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Dass der Sirenenchor am Neuen Platz Lieder sang, nahmen die Bürger mit Gleichmut hin.

„Da war heute einiges geboten“

Tag der Städtebauförderung: Sehr unterschiedliche Resonanz

An drei verschiedenen Orten in Geretsried wurde der Tag der Städtebauförderung gefeiert. In den Quartieren soll in nächster Zeit einiges passieren.

Geretsried – „Gemeinsam feiern und die Zukunft gestalten“ lautete das Motto am Samstag in Stein, am Neuen Platz und am Johannisplatz. Der aus Mitgliedern des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL) bestehende Sirenenchor sang an allen drei Standorten Lieder zu den Themen Heimat und Nachbarschaft. Zudem hatten sich die jeweiligen Quartiersmanagements ein buntes Programm ausgedacht. Die Beteiligung der Bürger, die in sogenannten Ideenboxen auch Anregungen einbringen konnten, ließ jedoch zumindest an zwei Standorten zu wünschen übrig.

Stein

In einem Fahrradkorso legten die in Wolfratshausen lebenden „Sirenen“ am Samstagmorgen die Strecke bis zum Quartiersbüro am Steiner Ring zurück. Dort hatten Sandra Mader vom Quartiersmanagement und der Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, Rudi Mühlhans, bereits Tische und Bänke aufgebaut. Kinder konnten ihre Spuren in Formen von farbigen Fingerabdrücken hinterlassen.

Vize-Bürgermeister Hans Hopfner ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit dem Sirenenchor ein Geburtstagsständchen für den zu diesem Zeitpunkt in der Toskana weilenden Rathauschef Michael Müller zu singen. Danach unterstrich er in einer kurzen Rede die Bedeutung des Tags der Städtebauförderung. „Das ist für unsere Stadt ganz wichtig, um die jeweiligen Quartiere mit staatlicher Unterstützung aufzuhübschen“, erklärte Hopfner. In Stein sei bereits ein viel versprechender Anfang gemacht worden. „Im kommenden Jahr beginnt der Umbau und die Sanierung. Zudem ist ein Bürgerhaus geplant“, kündigte der Vize-Bürgermeister an.

Neuer Platz

Zur Mittagszeit erreichte der Städtebauförderungs-Feiertross den Neuen Platz. An Tischen auf der Freischankfläche vor dem Café Ole saßen die, die an anderen Tagen auch dort sitzen. Nur die Grillstation in der Ecke und der auf der Drehscheibe mit seiner Familie spielende Stadtbaurat Rainer Goldstein ließen die Vermutung aufkommen, dass hier vielleicht doch etwas Besonderes stattfinden könnte. „Jedes Fest bringt die Anwohner des Platzes mehr zusammen“, sagte Hopfner in seiner Begrüßung. Danach besangen die Sirenen unter anderem „Zwei kleine Italiener“ von Conny Froboess und „Ein ehrenwehrtes Haus“ von Udo Jürgens. Die Besucher nahmen’s mit Gleichmut hin. Höchste Zeit für den Chor, zwei Kilometer nach Gartenberg zu radeln.

Johannisplatz

Auch am Johannisplatz war der Andrang zunächst überschaubar. Einige Anwohner beäugten vom Balkon aus die bunt gekleideten Frauen, die zunächst zu Reggae und Swing eine heiße Sohle auf das Pflasterparkett des Platzes hinlegten. Sibylle Ulbrich vom Quartiersmanagement und Helfer der Heiligen Familie boten den wenigen Unentwegten Kaffee und Kuchen an. Darüber freute sich das Ehepaar Carola und Konrad Korntheuer. „Wir finden es schön, dass solche Begegnungsmöglichkeiten mit Nachbarn geschaffen werden“, sagten sie unisono. Und auch der ältesten Besucherin, der 92-jährigen Susanna Guist, gefiel das lebhafte Treiben. „Das findet viel zu selten statt: Mehr davon bitte“, zeigte sie sich begeistert.

Lesen Sie auch: "Dialog direkt" abgeschlossen: Zwei Themen bewegen fast alle Geretsrieder

Brettspiele, eine Pflanzentauschbörse und ein Basteltisch rundeten das Angebot des Quartiersmanagements ab. „Da war heute einiges geboten“, meinte Hopfner am Ende des Tages. Dass die Bürger das bunte Programm nur zum Teil annahmen, konnte er sich wie viele andere nicht so recht erklären.

Peter Herrmann

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