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Vorfall vorm Amtsgericht 

Taxler beleidigt und ins Auto gespuckt

Geretsried – Ein netter Abend in einer Starnberger Disco hatte für einen 34-Jährigen Geretsrieder ein Nachspiel vor Gericht. Auf der Heimfahrt soll der Mann einen Taxifahrer geschlagen haben.

Ein netter Abend in einer Starnberger Disco hatte für einen 34-Jährigen Geretsrieder ein Nachspiel vor Gericht. Auf der Heimfahrt soll der Mann in Wolfratshausen einen Taxifahrer geschlagen und unter Gewaltandrohung Geld von ihm zurückgefordert haben. Deshalb musste er sich wegen versuchter räuberischer Erpressung und Körperverletzung vor dem Schöffengericht verantworten.

Der Angeklagte gab zu, dass er sich in jener Nacht ziemlich daneben benommen hatte. Wortreich schilderte er, wie es zu dem Zwischenfall am 6. März dieses Jahres gegen 4.45 Uhr gekommen war. Knapp zusammengefasst war das so: In dem Starnberger Club hatte der Mann seine Leute verloren. Bei nasskalter Witterung war er deshalb allein zum Bahnhof gelaufen. Dort traf er vier Frauen aus Wolfratshausen, die ihn in ihrem Taxi mitfahren ließen, nachdem er angeboten hatte, die Hälfte des Fahrpreises zu übernehmen.

Atemalkoholtest: gut zwei Promille

An einer Tankstelle an der Königsdorfer Straße stiegen die Damen aus, der Mann wollte weiterfahren nach Geretsried. „Ich dachte, so sei es besprochen gewesen“, erklärte der Beschuldigte. Doch der Taxifahrer habe gesagt: „So mein Freund, für Dich ist die Fahrt hier zu Ende.“ Daraufhin sei er motzig geworden, räumte der 34-Jährige ein. „Ich war klatschnass und angetrunken.“ Er beschimpfte den Taxler als „fette Drecksau“ und spuckte in den Fußraum des Autos. „Das war asoziales Verhalten“, zeigte der Mann sich einsichtig. „Dass ich nicht weiterfahren durfte, das hat mein Hirn in dem Zustand nicht wahrhaben wollen.“ Ein später von der Polizei durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von gut zwei Promille.

Er habe auch nach dem Fahrer gegriffen. „Ich wollte ihm an den Kragen“, gab der Geretsrieder zu. Aber mehr als ein Gerangel sei nicht gewesen. Schließlich habe er sich zu Fuß auf den Weg nach Geretsried gemacht. „Ich wollte einfach nur noch nach Hause.“ Eine Zeugin aus der Mädels-Clique bestätigte die Aussagen des Angeklagten in wesentlichen Punkten. „Der Taxifahrer wollte Zwischenkasse machen, um nicht auf seinem Geld sitzen zu bleiben. Das hat er wohl missverstanden“, erklärte die 33-Jährige.

Bereits 15 Vorstrafen

Die räuberische Erpressung konnte nicht nachgewiesen werden, was den Angeklagten sichtlich erleichterte. Der Mann war mit der Hypothek von 15 Vorstrafen in die Verhandlung gekommen. Als Jugendlicher waren oft Drogen der Grund für Straftaten, später wurde Alkohol sein Problem. „Wenn er zuviel trinkt, macht er sich selbst Schwierigkeiten und setzt sich in die Nesseln“, stellte Richter Helmut Berger fest.

„Wenn man die Liste liest, ist das wie ein schlechter Actionfilm“, sagte der Angeklagte. „Aber ich bin nicht mehr so wie damals.“ Das Gericht wertete es positiv, dass der Mann trotz der Alkoholprobleme und seiner intensiven Vergangenheit inzwischen ein recht geregeltes Leben führt. Ebenfalls zu seinen Gunsten wirkte es sich aus, dass er nach dem Vorfall sowohl den Taxifahrer als auch die Zeugin aufgesucht und sich persönlich für sein schlechtes Benehmen entschuldigt hatte. Zudem hatte er 500 Euro an den Taxler gezahlt, der daraufhin seine Strafanzeige wegen Beleidigung zurücknahm.

„Das Gesamtverhalten war unter aller Kanone“

Von den Anklagevorwürfen blieb nur eine Körperverletzung übrig. Dafür verurteilte das Schöffengericht den Industriemechaniker zu 3000 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze). Der Staatsanwalt hatte das Doppelte beantragt, die Verteidigung um eine milde Geldstrafe gebeten. „Das Gesamtverhalten war unter aller Kanone“, brachte Richter Berger den Vorfall in seiner Urteilsbegründung zusammenfassend auf den Punkt.

Von Rudi Stallein

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