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Gericht

So beleidigt Zirkus-Chefin Polizisten

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Als die Polizei einen Wanderzirkus in Geretsried überprüfte, fielen unschöne Worte. Die Zirkus-Chefin beleidigte die Polizisten. Von Bären und Affen.

Geretsried/Wolfratshausen Ein Zirkus auf der Durchreise weckte im Sommer 2015 das Interesse einer Geretsrieder Polizeistreife. Die Verkehrskontrolle fand nun ein Nachspiel vor dem Amtsgericht. Die Chefin des in Rheinland-Pfalz beheimateten Wanderzirkus’ musste sich wegen Beleidigung verantworten. Sie soll die Polizisten als so „dumm wie unser Affe“ bezeichnet haben. Die Frau wurde zu 600 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bei ihrer Kontrolle hatten die Beamten an dem aus einer Zugmaschine und zwei Anhängern bestehenden Gespann diverse Mängel festgestellt. Als die Zirkus-Chefin (41) hinzukam, geriet die Situation außer Kontrolle. Aufgebracht wegen der Beanstandungen soll die Dame beleidigend geworden sein. „Meiner Mandantin tut es sehr leid. Es ist für sie eine große Last, in zirkusfeindlichen Zeiten zu existieren“, warb der Verteidiger um Verständnis für die besondere Situation einer Artistenfamilie mit Tieren.

Warnung vor gefährlichem Tier

Die Frau, gegen die zwischenzeitlich ein Haftbefehl ergangen war, der nicht vollstreckt werden konnte, weil sie mit ihrem Zirkus durch die Welt tourte, war zu Beginn der Verhandlung vom persönlichen Erscheinen entbunden worden. So schilderte ihr Anwalt, wie sich der Vorfall aus Sicht der Frau abgespielt hatte: „Es war eine Gluthitze, als der Transport angehalten wurde. Dann haben sie sorgfältig gesucht, um was zu finden. Dadurch kam es zum Konflikt mit meiner Mandantin.“ Als die Polizisten sich dem wegen der Hitze geöffneten Wagen, mit dem der Bär des Zirkus’ transportiert wurde, genähert hätten, habe die Frau gewarnt, nicht zu nah hinzugehen. Das Tier hätte mit seiner Tatze durchs Gitter greifen und die Beamten verletzen können. Weil die Gesetzeshüter sich nicht hätten abhalten lassen, habe sie gesagt: „Sie müssen noch lange in die Schule gehen, um zu lernen, was sie tun sollten und was nicht.“

Auf den Satz mit dem „Affen“ angesprochen, erklärte der Rechtsanwalt: „Sie hat zu ihrem Mann und ihrer Mutter gewandt gesagt: Wie kann man nur so dumm sein wie unser Affe.“ Der Ausspruch sei also nichts weiter als eine Meinungsäußerung gewesen. „Deshalb muss hier ein Freispruch erfolgen“, forderte er. Für Richter Helmut Berger war der Vergleich mit der Intelligenz eines Affen eindeutig eine Beleidigung. Er verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro.

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