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126 Sicherheitswachten gibt es inzwischen in Bayern. In Geretsried kommt bald eine neue dazu.

22:8 Stimmen

Stadtrat beschließt: Geretsried bekommt Sicherheitswacht

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Es gab Diskussionen, einige Stadträte waren dagegen: Doch letztlich stimmten 22 Gremiumsmitglieder für die Einrichtung einer Sicherheitswacht. 

Geretsried – Auch in der größten Stadt des Landkreises sollen künftig Ehrenamtliche Präsenz zeigen. „Es ist nicht so, dass wir in Geretsried ein Sicherheitsproblem haben oder keine gute Polizei“, betonte Polizeipräsident Robert Kopp. Beim Einsatz der Sicherheitswacht gehe es vielmehr um Gefühle. „Sie ist eine Ergänzung zur Polizei und kostet nichts.“

Polizeipräsident Kopp und Franz Schöttl, Leiter der Geretsrieder Inspektion, stellten das Konzept der Sicherheitswacht dem Stadtrat am Dienstag vor und empfahlen, dieses auch in Geretsried umzusetzen. Unter den Stadträten war die Notwendigkeit einer Ergänzung zur Polizei umstritten. Mit 22:8 Stimmen beschlossen sie nach einer ausführlichen Diskussion und den Kritikern zum Trotz, eine Sicherheitswacht einzurichten. Zusätzlich möchte die Stadt eine Kampagne für mehr Zivilcourage starten. Denn es war die Sorge einiger Stadträte, dass sich die anderen Bürger zurücklehnen, wenn es eine Sicherheitswacht gibt.

„Wir wollen nicht, dass sich die Zivilbürgerschaft in Gefahr bringt, sondern die 110 wählt“, hatte Kopp in seinem Vortrag über die Sicherheitswacht erklärt. Doch hinzuschauen und die Polizei zu rufen, sei heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Hier soll die Sicherheitswacht Abhilfe schaffen. „Es muss uns allen bewusst sein, dass es Bürgeraufgabe ist, sich einzumischen“, wünschte sich Stadträtin Sonja Frank (Freie Wähler) mehr Zivilcourage.

Die Mitglieder der Sicherheitswacht dürfen – wie jeder andere Bürger auch – Straftäter, die sie auf frischer Tat ertappen, bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Zusätzlich haben die Ehrenamtlichen die Befugnis, Personalien festzustellen und Platzverweise zu erteilen. Die Bewerber werden sorgfältig ausgewählt, 40 Stunden lang ausgebildet und stehen bei ihren Einsätzen per Funk immer in Verbindung mit der Polizei, erklärte Schöttl. Je nachdem, wie viel Zeit sie haben, gehen sie abends oder anlassbezogen auf Streife. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Sicherheitswachtler acht Euro pro Stunde.

Vor knapp zwei Jahren hatte der Geretsrieder Stadtrat bereits über den Einsatz einer Sicherheitswacht diskutiert. Damals war man zu dem Schluss gekommen, darauf angesichts einer nicht besonders angespannten Gefährdungslage zu verzichten. Die Stadt wollte aber beobachten, wie sich das Konzept in anderen Städten bewährt. 109 Frauen und Männer seien inzwischen an 15 Standorten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Einsatz, so Kopp. Bayernweit gebe es 126 Sicherheitswachten. „Sie können es ausprobieren und wieder aufhören, wenn es wirklich nicht funktioniert. Aber das ist noch nie geschehen“, sagte der Polizeipräsident. Auch CSU-Bürgermeister Michael Müller berichtete, er habe sich auf dem Christkindlmarkt in Wolfratshausen davon überzeugt, dass der Einsatz der Sicherheitswacht gut angelaufen ist. „Das ist ein Erfolgsmodell“, bestätigte Wolfgang Möckel (CSU) von Gesprächen mit den Kollegen in der Nachbarstadt.

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Dr. Sabine Gus-Mayer (CSU) sorgte sich um die Frage der Haftung. „Die Ehrenamtlichen sind über den Staat versichert, und ihre Kleidung wird immer wieder ersetzt“, erläuterte Kopps Mitarbeiter Christian Bertlein. Er wisse jedoch nur von einem aufgeschürften Knie, wobei die Polizei bei diesem Einsatz bereits vor Ort war.

„Bis vor ein paar Wochen hätte ich dagegen gestimmt“, erklärte Hans Ketelhut (CSU). Die Sicherheitswacht könne aber helfen, die „neue Wohnstube“ – aktuell wird bekanntlich der Karl-Lederer-Platz hergerichtet – sauber zuhalten. In Sachen Vandalismus sah auch Ewald Kailberth (CSU) Vorteile, zum Beispiel auf dem TuS-Gelände. Gerhard Meinl (CSU) plädierte ebenfalls dafür, der Polizei zu folgen. „Allein die Tatsache, dass sie hier ist und das präsentiert, zeigt, dass sie Interesse daran hat. Ich weiß nicht, wie man das in Frage stellen kann“, sagte der Dritte Bürgermeister.

Walter Büttner (SPD) kritisierte die Sicherheitswacht scharf. Er zitierte aus der Bayerischen Staatszeitung, wonach sie eine „Nullnummer“, ein „Placebo“ und eine „zusätzliche Belastung für die Polizei“ sei. Lorenz Weidinger (FW) sah keinen Bedarf, und Volker Witte (Grüne), meinte, er hätte in den 15 Jahren Arbeit im „Brennpunkt Stein“ nie Probleme gehabt. „Es ist nur eine Frage, wie man mit den Leuten umgeht.“ Dominik Irmer (FW) forderte mehr Streetworker. Er, Büttner, Weidinger, Witte sowie Edith Peter, Kerstin Halba (beide SPD), Beate Paulerberg, Dr. Detlev Ringer (beide Grüne) stimmten gegen die Einrichtung einer Sicherheitswacht.

sw

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