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Talkrunde mit dem Bürgermeister auf dem Dorfplatz in Gelting

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Talkrunde: (v. li.) Bürgermeister Michael Müller mit den Geltingern Josef Winklmeier, Martin Palik und Stadtrat Franz Wirtensohn.
Talkrunde: (v. li.) Bürgermeister Michael Müller mit den Geltingern Josef Winklmeier, Martin Palik und Stadtrat Franz Wirtensohn. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Die neue Gesprächsreihe „Dein Geretsried – Dein offenes Ohr“ mit Bürgermeister Müller startete am Samstag in Gelting. Doch nur wenige Bürger kamen.

Gelting – Wo drückt die Geltinger der Schuh? Das wollte Bürgermeister Michael Müller (CSU) am Samstagvormittag bei der Auftaktveranstaltung zur neuen Reihe „Dein Geretsried – Dein offenes Ohr“ von den Bürgern erfahren. Auf dem Dorfplatz standen der Rathauschef, Pressesprecher Thomas Loibl, Mitarbeiter aus den Bereichen Bauen und Wirtschaft sowie einige CSU-Stadträte Rede und Antwort. Das Gesprächsangebot von 10 bis 12 Uhr nutzten nur wenige. Heißt das, in dem 2000-Einwohner-Dorf gibt es keine Probleme? Nicht ganz.

Durchgangsverkehr

Josef Winklmeier beklagte, dass der Durchfahrtsverkehr durch Gelting immer mehr werde. Vor allem die Logistiker DHL, DPD und GLS, deren Flotten werktags aus dem Gewerbegebiet ausschwärmten, würden dazu beitragen. Bürgermeister Michael Müller antwortete dem 71-Jährigen, er habe die Logistiker angeschrieben mit der Bitte, nicht durch Gelting, sondern über die Bundesstraße 11 zu fahren. Dazu zwingen könne er aber niemanden. Müller ist bewusst, dass Gelting mit rund 8000 Fahrzeugen täglich – die Messung ist bereits ein paar Jahre alt – stark belastet ist. Der Eindruck, viele seien innerorts schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs, täusche aber: „Es gibt der Polizei zufolge kaum Verkehrsverstöße und Unfälle.“ Eine Lösung sei erst mit dem Bau der S7-Verlängerung in Sicht, wenn eine neue Straße parallel zu den Gleisen für Entlastung sorgen werde.

S-Bahn und B11-Verlegung

Der Bürgermeister bedauerte in dem Zusammenhang, dass es weder bei der S7-Verlängerung noch bei der B11-Verlegung, die Hand in Hand gehen müssten, Neuigkeiten gebe. Bei einem von der Bahn geplanten Baubeginn 2028 werde es mindestens zehn Jahre dauern, bis beide Projekte verwirklicht seien. Das sei unbefriedigend angesichts von 44.000 Fahrzeugen täglich auf der Bundesstraße, Tendenz steigend.

X-Busse

„Der Verkehr ist allerdings zum Großteil hausgemacht“, ergänzte Müller. Er hoffe, dass in Zukunft mehr Menschen die beiden neuen Express-Buslinien des Landkreises nutzen würden. Laut Pressesprecher Thomas Loibl will die Stadt demnächst mit einem Werbebanner auf der Böhmwiese auf die vom Landkreis finanzierten Busse hinweisen. Die Anregung einiger Geretsrieder und der Grünen, den Stadtbus auf den X970 besser abzustimmen, wird laut Müller ebenfalls geprüft. So könnten der Stadtbus alle 20 statt alle 30 Minuten fahren und die Linienführung so geändert werden, dass ein Umsteigen an den Haltestellen am Rathaus und Am Stern möglich sei. Die Haltestelle am Stern könnte zudem näher an die Stadtbus-Haltestelle an der Sudetenstraße, Höhe Café Waldmann, heranrücken. Auch an Fahrradabstellplätze an den X-Bus-Stationen denke man.

Radwege

Der Ausbau des Radwegenetzes ist Dr. Hermann Braun aus Gelting ein Anliegen. Er fahre täglich Rad, sagte der Rentner. Im Sommer sei es kein Problem, über das Geltinger Feld nach Waldram und weiter nach Geretsried zu gelangen. Im Winter, wenn Schnee liege, müsse man jedoch die viel befahrene Straße benutzen. Der Feldweg entlang des Kanals sei zwar meist geräumt, das Problem sei aber die Zufahrt bis dorthin über die Verlängerung der Pfaffenried-Straße. „Es wäre schön, wenn hier ebenfalls geräumt werden könnte“, sagte Braun. Müller versprach, das zu prüfen. Auf die Feldwege in Privatbesitz habe die Stadt jedoch keinen Einfluss. Dort zu räumen und sie offiziell frei zu geben, sei auch eine Haftungsfrage.

Tattenkofener Straße und B11

Dass die Leitenstraße für Radfahrer sehr schmal sei, liege an den Grundstückseigentümern, die nicht mehr Grund hergegeben hätten. Immerhin, so konnte Müller berichten, werde die von Fußgängern und Radfahrern ersehnte Ampel an der Kreuzung B11/Blumenstraße wohl Mitte des Jahres installiert. Die Ausschreibung laufe. An der zweiten gefährlichen Radfahrer-Querung im Stadtgebiet, der Tattenkofener Straße auf Höhe des Breslauer Wegs, wolle das Straßenbauamt in Weilheim im Herbst eine Verkehrsinsel für mehr Sicherheit auf der Staatsstraße bauen. „Unbefriedigend“ bleibe der Schlenker am Rathaus, den Radfahrer auf dem Radweg machen müssen. Doch aus Müllers Sicht ist der kleine Umweg „vertretbar“. Die Gesamtsituation an der B11-Einfahrt Rathaus mit den vielen Schildern und Straßenmarkierungen werde im Übrigen umgestaltet. Mit Fertigstellung der Gebäude an der Egerlandstraße soll eine Fußgängerzone in der gesamten T-Zone entstehen. Müller: „Ich denke, dass es dafür eine Mehrheit im Stadtrat geben wird.“

Gastronomie

Zurück nach Gelting: Christiane Nelles bedauerte im Gespräch mit dem Bürgermeister, dass es in dem Stadtteil keine einzige Wirtschaft mehr gebe. Der Neuwirt hat geschlossen, und der Alte Wirth hat nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet. Müller, dessen Ehefrau Daniela den Alten Wirth betreibt, entgegnete, die Gästezahlen seien in beiden Lokalen stark gesunken. Der Betrieb habe sich nicht mehr rentiert.

Dorfladen

Nach Auskunft von Stadtrat Franz Wirtensohn, Mitglied der Dorfladen-Genossenschaft, ist zumindest dessen Fortbestand gesichert. Nachdem das Geschäft am Dorfplatz eine Zeit lang rote Zahlen geschrieben hatte, laufe es jetzt wieder gut. Auch hier gilt für Müller: „Jeder von uns hat es mit seinem Kaufverhalten in der Hand, ob Geschäfte am Ort bleiben oder schließen.“ Gleichzeitig werde die Stadt die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass das gesellschaftliche Leben in Gelting nach der Corona-Pandemie wieder aufblühe und erhalten bleibe. Man werde Feste und Feiern ermöglichen und die Vereine in ihrer wertvollen Arbeit unterstützen, so der Rathauschef.

tal

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