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„Da ist sie“: Stolz zeigt Vorsitzender Klaus Köhler die Baugenehmigung für das Vereinsheim des Tennisclubs Geretsried am Isardamm.

Genehmigung für Klubheim eingetroffen

TC Geretsried: Schwarzbau ist endlich legalisiert

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Vorsitzender Klaus Köhler steht freudestrahlend vor dem Klubheim und winkt mit einem Stapel Papier in Richtung Tennisplätze. „Da ist sie, die Baugenehmigung“, ruft er. Ein Spieler unterbricht sein Match, grinst, und ruft zurück: „Super!“

Geretsried –  Nach Jahrzehnten der Ungewissheit haben es die Verantwortlichen des Tennisclubs (TC) Geretsried Schwarz auf Weiß: Die Behörden haben die Erweiterung des Klubheims nachträglich durchgewunken, die Existenz des Vereins ist langfristig gesichert.

Für den Tennisclub geht damit ein kräftezehrender Kampf zu Ende. Im Jahr 1954 hat der Verein das ursprüngliche kleine Klubheim erbaut. 1979 wurde das Haus ohne Genehmigung erweitert – und damit begannen die Probleme. Das Landratsamt stellte fest, dass es sich um einen klassischen Schwarzbau handelt. Neun Jahre lang ging es hin und her, bis der Klub die Nachricht bekam: Die nachträgliche Baugenehmigung wird abgelehnt, weil die Isar das Hochufer anknabbert und die Standfestigkeit des Hauses nicht gewährleistet ist. Den Abbruch könne der TC nur dann verhindern, wenn er die Böschung sichert. Kosten: 150 000 Mark. Für den Verein eine unbezahlbare Summe. So beschlossen die Verantwortlichen, die Vogel-Strauß-Taktik anzuwenden. Sie steckten den Kopf in den Sand und hofften, dass nichts passiert.

Dies ging tatsächlich bis 2013 gut. Dann wurde Köhler Vorsitzender und beschloss, Kontakt mit den Behörden aufzunehmen. Zugleich unternahm er einige clevere Schachzüge. Der Verein trat zwei Grundstücksstreifen, auf denen der Wanderweg München-Venedig verläuft, an das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und die Stadt Geretsried ab. Die Stadt erklärte sich bereit, die Verkehrsicherungspflicht zu übernehmen. Die Sicherung des Ufers war somit nicht nur im Interesse des Vereins, sondern im Interesse der Öffentlichkeit.

Zudem ließ Köhler bei Niedrigwasser eine Drohne über das Flussufer fliegen. Die Bilder bewiesen: Das Flussufer ist schon vor Jahrzehnten – vermutlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg – mit Steinen gesichert worden. Aus naturschutzrechtlicher Sicht ist es wesentlich unproblematischer, eine vorhandene Verbauung zu erneuern als eine neue zu errichten.

Danach ging alles ganz schnell. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und die Flussmeisterstelle Lenggries sanierten für 100 000 Euro das Ufer (wir berichteten). Im April reichte der Verein einen Bauantrag ein, der jetzt genehmigt wurde. „Da müssen wir uns bei den Behörden bedanken“, sagt Köhler. „Sie haben uns sehr entgegenkommend behandelt.“

Nun galt es erst mal, einige Formalien zu erledigen. Der Verein musste eine Baubeginns-Anzeige und einen Standsicherheits-Nachweis einreichen – was etwas kurios wirkt bei einem Gebäude, das vor 38 Jahren vollendet wurde. Der Tennisclub kann nun guten Gewissens die Sanierung des arg in die Jahre gekommenen Gebäudes in Angriff nehmen. „Vorrang hat erst mal die Sanierung der Plätze“, sagt Köhler. „Außerdem wollen wir die Duschen und Umkleiden erneuern.“ Dass er sich nun mit diesen Themen befassen kann, macht Köhler „einfach nur glücklich“.

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