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„Einbrecher“ waren redliche Handwerker

Straftat vorgetäuscht: Rentnerin steht vor Gericht

Geretsried/Wolfratshausen – Eine Rentnerin steht vor Gericht: Sie soll eine Straftat vorgetäuscht haben. Vermeintliche "Einbrecher" waren redliche Handwerker.

Als sie aus dem Urlaub zurückkommt und in ihren Keller will, lässt sich das Vorhängeschloss nicht mehr schließen. Die Geretsriederin (66) vermutet, dass sich Einbrecher während ihrer Abwesenheit daran zu schaffen gemacht haben und erstattet Anzeige. Nun musste sich die Rentnerin wegen Vortäuschens einer Straftat vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft war der Ansicht: Als die 66-Jährige bei der Polizeiinspektion Geretsried meldete, dass ihr Kellerabteil aufgebrochen worden sei, habe die Frau gewusst, dass das Schloss nach Reparaturarbeiten ausgetauscht worden war.

Die Angeklagte konnte sich zu dem Vorfall nicht äußern, weil sie den Termin zur Verhandlung verpasste. Erst eine Stunde später stand sie etwas verdattert vor der Tür zum Sitzungssaal. Doch da war die Sache bereits geregelt worden. Tatsächlich war es in dem Haus, das zu einem Teil der Angeklagten gehört, bei Renovierungsarbeiten zu einem Wasserschaden gekommen. Da sich der Haupthahn in ihrem Kellerabteil befand, mussten die Handwerker das Schloss mittels eines Dietrichs öffnen, wie der verantwortliche Gas- und Wasserinstallateur in seiner Zeugenaussage bestätigte.

Ein weiterer Hauseigentümer habe dazu telefonisch die Erlaubnis erteilt. „Er hat auch gewusst, dass das Schloss dabei kaputt ging“, so der Zeuge. „Er sagte: Das macht nichts, das tausche ich aus.“ Die Miteigentümerin habe er darüber jedoch in Unkenntnis gelassen, behauptete Rechtsanwalt Manfred Fuchs, der die abwesende Angeklagte vor Gericht vertrat. Erst an dem Tag, als die Polizei sich auf Bestreben seiner Mandantin das beschädigte Schloss anschaute, habe sich der Mann geäußert.

„Für mich ist sie deshalb nicht aus der Verantwortung. Sie wusste zumindest, das Handwerker im Keller waren“, sagte dazu die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie erklärte sich aber damit einverstanden, dass Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 1000 Euro an den Caritas-Kindergarten in Geretsried einzustellen. Der Strafbefehl, der gegen die Rentnerin erlassen worden war, enthielt eine Geldstrafe von 3000 Euro.

von Rudi Stallein

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