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Ideensammlung: Im November vergangenen Jahres fand eine Begehung des Stadtzentrums statt. Daran nahmen unter anderem Bürgermeister Michael Müller (li.) und Architekt Klaus Kehrbaum teil.

Pläne für Zentrumsneugestaltung vorgestellt

Große Supermärkte wollen ins Geretsrieder Zentrum

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Geretsried – Architekt Klaus Kehrbaum stellt im Entwicklungsausschuss seine Pläne für die geplante Zentrumsneugestaltung vor

Große Lebensmittelmärkte bekommen Platz im Stadtzentrum. Damit widersetzt sich Geretsried dem Trend, die Vollsortimenter außerhalb in Gewerbegebieten anzusiedeln. Das geht aus den Plänen für die geplante Zentrumsneugestaltung hervor, die immer konkreter werden. Die Familie Krämmel plant für ihren Neubaukomplex am Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 eine Mischung aus Geschäfts- und Wohnhaus, dasselbe hat die Baugenossenschaft mit ihrer Häuserzeile an der Egerlandstraße 58 bis 74 vor. Im Entwicklungs- und Planungsausschuss berichtete Architekt Klaus Kehrbaum über den aktuellen Sachstand.

Die Pläne für den Karl-Lederer-Platz

Die Innenstadtsanierung steht seit Jahren auf der Agenda. Aufgrund der Eigentumsverhältnisse umfassten die bisherige Pläne der Familie Krämmel nur einen Teil der Häuserzeile am Karl-Lederer-Platz. Der Erwerb eines angrenzenden Gebäudes und die vom Stadtrat angestrebte Überarbeitung des Bebauungsplans in der so genannten T-Zone Egerlandstraße/Karl-Lederer-Platz haben eine neue Dynamik in das Verfahren gebracht.

Neue Parkflächen sollen in der T-Zone Egerlandstraße/Karl-Lederer-Platz vorwiegend durch Tiefgaragen geschaffen werden. Die Pläne der Stadt sehen laut Kehrbaum eine eingeschossige zentrale Parkgarage unter dem Karl-Lederer-Platz vor. Ein Haupttreppenhaus soll direkt auf den Platz führen, die unterirdische Erschließung für die Autos würde parallel zur oberirdischen Straße verlaufen. In Modulen könnten Immobilienbesitzer ihre Tiefgaragen anschließen.

Unter dem Bauvorhaben der Familie Krämmel könnten laut Architekt Klaus Kehrbaum 70 Stellplätze entstehen. Unter dem Karl-Lederer-Platz wäre nochmal so viel Platz.

Die Baugenossenschaft (BG) will an der Egerlandstraße 58 bis 74 ebenfalls eine Tiefgarage mit 100 Plätzen bauen. In einem Parkdeck im ersten Obergeschoss des Neubaus könnten auf drei Ebenen weitere 240 Stellplätze geschaffen werden. An der Straße vor dem Wohnblock ist angedacht die Stellplätze zu drehen, so dass im rechten Winkel zur Straße geparkt wird, wie es an der Egerlandstraße meist schon der Fall ist. Von der Autodurchfahrt zur Starleiten möchte sich die BG verabschieden. Nur eine Fußgängerpassage soll bleiben. Kehrbaum: „Das erhöht die Aufenthaltsqualität.“

Zusätzliche Autos beeinflussen auch die Verkehrsführung. Die Ströme an der B 11-Zufahrt am Rathaus seien kritisch, sagte Kehrbaum. Denkbar wäre dort die Installation einer Ampel.  dor

Die Familie Krämmel möchte ihre Immobilien abreißen und einen neuen Gebäudekomplex bauen. Im Erdgeschoss soll ein Vollsortimenter mit 1800 Quadratmetern Fläche unterkommen. Es sei „ein Geschenk“ für das Zentrum, so Kehrbaum, dass für die Räume zwei Supermarktketten Interesse zeigen würden. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes sollen Dienstleister einziehen, ähnlich wie beim gegenüberliegenden Baugenossenschaftszentrum (BGZ). Darüber, vom zweiten bis sechsten Obergeschoss, sind Wohnungen geplant. Statt Balkonen sollen sie nach innen gesetzte Loggias bekommen. Die Fassade wird laut Kehrbaum noch entwickelt, die ersten Entwürfe zeigen Flachdächer.
 
Das Gebäude mit der Hausnummer 20 gehört der Unternehmergemeinschaft KLP. Auch sie plant zeitnah den Abriss ihres Hauses für einen Neubau und hat deswegen mit der Stadt Kontakt aufgenommen. So wie es die Krämmels im Dezember getan haben, beantragt KLP die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, dass die Verwaltung mit der Unternehmergemeinschaft Verhandlungen über einen Vorhaben- und Erschließungsplan aufnimmt.
 
Baugenossenschaft plant an der Egerlandstraße
 
Die Baugenossenschaft möchte ihren Wohnblock an der Egerlandstraße 58 bis 74 durch einen Neubau ersetzen. Über die Funktionalität hat man sich laut Kehrbaum bereits Gedanken gemacht: Auch hier findet im Erdgeschoss ein Vollsortimenter Platz. Darüber kommen Dienstleister, dann drei Wohnetagen und darüber eventuell Penthouse-Woh-nungen. Das Gebäude soll ähnlich wie das BGZ aussehen, mit Innenhof über dem Erdgeschoss. Statt den bisherigen 70 würden in dem Komplex noch 40 Wohnungen untergebracht. Zahlreiche Parkflächen möchte die Baugenossenschaft durch ein Parkdeck und eine Tiefgarage schaffen. Die soll es auch am Karl-Lederer-Platz geben.d

dor

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