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31-Jähriger vor Gericht

Sturzbetrunken Auto gefahren: 2000 Euro Strafe

Geretsried/Wolfratshausen Sein Denkablauf: sprunghaft. Seine Stimmung: euphorisch. Gut drauf war ein 31 Jahre alter Maschinenbauer, der sich am 19. April in Geretsried einem Alkoholtest unterziehen musste. Aber er war nicht leicht angeheitert, wie man vermuten könnte – der Mann war sturzbetrunken.

Gegen 1.45 Uhr hatte die Polizei den Autofahrer aus Bad Heilbrunn auf dem Breslauer Weg in Geretsried gestoppt. Er hatte 2,97 Promille Alkohol im Blut. Dem Richter, vor dem er sich nun wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verantworten musste, war es ein Rätsel, „wie man mit so viel Alkohol überhaupt noch sein Auto finden, starten und dann auch noch lenken kann“.

Dem Angeklagten, der mit seinen knapp drei Promille die Spitzenposition unter den Trunkenheitfahrten einnimmt, die in diesem Jahr bisher am Wolfratshauser Amtsgericht verhandelt wurden, war das sichtlich unangenehm. „So was habe ich noch nie gehabt – es ist mir peinlich“, sagte er kleinlaut. An jenem Tag sei er in München auf einer Geburtstagsfeier gewesen. Das Auto hatte er bei einem Freund in Geretsried geparkt. Warum er sich zu später Stunde noch hinters Steuer gesetzt hatte, nachdem er mit der S-Bahn von München gekommen und mit dem Taxi weiter nach Geretsried gefahren war, konnte der 31-Jährige nicht erklären.

Er trinke gerne Bier, erläuterte der Beschuldigte auf die Frage von Richter Helmut Berger nach seinen Trinkgewohnheiten. Diese Antwort verwunderte den Richter noch mehr. „Nur Bier?“, fragte er zurück. „Das muss man sich mal vorstellen, was man da in sich reinschütten muss, um auf so einen Wert zu kommen“, sagte Berger leicht ungläubig. „Man fragt sich oft, was manche Leute vertragen können.“

Der Richter verurteilte den 31-Jährigen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro. Auf seinen Führerschein muss der Heilbrunner insgesamt 14 Monate verzichten.

von Rudi Stallein

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