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„Puls G“ nennt die Eigentümerfamilie Krämmel ihr Bauvorhaben am Karl-Lederer-Platz. Der bis zu siebengeschossige Komplex soll einen Impuls für die weitere Zentrumsentwicklung geben. Doch der Bau ist umstritten.

SPD-Stadtgespräch 

Krämmel-Bau: Was tun gegen die vergiftete Stimmung ?

Die Gegner des geplanten Krämmel-Baus am Karl-Lederer-Platz wünschen sich eine Veranstaltung, in der vielleicht doch noch ein Kompromiss gefunden werden könnte. Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) versprach beim Stadtgespräch seiner Partei am Sonntag, sich für eine Bürgerversammlung stark zu machen.

Geretsried „Die Stadt müsste den Mut haben zu einer größeren Bürgerversammlung. Sonst wird für sie die Zentrumsneugestaltung ewig ein Makel bleiben.“ Das sagte Stephan Heinle als Gast beim SPD-Stadtgespräch am Sonntag. Der ehemalige TuS-Vorsitzende betonte, dass er nicht gegen etwas Neues auf dem Karl-Lederer-Platz sei, auch nicht gegen eine Tiefgarage. Doch das geplante siebenstöckige Gebäude, das weit in den Platz hineinreicht, ist seiner Meinung nach zu groß und zu hoch. Vor allem störe ihn, dass die Atmosphäre zwischen Bürgermeister, Stadtverwaltung und Stadträten auf der einen und besorgten Bürgern auf der anderen Seite „vergiftet“ sei, so Heinle. Es sei weder in Ordnung, dass die Kritiker von Politikern an deren Stammtischen als „ein paar Hansel“ abgetan würden, noch dass der Bürgermeister in anonymen Briefen beschimpft und der Mauschelei beschuldigt werde. Vize-Bürgermeister und SPD-Fraktionschef Hans Hopfner bedauerte ebenfalls, dass die Fronten zum Teil sehr verhärtet seien. „Ich will mich für eine Veranstaltung stark machen“, versprach er am Stammtisch.

Selig: Krämmel-Vorhaben städtebaulich richtig

„Puls G“ nennt die Eigentümerfamilie Krämmel ihr Bauvorhaben am Karl-Lederer-Platz. Der bis zu siebengeschossige Komplex soll einen Impuls für die weitere Zentrumsentwicklung geben. Doch der Bau ist umstritten.

Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft Geretsried (BG), Wolfgang Selig, hatte zu dem Treffen im Café Waldmann Modelle des Krämmel-Gebäudes und des geplanten Wohn- und Geschäftshauses der BG an der Egerlandstraße mitgebracht und sie auf einem großen Stadtplan platziert. Auch Selig musste sich Vorwürfe anhören, nachdem er das Krämmel-Vorhaben als städtebaulich richtig verteidigt hatte. Es gebe höhere Häuser in Geretsried, wie zum Beispiel das Tengelmann-Hochhaus am Neuen Platz. „Gefällt Ihnen das Tengelmann-Haus etwa?“, fragte Besucher Arnold Schmidt, was Selig bejahte.

Grundwassergutachten wird am 21. März vorgestellt

Arnold Schmidt und Doris Semmler, beide Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz, lehnen vor allem die Tiefgarage wegen der Grundwasserproblematik ab. Laut Hopfner wird dem Bauausschuss am 21. März das beauftragte Grundwassergutachten vorgestellt. Er sagte, die Stadt werde sicher jegliches Risiko von Überschwemmungen in den umliegenden Kellern vermeiden. Die Auflagen der übergeordneten Behörden seien in dieser Hinsicht sehr streng.

Schmidt: „Die Heimatvertriebenen haben den Platz einst gebaut. Man kann ihn doch nicht einfach zerstören“

SPD-Mitglied Martin Ziegler stört sich in erster Linie daran, dass ein Großteil des Karl-Lederer-Platzes überbaut wird. Arnold Schmidt findet: „Die Stadt hat den Grund ohne Not an den Investor Reinhold Krämmel verkauft. Die Heimatvertriebenen haben den Platz einst gebaut. Man kann ihn doch nicht einfach zerstören.“ Hans Hopfner bemerkte dazu, dass der Platz die meiste Zeit über nichts als ein Parkplatz sei.

Bürgerworkshop geplant

Nach Auskunft des SPD-Ortsvorsitzenden Martin Bruckner, der beim verantwortlichen Architekt Klaus Kehrbaum nachgefragt hat, soll in zirka vier Wochen ein Bürgerworkshop zur Gestaltung des Karl-Lederer-Platzes stattfinden. Es soll um Begrünung, Sitzbänke und andere Maßnahmen gehen. „Was sollen wir da noch gestalten? Nach dem Bau der Tiefgarage kann kein einziger Baum mehr gepflanzt werden“, sagte Arnold Schmidt.

Die IG Karl-Lederer-Platz möchte diesen Montag ihre Unterschriftenliste gegen das Krämmel-Vorhaben an Bürgermeister Michael Müller übergeben, wie Doris Semmler ankündigte. Ein von der IG ins Gespräch gebrachtes Bürgerbegehren könnte Hans Hopfner zufolge erst nach dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan initiiert werden. Mit dem Beschluss rechnet der Vize-Bürgermeister für Ende März.

Von Tanja Lühr

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