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Das schmeckt lecker: Eine Tasse Glühwein ließen sich diese Besucher der Steiner Weihnachtsfeier schmecken.

Multikultureller Advent

Tänze und Tschebureki

Geretsried - Ausländische Mitbürger beteiligen sich immer öfter an der Weihnachtsfeier in Stein.

Es gibt russische Tänze und Tschebureki, das sind krimtatarische, fleischgefüllte Teigtaschen. In einem Topf über dem Feuer brodelt selbst gemachter Punsch, mit Orangenstückchen, winterlichen Gewürzen und viel Liebe zubereitet. Die Zwei-Mann-Band „Foitnrock“ spielt bayerische Lieder und der Nikolaus verteilt Mandarinen, Lebkuchen und Nüsse an die Mädchen und Buben. Die Weihnachtsfeier in Stein bildet – wie sollte es in dem Stadtteil anders sein – jedes Jahr den multikulturellen Abschluss der Geretsrieder Christkindlmärkte-Saison.

Zahlreiche Steiner, aber auch Besucher aus dem übrigen Stadtgebiet, schauten am Samstagnachmittag auf dem Gelände des Jugendtreffs Ein-Stein auf eine Tasse Glühwein, einen Imbiss und einen kleinen Ratsch vorbei. „Fernab von Stress und Hektik und völlig ohne Konsumdruck“ könnten die Gäste hier verweilen, hatte der Veranstalter, der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit, im Vorfeld geworben.

Tatsächlich gab es kaum etwas zu kaufen an den wenigen Buden. Der Steiner Imker Siegfried Gulde bot Blüten- und Waldhonig, Met und Bienenwachskerzen an. Die Bienen seien vor allem aufgrund von Krankheiten rar geworden. Die Naturprodukte Honig und Wachs hätten deshalb ihren Preis, erklärt Gulde. Eine schöne Erinnerung, ein originelles Geschenk oder einfach nur ein abwechslungsreiches Kochbuch für den eigenen Gebrauch konnte man am Ein-Stein-Stand erwerben. Wie berichtet bereitete das Jugendtreff-Team heuer einmal im Monat mit den Kindern und Jugendlichen ein internationales Gericht zu. Ihre Lieblingsspeisen aus der Ukraine, der Türkei, Griechenland, Polen und verschiedenen afrikanischen Staaten haben die Köche in einem Rezeptbuch mit Fotos, die Lust aufs Kochen machen, verewigt.

Die jungen Ein-Stein-Besucher trugen auch sonst viel zum Gelingen des Weihnachtsmarkts bei. Zusammen mit der Sozial- und angehenden Kulturpädagogin Magdalena Poslawski hatten sie ein Eingangstor aus graffitiartig bemalten Bananenkisten aufgestellt. Jeder, der durchging, wusste gleich: Geretsried und insbesondere Stein ist bunt. Denn nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die ausländischen Mitbürger des Stadtteils brachten sich ein. Die russlanddeutsche Tanzgruppe „Itjudt“ trat auf. Die Frauen hatten für die Besucher außerdem herzhafte Piroggen gebacken – mit Kartoffeln, Eiern oder Kraut gefüllte Teigtaschen.

Dagmara Sosnowska vom Projekt „Integration aktiv“ innerhalb des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit sagte, es werde immer selbstverständlicher, dass sich die ausländische Bevölkerung an den Festen in Stein beteilige. „Die Menschen kommen, um typische Tänze aus der früheren Heimat zu sehen, um bekannte Gerichte zu essen, aber auch, um unsere bayerischen Traditionen zu erleben.“

Tanja Lühr

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