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Stark sanierungsbedürftig: Das Geretsrieder Schulzentrum muss erneuert werden. Der stolze Preis: 47 Millionen Euro

Mammutprojekt kostet über 46 Millionen Euro

Teure Sanierung am Schulzentrum: Jetzt wird abgespeckt

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Geretsried – Um Kosten zu sparen, werden bei der Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums wohl Standards gesenkt. Das Mammutprojekt kostet 46 Millionen Euro - deutlich mehr als gedacht.

Die Pläne für die Generalsanierung des Schulzentrums in Geretsried werden fortgeführt. Das ist die gute Nachricht für Dr. Hermann Deger, Schulleiter des Gymnasiums. Am Montag war im Kreis-Bauausschuss bekannt geworden, dass das Mammutprojekt über 46 Millionen Euro kosten wird – Stand heute. Das ist wie berichtet deutlich mehr als erwartet. Bislang war von 32 Millionen Euro die Rede gewesen. Jetzt soll nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden.

Dr. Hermann Deger, Schulleiter des Geretsrieder Gymnasiums

An der Ertüchtigung in dem 45 Jahre alten Bestand führt kein Weg vorbei, sagt Deger. Einige Beispiele: Fenster und Wärmedämmung seien ungenügend. „Die Lichter in der Schule sind eine Katastrophe.“ Undbeim Heizwerk sei es „ein Wunder“, dass es noch nicht kaputt gegangen ist.
 
Aus Sicht des Schulleiters ist die Sitzung, in der die Kostenschätzung vorgestellt wurde, gar nicht schlecht gelaufen. An den zwei ausdrücklichen Wünschen von Gymnasium und Realschule halten die Kreisräte nämlich wohl fest: Erstens die Einrichtung von Lernlandschaften, einer modernen Form der Schulpädagogik. Die Realisierung kostet rund 1,4 Millionen Euro. Und zweitens die mechanische Belüftung. Kostenpunkt: etwa 1,5 Millionen Euro. Dafür muss nicht mehr das Fenster aufgerissen werden, um der Müdigkeit im Unterricht wegen des ansteigenden Kohlenstoffdioxid-Spiegels vorzubeugen. Der Landkreis hat Lüftungsanlagen laut Hauptamtsleiter René Beysel bereits in Teilen des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums, in Realschule und Gymnasium in Bad Tölz sowie im jüngsten Anbau des Geretsrieder Gymnasiums einbauen lassen.

René Beysel, Hauptamtsleiter im Landratsamt

Beysel sagt im Gespräch mit unserer Zeitung, ihn hätten die hohen Summen in der Kostenschätzung ebenfalls überrascht. In den vergangenen Wochen habe man deshalb mit den Planern viele Punkte hinterfragt. Die jetzige Summe sei erklärbar. „Wir werden trotzdem alles nochmal von links nach rechts krempeln.“ Die Diskussion mit den Kreisräten am Montag bewertet er als „sehr sachlich“. Und: „Um so etwas zu hinterfragen, dafür sitzen sie im Kreistag.“
 
Nun sollen den Mandatsträgern Alternativen zu den einzelnen Punkten der Sanierung vorgestellt werden. „Dann können wir überlegen, ob wir den höheren oder niedrigeren Standard nehmen“, sagt Beysel. So könnten zum Beispiel entweder hochwertige Holzfenster oder günstigere Kunststofffenster eingebaut werden. Nach der Empfehlung der Hauptamtsleiter sind aber nicht in jedem Fall Einsparungen sinnvoll. Beispiel LED-Beleuchtung: Die Mehrkosten in der Anschaffung würden sich innerhalb weniger Jahre dank geringerer Stromkosten ausgleichen. „Das wäre ein Schildbürgerstreich, wenn wir dort einsparen.“

Die Kreisräte Nikolaus Trischberger (CSU) und Alois Bauer (Freie Wähler) haben bereits in der Sitzung gefordert, die Standards zurückzuschrauben. Bauer: „Jedes Trumm zu viel an Technik verursacht nachträglich auch Kosten bei der Wartung.“

Das Schulzentrum ist mit fast 25 000 Quadratmetern Fläche der größte Schulkomplex des Kreises. 160 Lehrer unterrichten rund 2000 Schüler. Laut Beysel ergeben sich durch „die unterschiedlichsten Bauabschnitte und Erweiterungen“ viele Unterschiede im Gebäude. Die Ertüchtigung soll zehn Jahre dauern.

dor

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