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Platz da: Die Bauarbeiten auf dem Karl-Lederer-Platz in Geretsried sind in vollem Gange.

Stadtrat entscheidet über Bürgerbegehren

Stadtzentrum im Überblick: Von der Planung bis zum Proteststurm

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Der Stadtrat fällt an diesem Dienstag die Entscheidung: Ist das Bürgerbegehren gegen die Neubaupläne am Karl-Lederer-Platz zulässig oder nicht? Ein Überblick zeigt: Der Protest kam spät, aber gewaltig.

Geretsried Die Bagger haben die Mauern der Hausnummern 14, 16, 18 und 20 am Karl-Lederer-Platz fast vollständig abgetragen. Die Spundwandramme steht bereit, um alles für die Baugrube vorzubereiten. Die Maßnahmen für das neue Zentrum haben begonnen: Das Familienunternehmen Krämmel baut das Wohn- und Geschäftshaus „Puls G“, daneben entsteht das „Centrum 20“ des Investors Projekt KLP UG.

Schräg gegenüber muss der Stadtrat an diesem Dienstag entscheiden, ob er das Bürgerbegehren gegen all dies zulässt. Die Initiatoren wollen das Ausmaß der Bebauung reduzieren. Den Bedenken der Bürger, so argumentieren sie, seien im beschleunigten Genehmigungsverfahren zu wenig Beachtung geschenkt.

2015

Im Jahr 2015 beginnt der Entwicklungsprozess des Zentrums. Damals sind 13 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche auf dem sogenannten Lorenz-Areal und weitere 7000 bis 9000 Quadratmeter auf der Böhmwiese vorgesehen. „Damit hätten wir in der T-Zone von Karl-Lederer-Platz und Egerlandstraße alles platt gemacht“, begründet Bürgermeister Michael Müller das Vorgehen, den Bereich um das Rathaus zu stärken.

15. März 2016

Der Stadtrat stellt für drei Großprojekte einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf: Für das Projekt „Puls G“ am Karl-Lederer-Platz 14 bis 18, für den Neubau der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße 58 bis 74 sowie für den Wohnungsbau auf dem ehemaligen Lorenz-Areal. Die Vorhaben hängen eng zusammen, da die Häuser an der Egerlandstraße erst abgerissen werden können, wenn Ersatzwohnraum geschaffen ist. Über einen möglichen Querbau mit sieben Stockwerken am Karl-Lederer-Platz müssen noch Verhandlungen geführt werden. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Projekt „Centrum 20“ am Karl-Lederer-Platz 20 wird am 19. April aufgestellt.

26. April 2016

Bürgermeister Michael Müller wirbt in einer Sitzung um „Mut zur Veränderung“. Manchen Stadträten ist die angedachte Bebauung zu massiv.

31. Mai 2016

Dritter Bürgermeister Gerhard A. Meinl (CSU) entscheidet in der Vertretungszeit, den Bebauungsplan für das Lorenz-Areal nicht wie die anderen im beschleunigten Verfahren, sondern im Regelverfahren durchzuziehen, da es hier auch um naturschutzrechtliche Belange geht.

6. Juni 2016

Die vorzeitige Bürgerbeteiligung beginnt mit der Auslegung der Bebauungspläne.

7. Juni 2016

Architekt Klaus Kehrbaum informiert rund 70 Besucher bei einer Bürgerversammlung über die Pläne im Stadtzentrum.

18. Oktober 2016

Nach der Auslegung des Bebauungsplans für das Projekt „Puls G“ behandelt der Entwicklungs- und Planungsausschuss (EPA) fast 40 Stellungnahmen. Aufgrund der hohen Anzahl an Einwendungen wird der Plan überarbeitet und erneut ausgelegt.

31. Januar 2017

Architekt Klaus Kehrbaum erklärt in der Stadtratssitzung, dass der Bau einer zentralen Tiefgarage mit 400 Stellplätzen, die sich vom Karl-Lederer-Platz bis zu Egerlandstraße zieht, möglich ist.

