Das Team der ersten Schicht bei DMG Mori in Geretsried mit Geschäftsführer Dr. Christian Hoffart (re.) und Landrat Josef Niedermaier (2. v. re.).
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Das Team der ersten Schicht bei DMG Mori in Geretsried mit Geschäftsführer Dr. Christian Hoffart (re.) und Landrat Josef Niedermaier (2. v. re.).

„Die Aktion hilft unwahrscheinlich“

Spontane Corona-Testangebote an Weihnachten: BRK zieht Bilanz

  • vonRudi Stallein
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Für die Weihnachtsfeiertage haben Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) kurzfristig Corona-Teststellen in Geretsried und Bad Tölz organisiert. Sie standen Angehörigen von Heimbewohnern zur Verfügung.

  • Für den Weihnachtsbesuch im Pflegeheim bietet das BRK zwei Teststationen im Landkreis an
  • Landrat dankbar für Einsatz der BRK-Bereitschaften
  • 81 Frauen und Männer nutzen Angebot

Bad Tölz-Wolfratshausen – Recht ruhig ging es zu an den von den Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) kurzfristig organisierten Corona-Teststellen in Geretsried und Bad Tölz. Insgesamt 81 Frauen und Männer nutzten das Angebot, sich an den Weihnachtsfeiertagen vor dem Besuch ihrer Angehörigen in Senioren- und Pflegeheimen auf Covid-19 testen zu lassen. „Das war weniger Resonanz, als wir erwartet hatten“, räumt Jörg Kastner ein, dass er mit einem größeren Andrang gerechnet hatte. Am wenigsten los war nach Aussage des Kreisbereitschaftsleiters des BRK an Heiligabend, am meisten Betrieb herrschte am zweiten Weihnachtsfeiertag. Erfreulich: „Keiner der Getesteten war positiv.“

Als einer der ersten nahm Jens Relling sein negatives Ergebnis an der Teststation bei der Firma DMG Mori in Geretsried entgegen.

Als einer der ersten nahm Jens Relling sein negatives Ergebnis an der Teststation bei der Firma DMG Mori in Geretsried entgegen. „Ich habe mich nicht krank gefühlt, aber man ist doch viel unterwegs und kommt mit Leuten in Kontakt, zum Beispiel im Supermarkt“, erzählt der 64-Jährige, warum er kurzfristig die Gelegenheit wahrgenommen hatte, sich testen zu lassen. Für die Bereitschaften von BRK, Wasserwacht und Bergwacht bedeutete die Organisation der Teststellen – außer in Geretsried war eine zweite Stelle auf dem Parkplatz des Landratsamts in Bad Tölz errichtet worden – eine enorme Herausforderung.

Landrat berichtet von zwischenzeitiger Panik

Ihn als Landrat habe es „gerissen“, als vom Gesundheitsministerium der Auftrag gekommen sei, sich um die Sicherheit in den Seniorenheimen zu kümmern, berichtet Josef Niedermaier beim Besuch der Teststelle in Geretsried am 24. Dezember. „Ich habe gedacht, wie soll das gehen? Wir können nicht auch noch alle Besucher vor Betreten der Heime testen“, so der Landrat. Die erste Reaktion der Heime sei gewesen: Dann sperren wir zu. „Aber das dürfen sie nicht“, so Niedermaier, weshalb zwischenzeitig eine gewisse Panik entstanden sei. „Viele hätten vermutlich ihre Angehörigen aus den Heimen nach Hause geholt. Was das bedeutet hätte, wäre nicht auszumalen gewesen“, ergänzt Ingo Roeske.

Dem Technischen Leiter der Kreiswasserwacht und stellvertretenden Vorsitzenden der Wasserwacht in Bayern oblag die Aufgabe, binnen zwei Wochen die Teststellen zu organisieren. Weil es utopisch erschien, in den Heimen zu testen, sei die Idee entstanden, die Tests in der nun praktizierten Form durchzuführen. „Das ging mit wenig Aufwand und ist sehr effektiv“, so Roeske.

Mobile Teststation: Das BRK führt Antigen-Tests bei der Firma DMG Mori in Geretsried durch.

Optimale Rahmenbedingungen fanden die Organisatoren in der überdachten Logistikhalle der Firma DMG Mori Spare Parts in Geretsried. „Hut ab. Ich finde das einfach eine klasse Aktion“, sagte deren Geschäftsführer, Dr. Christian Hoffart, als er am Heiligen Abend die Teststelle in Augenschein nahm.

Chefarzt: „Das ist eine super Aktion, weihnachtlicher geht’s nicht.“

„Das ist genau das, wofür wir stehen: Menschlichkeit“, betonte Tobias Reploh. „Das ist eine super Aktion, weihnachtlicher geht’s nicht.“ Der stellvertretende Chefarzt des BRK im Landkreis hatte „in vielen Videokonferenzen“ die ehrenamtlichen Mitarbeiter online für die bevorstehende Aufgabe geschult. „Alle haben sich dann auch noch gegenseitig getestet, hatten also auch ein bisschen Praxiserfahrung“, so Reploh, der die Effizienz des sogenannten Antigen-Tests, bei dem in etwas 15 Minuten ein Ergebnis vorliegt, hervorhob. „Das Risiko, dass ein gesunder Mensch, der keine Symptome hat, nach dem Test das Coronavirus in eine geschützte Einrichtung bringt, ist äußerst gering.“

Vor Weihnachten führte das BRK Antigen-Tests bei der Firma DMG Mori in Geretsried durch.

78 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den Reihen des Roten Kreuzes, der Wasserwacht und der Bergwacht sorgten an Heiligabend und den beiden Feiertagen für den reibungslosen Ablauf an den zwei Teststationen und erhielten dafür Lob von oberster Stelle. „Danke, dass das so spontan gelungen ist“, sagte der Landrat. „Das hilft den Heimen und den Leuten, die Verwandte besuchen wollen ungemein und entlastet zusätzlich die Ärzte.“

rst

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