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Stellvertretend für alle Helfer übergab Bürgermeister Michael Müller (5. v. li.) Geschenke an (v. li.) Volker Witte, Hannes Kirchhofer, Vera Kraus, Assunta Tammelleo, Bernd Satzinger, And rea Weber, Friederike Krüger und Daniela Satzinger.

Stadt bedankt sich beim Kulturverein Isar-Loisach 

Gerettet, was noch zu retten war

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Geretsried - Nach der Absage des Geretsrieder Kulturherbstes 2016 sprang der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) als Veranstalter ein. Was er und seine Helfer geleistet haben, dafür konnte der Stadtrat am Dienstag gar nicht genug danken.

Die Nachricht kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Am 23. September, nur eine Woche vor Beginn des Festivals, teilte Florian Zwipf-Zaharia mit, dass der Geretsrieder Kulturherbst abgesagt ist. Seine Agentur, die cultus-production GmbH, müsse Insolvenz anmelden. In der Woche darauf setzten die Stadt und der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) alle Hebel in Bewegung, um zu retten, was noch zu retten ist. Letztlich konnten elf Veranstaltungen stattfinden, zwei sollen nächstes Jahr nachgeholt werden: das Swingkonzert mit Max Greger jun. und die Young Music Night mit lokalen Bands.

Im Stadtrat am Dienstag zog Assunta Tammelleo vom KIL-Vorstand eine erste Bilanz – und machte deutlich, welch ein Kraftakt die Organisation war. Mehr als 40 Helfer packten mit an, arbeiteten in Summe bis zu 400 Stunden und legten grob geschätzt 800 Kilometer zurück – „und fast alle ehrenamtlich“, so Tammelleo. Sie selbst hat in diesen Tagen zirka 250 E-Mails geschrieben und täglich 20 bis 25 Telefonate geführt. Nicht selten mussten sie und andere sich von enttäuschten Ticketbesitzern Beschimpfungen anhören: „Vollpfosten war noch das Harmloseste.“ Unter dem Strich waren es 39 Besucher, die trotz eines Tickets nicht in eine Veranstaltung reinkamen. Sie wurden auf andere Termine verteilt. Insgesamt kamen zur „Geretsrieder Kultur im Herbst“ zirka 1800 Besucher. Der Verkauf an der Abendkasse war laut Tammello „ein trauriges Kapitel“. Der Erlös aus dem Vorverkauf fließt in die Insolvenzmasse der cultus-production. Insofern waren es aus Sicht des KIL Benefizveranstaltungen. Die entgangenen Eintrittsgelder summieren sich laut Tammelleo auf über 30 000 Euro. Aktuell belaufen sich die Ausgaben für das Ersatz-Festival auf etwas mehr als 70 000 Euro, allerdings ohne Steuern, Gema-Gebühren und Abgaben an die Künstlersozialkasse. 80 000 Euro hatte die Stadt zur Verfügung gestellt. Über Geld wurde am Dienstag aber nicht gesprochen. „Vielen Dank“, sagte Bürgermeister Michael Müller im Namen des Stadtrats und überreichte an die anwesenden Helfer Geschenke. Volker Witte würdigte deren „großartigen“ Einsatz, Vera Kraus den großen Zusammenhalt: „Das macht Geretsried aus.“

Kulturherbst: Neuer Anlauf im Jahr 2018

Trotz der Pleite in diesem Jahr soll es 2018 wieder einen Geretsrieder Kulturherbst geben. Auf Vorschlag von CSU-Bürgermeister Michael Müller fasste der Stadtrat am Dienstag folgenden einstimmigen Beschluss: „Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen einer Auslobung Interessensbekundungen zur Durchführung der Veranstaltung 2018 einzuholen und Gespräche aufzunehmen.“ Schon Anfang Februar soll es einen beschlussreifen Vorschlag geben, mit wem und in welcher Form der Kulturherbst durchgeführt werden könnte. 2012 und 2014 war die Stadt selbst Veranstalter, als Festivalleiter fungierte der Geretsrieder Günter Wagner. Für 2016 wurde das Ganze an Florian Zwipf-Zaharia und dessen cultus-production GmbH aus Füssen vergeben. Doch die Agentur ging pleite und sagte das Festival kurzfristig ab. „Wir kennen jetzt die Zahlen“, erklärte der Bürgermeister. „Die Insolvenz ist nicht durch den Geretsrieder Kulturherbst entstanden. Der hätte sich selbst getragen.“ Es war wohl das Minus beim Garmischer Kultursommer, das dem Veranstalter das Genick gebrochen hat.

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