7. Februar 2017

Nachdem der Bebauungsplan des Projekts „Puls G“ zum zweiten Mal auslag, behandelt der EPA erneut 40  Stellungnahmen. Die Projekt KLP UG gibt bekannt, dass sie sich mit der Krämmel Familien GbR geeinigt hat. Die Häuserzeile wird in Zusammenarbeit abgebrochen und neugebaut.

4. März 2017

Die Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz organisiert eine Demonstration im Stadtzentrum. Luftballons verdeutlichen die Ausmaße der neuen Bebauung. Parallel dazu informieren Stadt und Investoren im Rathaus über die Pläne und zeigen ein Modell des künftigen Zentrums.

13. März 2017

Die Gegner des geplanten Krämmel-Baus geben 1266 gesammelte Unterschriften im Rathaus ab – als Stimmungsbild nicht als Bürgerbegehren.

27. März 2017

Knapp 80 Bürger und öffentliche Stellen nehmen schriftlich Stellung zur dritten und letzten Auslegung des Bebauungsplans für die Grundstücke am Karl-Lederer-Platz 14 bis 18. Die meisten Einwände betreffen die Grundwassersituation. Sie werden im EPA behandelt. Die Stadt kündigt ein Grundwassermanagement an. Eva Eberhardt von der IG Karl-Lederer-Platz kritisiert, dass Einwände „wieder nur durchgewunken und abgenickt“ wurden und kündigt ein Bürgerbegehren an.

28. März 2017

Der Stadtrat fällt mit 26 von 29 Stimmen den Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt „Puls G“. Volker Reeh und Sabine Lorenz (beide CSU) sowie Arthur Wolfseher (SPD) stimmen dagegen. Der Plan wird mit der öffentlichen Bekanntmachung am 10. Mai rechtskräftig.

24. April 2017

Der Abbruch der Gebäude am Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 beginnt.

25. April 2017

Der Stadtrat beschließt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt „Centrum 20“ zur Satzung.

13. Mai 2017

Die IG Karl-Lederer-Platz beginnt, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Sie fordern, die vorhabenbezogenen Bebauungspläne der Stadt aufzuheben und erneut in den Planungsprozess einzusteigen. Darin soll die vorgesehene Höhe des Krämmel-Turms von rund 27 Metern auf ein ortsverträgliches Maß reduziert werden und die Größe des Karl-Lederer-Platzes erhalten bleiben.

15. Mai

Der Abbruch des Gebäudes Karl-Lederer-Platz 20 beginnt.

22. Mai

Dritter Bürgermeister und Jurist Meinl erklärt in einem Leserbrief, dass das Bürgerbegehren irreführend ist. „Das Bürgerbegehren wendet sich gegen einen rechtskräftigen Bebauungsplan, gegen eine bekanntgemachte Satzung, womit Baurecht entstanden ist“, schreibt er. „Es fordert ein Aufhebungsverfahren und zielt somit auf eine rechtlich nicht zulässige Maßnahme.“ Bürgermeister Müller will sich vor der Entscheidung des Stadtrats dazu nicht äußern.

22. Mai 2017

Das Landratsamt erteilt dem Familienunternehmen Krämmel die Baugenehmigung für das Projekt „Puls G“.

23. Mai 2017

Das Landratsamt erteilt der Projekt KLP UG die Baugenehmigung für das Projekt „Centrum 20“.

1. Juni

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens geben 2436 Unterschriften im Geretsrieder Rathaus ab.

8. Juni

Die Stadtverwaltung teilt den Initiatoren des Bürgerbegehrens mit, dass nach Prüfung der Listen die nötige Anzahl von 1563 Unterschriften erreicht wurde.

27. Juni

Der Stadtrat entscheidet über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens und damit einen möglichen Bürgerentscheid zur baulichen Entwicklung des Stadtzentrums.

Sitzung

Die öffentliche Sitzung des Stadtrats beginnt an diesem Dienstag um 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal.

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