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Tanz unter der Erntekrone: Zum achten Mal feierten die Siebenbürger Sachsen auf der Böhmwiese ihr Kronenfest. 

„Petrus muss ein Siebenbürger sein“

So schön war das Kronenfest auf der Böhmwiese

Zum achten Mal feierten die Siebenbürger Sachsen auf der Böhmwiese ihr Kronenfest. Neben einem Gottesdienst gehört auch der traditionelle Tanz um die Erntekrone.

Geretsried – Mit einem vom evangelischen Pfarrer Theo Heckel geleiteten Gottesdienst begann am Samstagmittag das achte Kronenfest der Kreisgruppe der Siebenbürger Sachsen auf der Böhmwiese. Wenige Stunden zuvor hatte es noch geregnet, danach brannte die Sonne herunter und brachte vor allem die in Tracht gekleideten Tanzgruppen ins Schwitzen. Kreisvorsitzende Ursula Meyndt nahm’s mit Humor: „Petrus muss ein Siebenbürger sein“, mutmaßte sie.

Streng genommen fand das Kronenfest in Geretsried ein paar Tage zu spät statt. Denn in den meisten Orten wird es am Peter- und Paul-Tag (29. Juni) gefeiert. Um diese Zeit steht die Sonne am höchsten, und die Erntevorbereitungen beginnen. Der von Renate Klemm geleitete Chor der Kreisgruppe sang dazu passende Lieder, und Ursula Meyndt erinnerte an die 200-jährige Tradition des Festes. „Die Krone ist das Sinnbild des Sommers, sie symbolisiert aber auch die Einheit von Glauben, Kirche und Volk“, erklärte sie.

Sebastian Wachner durfte die Erntekrone erklimmen

Die prächtige Erntekrone, gefertigt aus Blumen, Blättern und Efeu, war auf einem etwa zehn Meter hohen Baumstamm befestigt. Die Ehre, ihn erklimmen zu dürfen, wurde Sebastian Wachner zuteil. Barfuß und mit einem Bergsteigergurt gesichert kletterte er in wenigen Sekunden zu der kleinen Sitzbank in der Krone hoch. Dort gönnte er sich einen kräftigen Schluck aus einer oben befestigten Flasche und warf dann Süßigkeiten auf die unten wartenden Kinder herunter.

Während Mädchen ihre Schürzen ausbreiteten, krabbelten einige Jungs am Boden herum. Dieses Schauspiel beeindruckte auch die Bundesvorsitzende der Siebenbürger Sachsen, Herta Daniel, und den Vorsitzenden der Ingolstädter Kreisgruppe, Manfred Binder. Letzterer war mit der Ingolstädter Jugend-Tanzgruppe angereist, die ebenso wie die Geretsrieder Tanzgruppen auftraten.

Tradition wird weitergeführt

Bürgermeister Michael Müller reihte sich prompt mit ein und genoss zudem die angeboten Siebenbürger Spezialitäten wie beispielsweise Mici (eine Art Cevapcici) und Baumstriezel. „Das Kronenfest ist eine gute Tradition, die aus der alten in die neue Heimat getragen wurde“, stellte Müller fest. Mit der Musik der Reservisten-Blaskapelle und dem gemeinsamen Singen traditioneller Lieder aus Siebenbürgen klang der offizielle Teil des Kronenfestes am Nachmittag aus. Getanzt wurde danach noch bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Peter Herrmann

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