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Im Winterschlaf befindet sich derzeit die Großbaustelle am Karl-Lederer-Platz. Mit dem Frühling sollen nicht nur die Arbeiten, sondern auch die Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der „Neuen Mitte“ beginnen. 

Stadt bringt Bürgerbeteiligung auf den Weg

Planungswerkstatt für die „Neue Mitte“

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Wie soll die „Neue Mitte“ aussehen? Dazu sind die Bürger in der ersten Jahreshälfte gefragt. Moderatorin Stephanie Utz stellte die Planungswerkstatt am Dienstag vor. Bürgermeister Michael Müller lobte die Bürgerbeteiligung der Stadt.

Geretsried – Das Rathaus musste in Sachen Zentrumsentwicklung viel Kritik einstecken. Vergangenes Jahr initiierte die Interessensgemeinschaft Karl-Lederer-Platz ein Bürgerbegehren, um eine Neuplanung zu erreichen. „Bisher war die Öffentlichkeit zu großen Teilen ausgeschlossen“, kritisierten die Initiatoren damals. Zum Bürgerentscheid kam es nicht, das Bürgerbegehren war unzulässig. Später kritisierte die Bürgerinitiative „Zukunft.Perspektive.Geretsried“, dass die Umsetzung vieler guten Ideen aus dem Leitbild-Prozess eingeschlafen sei.

Von solchen Misstönen war in der Stadtratssitzung am Dienstag keine Rede – das Gremium blickte nach vorne und stellte sein Konzept zur Bürgerbeteiligung bei der Oberflächenentwicklung der „Neuen Mitte“ vor. Moderiert wird der Prozess in den nächsten Monaten von Stephanie Utz aus Regensburg.

Zunächst will sich der Stadtrat im März über die Rahmenbedingungen Gedanken machen, die er der sogenannten Planungswerkstatt vorgeben will. „Wir befinden uns jetzt in der Vorbereitung und lassen uns bewusst viel Zeit, weil wir das gut aufbereiten wollen“, sagte die Architektin, Stadtplanerin und Juristin. In der Planungswerkstatt, deren Auftaktveranstaltung am Freitag, 29. Juni, stattfindet, können Bürger Ideen entwickeln und konkret ausarbeiten. „Alle, die teilnehmen wollen, werden auf einen Informationsstand gebracht“, erläuterte Utz. Im Anschluss solle es drei Tische mit jeweils 15 Bürgern und unterschiedlichen Planern geben. „Am Ende der Veranstaltung einigen wir uns auf die Ziele, die der beauftragte Planer (Anm. d. Red.: Architekt Klaus Kehrbaum) umsetzen soll.“

Auch Stadträte sind laut Stephanie Utz zur Planungswerkstatt eingeladen. „Ich habe aber festgestellt, dass es Sinn macht, wenn die Bürger an den Tischen diskutieren und Sie beobachten“, sagte sie in die Runde.

Walter Büttner (SPD) äußerte seine Bedenken, dass sich immer die gleichen Bürger beteiligen. Alle Bürger seien willkommen, es sollen aber auch bewusst Interessensvertreter, Kinder, Jugendliche und Senioren eingeladen werden, betonte Utz. Vorab will Bürgermeister Michael Müller außerdem mit den Fraktionssprechern oder Stadträten die Ortsteile besuchen. „Damit wir an Leute rankommen, die nicht in solchen Veranstaltungen sind“, sagte er.

Zu Beginn der Sitzung hatte Müller klargestellt, dass viele Punkte aus dem Stadtleitbild umgesetzt und abgearbeitet worden sind, etwa Hallenbad und Bewegungsparcours. Andere Projekte wie der Kultur- und Naturlehrpfad oder die Verlegung der Bundesstraße laufen. „Wir arbeiten mit voller Energie daran, dass das Stadtleitbild sukzessive umgesetzt wird.“ Es würden viele Ziele darin stecken. Das einzige Problem: „Es ist ein buntes Sammelsurium an ,Wünsch-dir-was‘, das in der Vielfalt nicht umgesetzt werden kann“, so der Bürgermeister. Mit der professionellen Moderation und Begleitung der Bürgerbeteiligung zur „Neuen Mitte „sind wir auf einem sehr guten Weg“.

Was nun aus dem Lenkungsausschuss des Leitbild-Prozesses wird, wollte Günther Fuhrmann (FDP) wissen. Dazu Müller: „Wir befinden uns seit vier Jahren in einem laufenden Prozess, das führen wir natürlich fort. Es gibt keine Stadt im Landkreis, die so viel Bürgerbeteiligung macht wie Geretsried.“

Der Stadtrat beschloss das Konzept zur Bürgerbeteiligung einstimmig. Utz: „Das ist ein wichtiges Signal.“ Sie betonte, dass wichtig sei, dass der Stadtrat Ideen der Bürgerbeteiligung mitträgt. „Meiner Erfahrung nach kommen gute Ergebnisse heraus.“

Die Mediatorin und Moderatorin bezeichnete sich in ihrer Vorstellung selbst als „Kind der Verwaltung“ und „Ausbildungsjunkie“. Sie studierte neben ihrem Beruf im Stadtplanungsamt in Regensburg Jura und wurde später Bürgermeisterin und Baudezernentin in Ravensburg. „Dort hatte ich mein eigenes Stuttgart 21 und merkte, wie wichtig Moderation und Bürgerbeteiligung sind“, so Utz. Inzwischen begleitet sie freiberuflich Kommunen und Firmen in deren Entwicklung. Ihr Unternehmen heißt „Sinnwerkstadt“.

Der Terminplan

Der Stadtrat bespricht im März intern, welche Ziele ihm beim Projekt „Neue Mitte“ wichtig sind. Unter dem Titel „Dein Geretsried – Dialog direkt“ wollen Bürgermeister, Fraktionssprecher oder einzelne Stadträte im April gezielt Geretsrieder und Geltinger ansprechen: in Gelting am Samstag, 7. April, von 10 bis 12 Uhr; am Neuen Platz am Freitag, 13. April, von 16 bis 18 Uhr; in Stein am Samstag, 14. April, von 10 bis 12 Uhr; auf dem Grünen Markt am Dienstag, 17. April, von 10 bis 12 Uhr; am Johannisplatz am Donnerstag, 26. April, von 16 bis 18 Uhr. Beispiele zur Stadtentwicklung können Interessierte bei einer Busfahrt am Samstag, 12. Mai, vor Ort ansehen. Die Details werden noch ausgearbeitet. 

Auftaktveranstaltung der Planungswerkstatt ist am Freitag, 29. Juni. Die Planungswerkstatt findet am Tag darauf statt. Zur Anmeldung für die Planungswerkstatt gibt die Stadt Geretsried noch detaillierte Informationen bekannt.

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