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Die neuen Jugendräte mit dem Rathauschef: (v. li.) hinten Serdar Incir (14, Mittelschule), Dominik Heucke (14 Jahre, Mittelschule) und Michael Martin (18, Auszubildender), in der Mitte Nazar Kul (14, Realschule) , Klaudia Farfara (14, Mittelschule), Sabrina Lorenz (17, Gymnasium) und Isabelle Schrills (16, Gymnasium) sowie vorne Jakob Arendt (18, Fachoberschule), Simon Vielreicher (15, Gymnasium), Bürgermeister Michael Müller und Nicola Heucke (15, Realschule). Nicht auf dem Foto ist Jana-Elise Bärwinkel (16, Mittelschule).

Wahlergebnis

So sieht der neue Jugendrat von Geretsried aus

Sechs junge Frauen und fünf junge Männer wurden von 121 jugendlichen Geretsriedern zu ihren Fürsprechern gewählt. Das Ergebnis gab Bürgermeister Michael Müller am Montagabend im Rathaus bekannt.

Geretsried – „Das ist ein tolles Ergebnis für tolle Kandidaten“, sagte Bürgermeister Michael Müller im Beisein von zehn der elf neuen Jugendräte sowie zahlreicher Eltern und einiger Stadträte im großen Sitzungssaal des Rathauses. Dort durften die 14- bis 18-jährigen Geretsrieder auf den Stühlen der Stadträte Platz nehmen, in die Tischmikros sprechen und somit gleich mal Politikluft schnuppern.

Simon Vielreicher holt die meisten Stimmen

Stimmenkönig ist Simon Vielreicher mit 62 Stimmen (jeder Wähler konnte bis zu elf Kreuzchen machen). Der 15-jährige Gymnasiast gehörte dem Gremium bereits in den vergangenen drei Jahren an. „Die Aufgabe hat mir Spaß gemacht. Ich finde es wichtig, dass man die Jugend einbezieht in die Politik“, sagte er.

Die zweitmeisten Stimmen, nämlich 55, erhielt die 17-jährige Gymnasiastin Sabrina Lorenz. Sie will, dass es in ihrer Heimatstadt „mehr Partys für Jugendliche gibt“. Im Organisieren sei sie gut, fügte die Schülersprecherin am Gymnasium hinzu.

Der 18-jährige Fachoberschüler Jakob Arendt schließlich erzielte mit 44 Stimmen das drittbeste Ergebnis. Er will für bessere Busverbindungen zwischen den Städten kämpfen. Im Übrigen strebe er eine politische Karriere an, wie er sagte, weshalb er im Jugendrat schon mal Erfahrungen sammeln wolle.

Wahlbeteiligung liegt bei knapp zehn Prozent 

Alle anderen Kandidaten konnten zwischen 18 und 41 Stimmen auf sich vereinen – ein schöner Einstieg für jeden von ihnen. Insgesamt waren vom 22. Mai bis 8. Juni 1217 Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aufgerufen, das neue Jugendparlament per Briefwahl zu bestimmen. 121 nutzten die Möglichkeit, was einer Wahlbeteiligung von knapp zehn Prozent entspricht.

Kino steht ganz oben auf der Wunschliste 

Nicht gerade viel, doch davon ließen sich die fünf anwesenden Mädchen (Jana-Elise Bärwinkel fehlte) und die fünf Jungs nicht entmutigen. Engagiert und selbstbewusst trugen sie in einer kurzen Vorstellungsrunde ihre Ziele vor. Dominik Heucke (14) möchte die Freizeitmöglichkeiten verbessern und neue schaffen. Aufgewertet gehört in seinen Augen zum Beispiel der Dirt Park. Isabella Schrills will sich für ihr Dorf Gelting einsetzen. Serdar Incir (14) regt einen Spielplatz für Jugendliche mit Behinderung an. Weit oben auf der Wunschliste der Teenager steht die Wiedereröffnung eines Kinos.

„Wir – der Stadtrat und ich als Bürgermeister – nehmen den Jugendrat und seine Anliegen sehr ernst“, betonte Michael Müller. „Wir freuen uns auf aktive Jugendräte, die mitmischen. Genau dafür wurden sie von ihren Gleichaltrigen gewählt.“ In den kommenden drei Jahren der Amtszeit seien wichtige Entscheidungen zu treffen. Die Stadt stehe „vor großen Umbrüchen“. Müller warnte die neuen Jugendvertreter aber gleichzeitig, dass Politik „das Bohren dicker Bretter“ sei.

Erste Sitzung am 25. Juni 

Das frisch gewählte Gremium wird erstmals am 25. Juni öffentlich tagen. In dieser Sitzung werden auch die Sprecherin und der Sprecher sowie der Kassier und Schriftführer gewählt. Am 26. Juni werden sich die Jugendräte im Stadtrat vorstellen, der Bürgermeister wird ihre Vorgänger verabschieden.

von Tanja Lühr

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