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„Trauerspiel, womit sich Justiz beschäftigt“: 19-Jährige wegen Mittelfinger vor Gericht

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Von: Peter Herrmann

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Mittelfinger
Der Mittelfinger wurde teuer: Eine 19-Jährige wurde wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt (Symbolbild) © dapd

Das Wiedersehen mit dem Ex wurde unschön - eine 19 Jährige wegen Beleidigung angezeigt. Neben mehreren Schimpfworten ging es um einen Stinkefinger.

Wolfratshausen/Geretsried – Unschöne Worte sollen beim Wiedersehen einer jungen Geretsriederin mit ihrem ehemaligen Freund gefallen sein. Weil die 19-Jährige ihn als „verdammten Flüchtling“ sowie „Hurensohn“ bezeichnet und ihm zudem den gestreckten Mittelfinger entgegenstreckte habe, musste sie sich vor dem Jugendgericht wegen Beleidigung verantworten.

Mittelfinger wird teuer: 19-Jährige aus Geretsried zahlt Geldstrafe

Die Angeklagte bestritt die Beschimpfungen und gab lediglich zu, ihrem Ex-Freund am 29. April dieses Jahres den Mittelfinger gezeigt zu haben. „Zuvor hat er mir die Faust ins Gesicht geschlagen“, erinnerte sie sich an die Auseinandersetzung. Wegen dieser Körperverletzung erwartet den Geretsrieder demnächst eine Verhandlung.

„Trauerspiel, mit was sich die Justiz beschäftigen muss.“

Dass die junge Frau auf der Anklagebank landete, konnte sie ebenso wenig nachvollziehen wie Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch. „Es ist ein Trauerspiel, mit was sich die Justiz beschäftigen muss.“ Dlugosch regte eine Einstellung des Strafverfahrens an – mit der Auflage, dass die Kauffrau acht Sozialstunden bei der Arbeiterwohlfahrt ableistet. „Ich tu’s, weil ich ein sozialer Mensch bin, obwohl ich mit dem Urteil nicht einverstanden bin“, willigte die Angeklagte ein.

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Nach einer kurzen Beratung mit dem Jugendgerichtshelfer beantragte sie jedoch eine Geldstrafe. Richterin Friederike Kirschstein-Freund gewährte ihr diese Bitte, sodass die junge Frau nun 100 Euro an den Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit in Geretsried zahlen muss.

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