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89 Wohnungen plant die GIEAG Immobilien AG auf diesem Grundstück in Stein. Nach einem Vertrag mit der Stadt müssen 30 Prozent davon im geförderten Wohnungsbau errichtet werden.  

Hier wird geplant

Sozialer Wohnungsbau gewinnt an Fahrt

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Geretsried – Nicht nur auf dem ehemaligen Lorenz-Areal soll gebaut werden. Weitere Vorhaben gibt es in Stein und an der Johann-Sebastian-Bach-Straße.

30 Bewerber kommen in Geretsried auf eine Wohnung. Geringverdiener haben praktisch keine Chance, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Das wurde in einem Interview mit der Caritas-Wohnungshilfe diese Woche deutlich. Die Stadt hat das Thema Wohnungsbau deshalb ganz oben auf die Agenda gesetzt. Inzwischen laufen mehrere Projekte – nicht nur auf dem ehemaligen Lorenz-Areal.

Die verbesserten politischen Rahmenbedingungen machen es möglich: Erstmals nach 20 Jahren steigt die Baugenossenschaft Geretsried (BG) wieder in den geförderten Wohnungsbau ein. An der Richard-Wagner-Straße entstehen aktuell 27 Wohnungen – angesichts der angespannten Lage ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit Monaten hängt am Eingang der BG das Schild: „Derzeit keine Wohnungsangebote.“ Es gibt auch keine Wartelisten mehr. Die BG besitzt rund 2250 Wohnungen. Darunter waren bis 2015 etwa 1250 Sozialwohnungen. Weil diese nach und nach aus der sozialen Bindung herausfallen, werden es nächstes Jahr nur noch 450 sein.

Die BG will deshalb weiter tätig werden. Sie plant, sich am Wohnungsbauprojekt der Firma Krämmel auf dem ehemaligen Lorenz-Areal zu beteiligen. Auf der vier Hektar großen Industriebrache könnten rund 550 Wohnungen entstehen. Neben günstigen Eigentumswohnungen sind zu je 30 Prozent geförderte und bezahlbare Mietwohnungen geplant. Davon würde wiederum jeweils die Hälfte die BG errichten, das wären etwa 165 Wohnungen.

Noch befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Um „größtmögliche Rechtssicherheit“ zu haben, so Michael Schlenz vom Bauamt, wurde entschieden, den Bebauungsplan nicht im beschleunigten, sondern im regulären Verfahren durchziehen (wir berichteten). Dies macht auch eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Bislang war das Lorenz-Areal als Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel ausgewiesen. Dazu fasste der Entwicklungs- und Planungsausschuss am Dienstag den empfehlenden Aufstellungsbeschluss. Das Bauamt schätzt, dass sich die Planung dadurch um zwei Monate verzögern wird.

Für ein anderes Vorhaben wurde das Bebauungsplanverfahren wieder aufgenommen. Auf dem letzten freien Grundstück in Stein sollen 89 Wohnungen entstehen, davon 30 Prozent im geförderten Wohnungsbau. So hat es die Stadt mit dem Investor vertraglich vereinbart. Das rund 8600 Quadratmeter große Grundstück gehörte früher dem Freistaat und wurde an die GIEAG Immobilien AG verkauft. Deren Vorstände sind Philipp Pferschy aus Dietramszell und Christoph Klotz aus Geretsried. Nachdem das Projekt zwei Jahre ruhte, wollen sie es jetzt offenbar in Angriff nehmen. Seit Anfang Juni liegt der Bebauungsplan öffentlich im Rathaus aus, erklärt Vize-Bauamtsleiter Andreas Porer auf Anfrage. Von der GIEAG selbst war keine Stellungnahme zu bekommen.

In diesem Zusammenhang bestätigt Porer, dass es Pläne für ein weiteres Projekt gibt. Auf einem etwa 5000 Quadratmeter großen Grundstück der Stadt an der Johann-Sebastian-Bach-Straße, direkt gegenüber vom Haus Elisabeth, könnten ebenfalls Wohnungen entstehen. Dazu führt die Stadt Gespräche mit einer privaten Familienstiftung. Diese stehen noch ganz am Anfang, weshalb Porer keine Einzelheiten nennen kann. Es werde aber überlegt, dort „zu 100 Prozent Sozialwohnungen“ zu bauen. Porer: „Wir versuchen, jede nur denkbare Fläche zu nutzen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

sas

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