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Treuer Begleiter: Mit ihrem Bus „Hope“ will Edith Dumitru durch Europa fahren und Menschen verbinden.

Mit dem Hippie-Bus durch Europa

Tanzen für den Frieden

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Um Hoffnung zu schenken plant Edith Dumitru mit ihrem VW-Bus eine Tour durch Europa.

Geretsried – Ein Sonnenuntergang am Meer, Surfwellen und ein Sternenhimmel – das beschreibt entweder eine traumhafte Urlaubskulisse oder den bunten VW-Bus von Edith Dumitru. Mit ihrem „Farbklecks in der Landschaft“ hat die Geretsriederin Großes vor: Sie plant eine Tour durch Europa, um für Hoffnung und Frieden zu tanzen.

Inspiriert hat Dumitru, die lange in Vietnam gelebt hat, eine Begegnung auf einem Festival: „Die Musik war aus, und ich wollte gehen“, erinnert sich die 42-Jährige. Doch dann begegnete sie einem anderen Besucher, der seinen Camper als Tanzfläche nutzte. „Als ich dort tanzte, ließ ich meine Ängste und Sorgen los.“ So kam die Geretsriederin auf die Idee, ihren VW-Bus, den sie „Hope“ – Hoffnung – getauft hatte, ebenfalls zu nutzen, um Menschen zusammenzubringen. Mit dem umgebauten Krankenwagen war sie schon in vielen Ländern unterwegs. „Die Leute reagierten auf den bunten Bus immer positiv.“ Nicht zuletzt, weil ihre Tür so gut wie immer geöffnet ist.

Derzeit steckt die 42-Jährige in der Vorbereitungsphase für die Tour, die von Mai bis Oktober nächsten Jahres von Geretsried Richtung Westen führen soll. Frankreich, Spanien und Portugal, vielleicht auch Italien sind ihre Reiseziele. Die Idee: „Ich möchte Flüchtlingsunterkünfte und Heime für Obdachlose und Gewaltopfer besuchen“, sagt Dumitru. Menschen begegnen, die „nicht so viel Glück hatten wie ich. Die ihre Lieben, ihre Heimat und ihre Hoffnung verloren haben.“ Mit ihnen und allen, die Lust haben, will sie Musik hören und tanzen. Ein „Türöffner“ soll die Aktion sein, der Leute zusammenbringt und ein bisschen Hoffnung schenkt.

Dass ihr Vorhaben auf einige befremdlich wirkt, weiß die Geretsriederin. „Theoretisch könnte ich mir auch einen ,vernünftigen‘ Beruf suchen und dann Geld für gute Zwecke spenden“, sagt die 42-Jährige. Sie möchte ihre Zeit und Energie jedoch „in etwas stecken, an dessen Sinn ich glaube“. Die Geretsriederin beruft sich mit ihrer Idee auf die Tradition: „Seit Urzeiten praktizieren alle Kulturen eine Art von Tanz.“ Dumitru fragt nicht nach Unterschieden, sondern sucht Gemeinsamkeiten. Daher möchte sie mit ihrem Projekt das verbindende Element des Tanzens in den Vordergrund stellen – gerade in politisch instabilen Zeiten.

Über den Winter wird sie ihre Idee ausarbeiten. Außerdem muss Dumitru ihren 32 Jahre alten Begleiter auf vier Rädern nachrüsten. Dafür hat sie auf der Internetseite gofundme.com ein Crowdfunding-Projekt initiiert, um Unterstützer für die „Dance with Hope“-Tour zu finden. Um möglichst viele Personen zu mobilisieren, will Dumitru, die durch ihre Reisen bereits ein großes Netzwerk geknüpft hat, einen Blog einrichten. Noch im Herbst möchte sie in Geretsried ein Probe-Tanzen veranstalten. „Wenn dann alles nach Plan läuft, können wir im Mai in München starten“, sagt Dumitru. Sie ist optimistisch, wie immer. „Man muss Dinge ausprobieren, um zu wissen, ob sie funktionieren.“

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