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Die Ansprechpartner des Sozialpsychiatrischen Dienstes: (v. li.) Fachdienstleiterin Doris Beuth, Christine Hofmann (Projekt „Zuverdienst“), Psychologe Richard Nefzger, Sonja Baier (Betreutes Wohnen), Susanne Gühring (Gerontopsychiatrische Fachstelle), Thea Birner (Betreutes Wohnen) und Sonja Prassas (Tagesstätte „Ausb lick“).

„Noch viele Hürden für Betroffene“

Sozialpsychiatrischer Dienst feiert 30. Geburtstag

Geretsried – Seit 30 Jahren gibt es im nördlichen Landkreis eine Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Problemen: den Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) der Caritas an der Graslitzer Straße. Er fordert mehr sozialen Wohnraum.

Seit der Gründung der Dienststelle im März 1986 hat sich einiges getan. „In dem ehemaligen Zwei-Mann-Betrieb sind mittlerweile 26 Personen beschäftigt“, verdeutlicht Fachdienstleiterin Doris Beuth die Entwicklung. Die Sozialpädagogen werden von einem Psychologen unterstützt, vier Personen arbeiten in der Verwaltung. Außerdem helfen dem Team rund 28 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Der SpDi ist eine freiwillige Beratungsstelle für alle ab 18 Jahren, die an psychischer Belastung oder Erkrankung leiden oder davon bedroht sind. Angehörige und andere Bezugspersonen finden dort ebenfalls Hilfe. „Wir arbeiten niedrigschwellig, ein Beratungsgespräch ist nicht mit großem Aufwand verbunden und kann zum Teil auch anonym erfolgen“, erklärt Beuth. „Zudem ist unser Dienst kostenlos. Die Finanzierung erfolgt durch den Bezirk Oberbayern.“

Im Jahr 2015 haben 705 Personen die Angebote des SpDi in Anspruch genommen, gut die Hälfte davon hat die Beratungsstelle betreut. Um sie spannt sich ein weitläufiges Kooperationsnetz aus verschiedenen weiteren Betreuungsdiensten und Kontaktstellen, damit Betroffene ihren Bedürfnissen entsprechend an die richtige Stelle vermittelt werden können.

„Ein besonderes Anliegen ist uns im SpDi, dass psychische Erkrankungen ebenbürtig mit körperlichen Problemen gesehen werden,“ betont Psychologe Richard Nefzger. In den 30 Jahren habe sich in der Gesellschaft schon ein Wandel vollzogen. Gerade Depressionen oder Burnout seien vor allem durch prominente Fälle und stärkere öffentliche Diskussion deutlich präsenter. „Im Zuge dessen ist die statistische Zahl der Fälle aber auch gestiegen, weil sich das Bewusstsein verändert hat und mehr Menschen Hilfe suchen“, berichtet der Psychologe. Trotzdem seien psychische Erkrankungen immer noch stigmatisiert. „Es gibt noch viele Hürden für Betroffene und ihr Umfeld, ein Beispiel ist die Wohnungssuche“, ergänzt Nefzger.

Zum Geburtstag wünscht sich der Dienst daher neben mehr bezahlbarem Wohnraum für seine Klienten auch mehr und schneller zugängliche Psychotherapieplätze sowie so genannte Nischenarbeitsplätze. Beuth: „Nur so können wir den Betroffenen helfen, möglichst schnell wieder ein normales Leben zu führen.“

von Magdalena Höcherl

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