erfreut zugleich.

Beim zweiten ausgewählten Stück „Flûtes“ hatte man wirklich den Eindruck, als ob vollklingende Flöten mit unterschiedlichen Tiefen im Wechsel spielten. Mit „Basse de Cromhorne“ zauberte Anton schließlich ein Schmunzeln auf das eine oder andere Gesicht der Zuhörer, da das Orgelspiel völlig neue Seiten dieses Instruments entdecken ließ – sowohl in seiner Klangfarbe als auch in seiner Intensität.

Nach Italien entführten Anne Feiglbinder auf der Mandoline und Dorothee von Heydebrand auf der Gitarre mit der „Sonata per Mandolino e basso“ von Gian Francesco di Majo. Dann war wieder Orgelspieler Anton an der Reihe. Er präsentierte drei Übungsstücke aus dem „Orgelbüchlein“ von Johann Sebastian Bach. Die fröhliche Musik des dritten Stückes „In dulci jubilo“ brachte Fröhlichkeit und den Jubel in die Herzen des Publikums.

Die meditative Wirkung einer Gitarre wurde im Gitarrensolo „Aria con Variazioni detta ‚La Frescobalda‘“ von Girolamo Frescobaldi spürbar. Die gelungenen Wechsel von traurig klingenden und fröhlicheren Abschnitten ließen den Zuhörern genügend Raum zum Nachdenken. Am meisten verwunderte und begeisterte Anton das Publikum schließlich mit dem Orgelstück „Komm in unsre stolze Welt“ von Andreas Handtke.

Bereits die ersten Töne klangen so, als ob sie nicht von dieser Welt stammen würden – was dazu führte, dass sich einige Zuhörer irritiert umblickten. Mit viel Fantasie hörten sich die hohen Töne wie ein Telefonklingeln an – so, als ob tatsächlich jemand bei Gott anrufen würde, um ihn auf diese Welt einzuladen.

Gegen Ende des Konzertes gaben die Zupfinstrumentespielerinnen dem Publikum mit dem Stück „Kaze“ – was übersetzt soviel wie Wind bedeutet – von Katsumi Nagoaka Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Es schien, als ob der Wind das Jahr an einem vorbeiwehen lassen würde. Nachdenklich gestimmt, entspannt und erfreut über die ungeahnte Vielfalt der Orgel trennten sich die Wege der Zuhörer, um mit vielen guten Vorsätzen den Übergang ins neue Jahr zu feiern.

von Jessica Höck

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