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Stand im Mittelpunkt des SPD-Stadtgesprächs: die Asylbewerberunterkunft am Geretsrieder Schulzentrum.

SPD-Stadtgespräch

Kreisrat Berchtold: Asylbewerber brauchen Beschäftigung

Die Asylbewerberunterkunft am Gymnasium war Thema beim SPD-Stadtgespräch am Sonntag im Café Waldmann. Der Ortsvorsitzende Martin Bruckner kritisierte, dass die Regierung von Oberbayern als Betreiberin keinen Sicherheitsdienst zur Verfügung stelle. Bruckner befürchtet Konflikte unter den Asylbewerbern, mit den Schülern und womöglich Angriffe von außen auf die Unterkunft.

Geretsried – Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner konnte nichts Neues zur Situation berichten. CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber und Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) würden versuchen, auf die Regierung einzuwirken, da die Sammelunterkunft in Geretsried sich im Gegensatz zu anderen direkt neben einer Schule befinde. Als Kompromiss zeichne sich wohl ab, dass die Regierung nicht mehr als 30 Menschen einquartieren wolle, bevorzugt Familien. SPD-Kreisrat Reiner Berchtold sprach von einem „grundsätzlichen Problem“.

Warnung vor Panikmache

Wie berichtet wird es in Wolfratshausen für das alte Pfarrheim am Loisachbogen, in dem 120 Asylbewerber unterkommen sollen, voraussichtlich auch keinen Sicherheitsdienst geben. Neben Security würde sich Berchtold Sozialpädagogen und Verwaltungspersonal vor Ort wünschen. Der Polizist warnte im Zusammenhang mit der Unterkunft am Geretsrieder Schulzentrum vor Panikmache. Die meisten Straftaten würden unter den Asylbewerbern begangen. Angriffe von Asylbewerbern auf Einheimische seien viel seltener. Berchtold kritisierte die Politik der Staatsregierung, die es den Flüchtlingen „so unangenehm wie möglich“ mache, damit sie nicht blieben. „Selbst wenn die Menschen nur vorübergehend bei uns leben, sollen sie sich beteiligen an der Gesellschaft“, findet der Sozialdemokrat. 

Fluchtursachen bekämpfen statt nur darüber reden

Das gelte vor allem für den Bereich Arbeit. Die Menschen sollten einen Beruf erlernen dürfen, der ihnen bei der Rückkehr in die Heimat nutze. Berchtold: „Man redet immer von Fluchtursachen, aber man bekämpft sie nicht.“ Der Kreisrat berichtete, seinen Informationen zufolge hätte die Agentur für Arbeit im Landkreis durchaus freie Stellen zu vergeben. Gerade junge Menschen bräuchten eine Beschäftigung: „Sonst fangen sie an, mit Drogen zu dealen oder machen anderen Unsinn. Das ist bei Asylbewerbern nicht anders als bei deutschen Jugendlichen.“ Der Wolfratshauser SPD-Stadtrat Manfred Menke meinte, trotz des neuen Gesetzes hätten die Arbeitsagenturen immer noch einen „Ermessensspielraum“ bei der Vermittlung von Jobs.

Mittelschule-Sanierung steht an erster Stelle

Zum Thema Haushalt machten die Genossen bei ihrem Treffen deutlich, dass auch für sie die Sanierung der Adalbert-Stifter-Mittelschule an erster Stelle stehe. Die Überdachung des Eisstadions jetzt anzupacken sei jedoch richtig, da fertige Pläne vorliegen würden, so Hans Hopfner. Sportreferent Wolfgang Werner erinnerte daran, dass der Eissportclub seit 2006 auf ein neues Dach warte. Die SPD sei immer die einzige Partei gewesen, die das Anliegen unterstützt habe.

Von Tanja Lühr

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