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Die neue Asylunterkunft am Schulzentrum.

Mit 1000 Flüchtlingen hatte Geretsried gerechnet

Stadt stoppt Pläne für Asylunterkunft an Jeschkenstraße

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Geretsried – Mit 1000 Flüchtlingen hatte die Stadt Geretsried bis Ende dieses Jahres gerechnet. Nun erscheint es fraglich, ob die geplanten Unterkünfte auf der Böhmwiese überhaupt noch gebraucht werden. Ein privates Projekt an der Jeschkenstraße hat die Stadt am Dienstagabend vorerst gestoppt – aus anderen Gründen.

Noch hat das Landratsamt die offiziellen Zahlen nicht nach unten korrigiert. Demnach werden bis Ende des Jahres knapp 5000 Flüchtlinge im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen erwartet. 20 Prozent davon, also etwa 1000 Menschen, müsste nach der Gemeindequote die Stadt Geretsried aufnehmen. Aktuell sind in der Asylbewerberunterkunft am Robert-Schumann-Weg sowie in verschiedenen Wohnungen im Stadtgebiet rund 175 Menschen untergebracht.

Auch wenn die Flüchtlingszahlen seit der Schließung der Balkanroute stark rückläufig sind – aus Sicht von Bürgermeister Michael Müller „besteht noch keine Veranlassung, von einer Entspannung zu reden, weil niemand absehen kann, wie es weitergeht“. Zugleich bestätigt der Rathauschef, dass die Stadt ihre Pläne für eine Behelfsunterkunft auf der Böhmwiese vorerst „gebremst“ hat. Ab diesem Jahr sollten drei Gebäude mit etwa 300 Plätzen gebaut werden. Insgesamt sechs Millionen Euro wurden dafür im Haushalt eingeplant. Inzwischen überlegt man im Rathaus, ob auch kleinere Objekte im Stadtgebiet für eine Unterbringung ausreichen. „Wir halten uns beide Optionen offen“, sagt Müller. „Wir werden sehen, wie sich die Asylzahlen weiter entwickeln.“

Wie berichtet baut der Landkreis derzeit in Geretsried zwei Asylbewerberunterkünfte, die im Mai bezugsfertig sein sollen: Hinter dem Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße entsteht in Holzbauweise ein Flüchtlingsheim für etwa 250 Menschen (siehe auch Kasten). Zudem werden in der ehemaligen Filigran-Halle an der Blumenstraße Wohncontainer für rund 145 Menschen aufgestellt.

Eine dritte, allerdings privat finanzierte Unterkunft mit etwa 185 Plätzen ist an der Jeschkenstraße 14a, direkt neben der Firma Eisenblätter geplant. Als Investor tritt die Vitalis Grundbesitz GmbH mit ihrem Geschäftsführer Markus Daniel auf. Betreiben soll das Heim Alexander El Naib, Inhaber der 2-rent group, die im Raum München so genannte Boardinghäuser unterhält. Das Image der Firma ist seit einigen Jahren angekratzt. Der Name wird von Politikern und Medien regelmäßig mit „Mietwucher“ in Verbindung gebracht.

Am Dienstagabend stand das Thema überraschend auf der Tagesordnung des Entwicklungs- und Planungsausschusses. Der Investor hat für die bis dato auf fünf Jahre befristete Flüchtlingsunterkunft eine unbefristete Genehmigung beantragt, was die Stadt aber ablehnt. Nun droht das Landratsamt, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen. Dagegen setzt sich die Stadt zur Wehr. Sie fürchtet eine dauerhafte Wohnnutzung auf dem Grundstück und dadurch „eine schleichende Aushöhlung des Gewerbegebiets“, wie es Bürgermeister Müller formulierte. Der Ausschuss beschloss deshalb einstimmig, für das Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen, der Anlagen für soziale Zwecke ausschließt. Für das Vitalis-Grundstück soll eine Veränderungssperre erlassen werden.

Schulen laden zu Infoabend ein

Zur neuen Asylbewerberunterkunft am Schulzentrum (Foto: sh) veranstalten das Gymnasium und die Realschule einen gemeinsamen Informationsabend. Dieser findet am Donnerstag, 28. April, von 19 bis 21 Uhr in der Aula statt. Eingeladen sind alle Eltern, Schüler sowie die näheren Anrainer der Schulsportanlage.

Folgende Fragen sollen laut Einladung im Mittelpunkt des Abends stehen: Was haben Menschen erlebt, die nun bei uns Asyl beantragen? Was braucht es, damit Integration und Nachbarschaft gelingen? Wie können wir zu einer toleranten, wertschätzenden Atmosphäre auf beiden Seiten beitragen? Nach einem Grußwort von Bürgermeister Michael Müller werden Thomas Bigl und René Beysel vom Landratsamt über die aktuelle Situation berichten. Danach referiert Suzan Jarrar von der Fachstelle für Integration der Stadt über die Arbeit des Helferkreises.

Die Elternbeiräte tragen die gesammelten Fragen und Anliegen der Eltern vor. Die Schulleiter und Lehrkräfte informieren über geplante Aktivitäten. Wer Fragen zu der Unterkunft hat, kann sie über die Klassenelternsprecher, die Elternbeiräte oder die Schulleitungen an Landratsamt, Stadt und Helferkreis weiterleiten. Die Fragen werden gebündelt und am Info-Abend geklärt.

sas

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