1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Geretsried

St.-Nikolaus-Kapelle: 300-jähriges Weihejubiläum mit Fackeln und Feuerschale

Erstellt:

Kommentare

Unter dem Motto „Andachten einfach anders“ begannen die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Weihejubiläum am Samstagabend in und vor der Sankt-Nikolaus-Kapelle. Die Ministranten von Maria Hilf und Heilige Familie entzündeten Fackeln an einer Feuerschale. Weihbischof Wolfgang Bischof zeigte sich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre.
Unter dem Motto „Andachten einfach anders“ begannen die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Weihejubiläum am Samstagabend in und vor der Sankt-Nikolaus-Kapelle. Die Ministranten von Maria Hilf und Heilige Familie entzündeten Fackeln an einer Feuerschale. Weihbischof Wolfgang Bischof zeigte sich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre. © Hans Lippert

Festlich und würdig war der Rahmen des Weihejubiläums der St.-Nikolaus-Kapelle in Geretsried. Die Vorabendandacht bot ein ergreifendes Bild.

Geretsried –Auch wenn das 300-jährige Weihejubiläum der Sankt-Nikolaus-Kapelle wegen des Regens nicht so stattfinden konnte, wie geplant, feierte die Katholische Stadtkirche es am Wochenende doch in einem sehr festlichen, würdigen Rahmen. Ein ergreifendes Bild bot das Kirchlein an der B11, ältestes Wahrzeichen Geretsrieds, bei der Vorabendandacht am Samstag. Von Dutzenden Kerzen erleuchtet und erwärmt, empfing es die wenigen Besucher, die hineinpassen. Stadtpfarrer Andreas Vogelmeier beschrieb seine Gefühle beim Betreten des Raums mit den Worten: „Hier ist Frieden, hier ist Rückzug, hier ist man geschützt.“

Predigt von Weihbischof Wolfgang Bischof

Weihbischof Wolfgang Bischof ging in seiner Predigt auf die Geschichte und Bedeutung des Heiligen Nikolaus ein. Zwölf Ministranten der beiden Stadtkirche-Pfarreien Maria Hilf und Heilige Familie entzündeten mit Pastoralreferentin Julia Majores im Freien an einer Feuerschale Fackeln. Mit dem Lied „An guten Tagen“ wünschten sie den Teilnehmern der Andacht Gottes Segen.

Höhepunkt: Gottesdienst mit Pfarrfest

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete am Sonntag der Gottesdienst in Maria Hilf mit anschließendem Pfarrfest. Ursprünglich war eine Feldmesse auf der Wiese bei der Nikolaus-Kapelle geplant. Auch Pater Lothar Bily, Direktor des Klosters Benediktbeuern, widmete seine Festpredigt dem Schutzpatron der Nikolaus-Kapelle. Bischof Nikolaus von Myra sei zunächst vor allem im byzantinischen Reich verehrt worden. Allmählich habe sich seine Bekanntheit im Westen Europas verbreitet. Immer mehr Kirchen und Kapellen seien dem besonders mildtätigen Bischof gewidmet worden. Auch die Flößer aus dem Isarwinkel hätten den Heiligen zu ihrem Schutzpatron erwählt. „Er besitzt die Stellung eines Heiligsten unter den Heiligen. Oft wird er gleich nach der Gottesmutter genannt“, so Bily. Weil er heute in der römisch-katholischen Kirche gleichermaßen hoch angesehen sei wie in der orthodoxen, stelle er ein Bindeglied zwischen den beiden christlichen Religionen dar. Auch wenn es im Hinblick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine schwer falle, müsse der Westen mit dem Osten im Gespräch bleiben, sagte der Pater.

Zusammen mit dem traditionellen Pfarrfest feierten die Gläubigen der Katholischen Stadtkirche in Geretsried am Sonntag das 300-jährige Weihejubiläum im Pfarrheim von Maria Hilf.
Unter dem Motto „Andachten einfach anders“ begannen die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Weihejubiläum am Samstagabend in und vor der Sankt-Nikolaus-Kapelle. Die Ministranten von Maria Hilf und Heilige Familie entzündeten Fackeln an einer Feuerschale. Weihbischof Wolfgang Bischof zeigte sich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre. © Hans Lippert

Beim Festnachmittag im Pfarrsaal sprach Bürgermeister Michael Müller angesichts von 300 Jahren Weihejubiläum von einer „astronomischen Zahl“ für das noch junge Geretsried. Die Sankt-Nikolaus-Kapelle sei das meist abgebildete Gebäude der Stadt. Es sei den Stadtvätern immer lieb gewesen – und teuer. Wie berichtet hat das Kleinod in den vergangenen 54 Jahren bereits zwei umfangreiche Renovierungen hinter sich gebracht. Eine dritte für rund 500.000 Euro steht ab nächstem Jahr an. Die Stadt will 200.000 Euro davon übernehmen, das Erzbischöfliche Ordinariat 80.000 Euro. Darüber hinaus sammeln die Mutterkirche und die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Sankt-Nikolaus-Kapelle fleißig Spenden.

Aktuelle Nachrichten aus Geretsried lesen Sie hier.

Stadtpfarrer Vogelmeier dankte deren erstem Vorsitzenden Dr. Otto Rothe (von 1967 bis 1997) und dessen Nachfolger Florian Sachers für ihren unermüdlichen Einsatz für das Kirchlein. Sachers hat bereits 40.000 Euro durch den symbolischen Verkauf von Dachschindeln, die auf dem neu einzudeckenden Dach benötigt werden, gesammelt. Diakon Michael Baindl steuerte am Samstag weitere 450 Euro bei. Es handle sich um Spenden von Familien, die ihre Kinder in St. Nikolaus taufen ließen, sagte er. Denn die Kapelle mit dem besonderen Charme ist nicht nur an Jubiläen und am Patronatstag (6. Dezember) für die Öffentlichkeit zugänglich, sondern kann für Hochzeiten, Taufen und andere Feste im kleineren Rahmen gebucht werden.

Darüber sowie über Geschichte, Ausstattung und Heiligenfiguren in der Kirche informiert eine aktuelle Ausstellung im Untergeschoss von Maria Hilf.

Tanja Lühr

Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare