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Anfang April musste die Feuerwehr zu einem Zimmerbrand im Seniorendomizil Haus Elisabeth ausrücken.

Freiwillige Feuerwehr Geretsried

Silvesternacht beschert den 242. Einsatz

Geretsried - Brände, Unfälle, umgestürzte Bäume: Auf ein einsatzreiches Jahr blickte Kommandant Martin Kagerer in der Hauptversammlung der Geretsrieder Feuerwehr zurück.

242 Einsätze, die meisten davon nicht im Stadtgebiet, sondern im gesamten Landkreis, absolvierten die Freiwilligen der Geretsrieder Wehr 2015. 25 Mal rückten die Aktiven zur Brandbekämpfung aus, 149 Mal leisteten sie technische Hilfe und zwei Mal wurden sie als Sicherheitswachen angefordert. Leider, so berichtete Kommandant Martin Kagerer, trübten die Einsatzbilanz 66 Fehlalarme, ausgelöst durch schlecht gewartete oder ungünstig montierte Brandmelder.

Tödlicher Unfall hat Kommandanten schwer getroffen

Stolz können die Ehrenamtlichen darauf sein, im vergangenen Jahr sieben Personen nach Autounfällen gerettet und vier über die Drehleiter sicher aus brennenden Häusern gebracht zu haben. Zwei Menschen allerdings konnten nur noch tot geborgen werden. „Mich persönlich hat der Unfall, bei dem eine junge Frau mit ihrem Auto tödlich verunglückt war, schwer getroffen“, sagte der Kommandant. Sein Bruder Dieter Kagerer vom Peer-Team der Feuerwehr habe die Kameraden nach dem Einsatz psychologisch betreut.

Der schwerste Brand war der in Königsdorf-Wiesen am 31. März. Begünstigt durch Sturm Niklas brannte dort eine Schreinerei vollständig nieder. Bei einem anderen Einsatz ging die Kasse in einem Supermarkt am Breslauer Weg in Rauch und Flammen auf. Vor einem anderen Einkaufsmarkt qualmte ein Fahrzeug bedenklich, als die zu Hilfe gerufenen Einsatzkräfte eintrafen. Buchstäblich bis zur letzten Minute des Jahres standen die Feuerwehrfrauen- und männer 2015 bereit. Fünf Minuten vor Mitternacht wurden sie an Silvester zum Löschen eines Zimmerbrands am Steiner Ring angefordert. „Wenn andere am Feiern sind, sind wir am Helfen“, sagte Kagerer.

14 Mal riss der Piepser die Kameraden aus dem Schlaf

Wie jedes Jahr hatte der Kommandant eine Statistik über die Einsatzzeiten erstellt: Nachts zwischen 0 und 6 Uhr rissen die Piepser die Ehrenamtlichen 14 Mal aus dem Schlaf. Nach Feierabend zwischen 18 und 24 Uhr wurden sie 74 Mal alarmiert. 64 Mal verließen sie vormittags ihren Arbeitsplatz, 110 Mal nachmittags. An dieser Stelle dankte Kagerer allen Arbeitgebern für die Freistellung der Feuerwehrleute. Zu deren Aufgaben gehörte es im vergangenen Jahr außerdem, Hubschrauberlandeplätze zu sichern, Ölspuren nach Verkehrsunfällen zu entfernen sowie Straßen und Grundstücke von umgestürzten Bäumen freizuräumen.

Damit dies alles reibungslos funktioniert, absolvierten die aktuell 72 Aktiven, darunter sieben Frauen und 13 Jugendliche, insgesamt 95 Übungen. Im Rahmen der Brandschutzerziehung führten sie 187 Kinder durch die Feuerwache an der Elbestraße. Die Kameradschaft innerhalb der Truppe und unter den Ehemaligen förderten zahlreiche Ausflüge, Feste und Aktionen, organisiert durch den scheidenden Vereinsvorsitzenden Reiner Patzelt (siehe Kasten). Kreisbrandinspektor Christian Sydoriak zollte der Truppe in seinem Grußwort „höchsten Respekt“.

Vize-Bürgermeister Hans Hopfner verband seinen Dank an die Mannschaft mit dem Wunsch, dass ihre Bereitschaft zu helfen auch in Zeiten, in denen Nachwuchs schwer zu gewinnen ist, anhalten möge. Im Namen des Stadtrats sicherte Hopfner der Wehr die volle Unterstützung zu. Demnächst steht laut Kagerer der Kauf eines neuen Einsatzfahrzeugs an.

Tanja Lühr

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