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Ludwig Schmid hält nächstes Wochenende wieder als Bruder Barnabas die Fastenpredigt beim Starkbieranstich der Gartenberger Bunkerblasmusik.

„Sehe keinen Grund aufzuhören“

Starkbieranstich: Bruder Barnabas liest Geretsriedern die Leviten

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Nach dem Nockherberg ist vor dem Starkbieranstich in Gartenberg. Am Wochenende liest Ludwig Schmid als Bruder Barnabas der Geretsrieder Lokalprominenz die Leviten. Ans Aufhören denkt er nicht. 

Geretsried – Am Freitag und Samstag, 9. und 10. März, lädt die Gartenberger Bunkerblasmusik wieder in die Ratsstuben ein. Statt Luise Kinseher als Mutter Bavaria wird Ludwig Schmid als Bruder Barnabas der Lokalprominenz die Leviten lesen. Was und wer heuer derbleckt wird, hat Redakteurin Susanne Weiß den Fastenprediger vorab gefragt.

-Herr Schmid, Luise Kinseher hat nach acht Jahren verkündet, dass sie als Mama Bavaria aufhört. Erwartet uns nächstes Wochenende auch so eine Überraschung?

So lange ich gefragt werde, mache ich das. Ich sehe keinen Grund aufzuhören.

-Sie schlüpfen zum 14. Mal in die Rolle des Bruder Barnabas. Ist das nach so vielen Jahren überhaupt noch eine Herausforderung?

Ja, es ist immer eine Herausforderung – auch wenn sich die Art der Herausforderung im Laufe der Jahre gewandelt hat. Heute ist es schwierig, die langwierigen Themen, die mich schon ewig begleiten, immer wieder neu zu verpacken.

-Wobei Geretsried ja Ende des Jahres viele Themen auf der Liste abgehakt hat. Gibt es da noch etwas zum Ermahnen?

Absolut. Das Hallenbad steht noch nicht, das Eisstadion hat noch kein Dach, das Zentrum ist nicht fertig, und die S-Bahn fährt auch noch nicht. Die Stadt war schon oft nah dran, aber so lange es noch nicht steht oder fährt, bin ich zurückhaltend. Ich glaube zwar, dass viele Sachen in absehbarer Zeit ein Ende finden, aber das ist Zukunft, nicht Gegenwart.

-Sind das auch die Themen, die in Ihrer Fastenpredigt vorkommen?

Das kann ich noch nicht sagen, weil es sie ja noch nicht gibt. Aber wie ich mich kenne, kommen die Themen schon vor.

-Also schreiben Sie die Predigt wie immer erst zwei Tage vorher?

Man sammelt natürlich schon übers ganze Jahr. Wobei sich die ersten bereits beim vergangenen Starkbierfest für heuer qualifiziert haben. Eigentlich notier’ ich immer mal wieder etwas auf Karteikärtchen. Vor dem Starkbierfest wird dann alles zu einem großen Teppich zusammengestrickt. Ich schreibe die Fastenpredigt immer in einem Guss.

-Auf einmal? Da sitzen Sie sicher lang!

Ja, sechs Stunden brauche ich für die erste Fassung der Fastenpredigt schon. Aber dafür muss ich nicht viel auswendig lernen, wenn alles noch so präsent ist.

-Auch wenn die Fastenpredigt noch nicht steht: Setzen Sie heuer nochmal einen drauf? Vergangenes Jahr mussten ja einige Politiker ganz schön schlucken.

Das entsteht tatsächlich erst beim Schreiben. Ich geh’ nie mit dem Anspruch rein, noch einen draufzusetzen. Ob die Fastenpredigt schärfer oder humoriger als 2017 wird, zeigt sich dann erst. Ich gebe zu: Meine Laune an dem Tag spielt schon eine Rolle.

-Haben Sie denn einen Lokalpolitiker auf dem Zettel, dem Sie etwas mitteilen wollen?

Eigentlich will ich nie einem Politiker etwas mitteilen. Ich sehe mich nicht als moralischen Oberlehrer. Es geht darum, dem Publikum eine Freude zu bereiten. Man darf auch nicht vergessen: Bruder Barnabas ist eine Kunstfigur. Auch wenn mich viele mit ihm identifizieren, das bin nicht ich. Wenn ich eher für B bin, die Mehrheit des Publikums aber A hören will, dann sage ich A. Es fällt aber vielen schwer, das zu unterscheiden.

-Dann müssen Sie sich nach einer scharfen Fastenpredigt sicher viel anhören.

Dass jemand direkt mit mir geredet hat, ist bisher nicht vorgekommen. Wenn ich eine Sache angesprochen habe, die jemanden direkt betroffen hat und ihm das nicht gefallen hat, hat er mir das immer über Dritte zukommen lassen. Es hatte noch niemand den Arsch in der Hose, mich persönlich darauf anzusprechen.

-Zum Schluss: Die Gartenberger Bunkerblasmusik probt schon fleißig, oder?

Ja, nach der Weihnachtszeit bereiten wir uns in den wöchentlichen Proben immer auf das Starkbierfest vor. Unser musikalischer Stargast ist heuer ein weiblicher Weltstar, der auch den jüngeren Gästen noch bekannt sein dürfte. Darauf freuen wir uns schon. Bis es losgehen kann, haben wir aber noch einiges zu tun. Das Pfund-Sageln muss schließlich auch vorbereitet werden.

Restkarten

Das Starkbierfest beginnt am Freitag und Samstag, 9. und 10. März, jeweils um 19 Uhr in den Ratsstuben (Einlass ab 18 Uhr). Die Veranstaltung am Samstag ist bereits ausverkauft, für Freitag gibt es noch Restkarten. Der Eintritt kostet 7,99 Euro. Kartenvorverkauf bei Ingrid Hammerschmied (Telefon 0 81 71/ 6 43 30) oder Marlies Effenberger (Telefon 0 81 71/66 03). An beiden Tagen gibt es eine Abendkasse.

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