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Der Karl-Lederer-Platz: Unter der Fläche, auf der sich jetzt ein Parkplatz befindet, soll eine Tiefgarage mit zwei Ebenen entstehen. An der Kreuzung ist ein Kreisel geplant.

Planungsstand Stadtzentrum

Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz wird zweigeschossig

Geretsried - Die großflächige Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz ist vom Tisch. Stattdessen soll nur unter einem Teil des Platzes, aber dafür zweigeschossig in die Tiefe gebaut werden. Das ist ein Ergebnis der jüngsten Besprechungen in Sachen Stadtzentrum.

Fast täglich sitzen derzeit Investoren, Planer und Fachleute zusammen, um an den Plänen für den Karl-Lederer-Platz und die Egerlandstraße zu feilen. In der Stadtratssitzung am Dienstag gab der Architekt Klaus Kehrbaum eine kurze Zusammenfassung.

Konkret geht es derzeit um drei Vorhaben: Für den Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 (Krämmel) und die Egerlandstraße 58 bis 74 (Baugenossenschaft) wurde im beschleunigten Verfahren bereits ein Bebauungsplan aufgestellt. Hier beginnt mit der Auslegung der Pläne am Montag die vorzeitige Bürgerbeteiligung. Für das Grundstück Karl-Lederer-Platz 20, das sich im Eigentum der Projekt KLP UG befindet, hat der Stadtrat am Dienstag die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen.

Laut Kehrbaum laufen zwischen der KLP und Krämmel intensive Gespräche, um die beiden Vorhaben aufeinander abzustimmen. Nach seinen Worten besteht Bereitschaft, für die Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss eine gemeinsame Lösung zu finden. Im Krämmel-Bau ist nach dem Konzept einer Markthalle ein Vollsortimenter geplant.

"Minikreisel" vor dem Rathaus

Um die erforderlichen Stellplätze nachweisen zu können, sollte unter dem gesamten Karl-Lederer-Platz eine Tiefgarage mit einer Ebene gebaut werden. Dazu müssten allerdings alle Spartenleitungen abgebrochen und neu verlegt werden, was laut Kehrbaum „gewaltige Kosten“ verursacht. Deshalb soll der Platz jetzt nur zum Teil unterbaut und die Tiefgarage stattdessen zweigeschossig werden. Die Zufahrt soll auch nicht mehr vor dem Rathaus erfolgen. Angedacht ist, am Kreuzungspunkt Graslitzer Straße/Martin-Luther-Weg einen „Minikreisel“ zu bauen und darüber auch die Tiefgarage zu erschließen.

Laut Kehrbaum wird an der Verkehrsplanung noch gearbeitet, das gilt auch für die Egerlandstraße. Die Baugenossenschaft plant dort neben einem Wohn- und Geschäftshaus auch ein Parkhaus. Im fünften Geschoss ist eine Gastronomie angedacht. Eventuell sei auch ein kleiner Hotelbetrieb denkbar, so Kehrbaum. Die Baugenossenschaft habe einen Gutachter beauftragt, „ein nachhaltiges Bewirtschaftskonzept“ zu entwickeln. Im Erdgeschoss ist die Ansiedlung eines Discounters geplant. „Es besteht hohes Interesse“, so der Architekt.

Keine Architektur der 1960er Jahre

Im Gestaltungsbeirat, dem unter anderem der ehemalige Baubürgermeister von Ulm, Alexander Wetzig, angehört, wird derzeit vor allem über die Fassadengestaltung der neuen Häuser am Karl-Lederer-Platz diskutiert. Dazu wird es am 17. Juni auch eine Fahrt nach Ulm geben. Kehrbaum verweist gerne auf den Stil von Sep Ruf, der mit seinen Bauten die deutsche Nachkriegsagentur geprägt hat. „Ich will aber keine Architektur der 1960er Jahre“, versicherte er.

Umstritten ist wie berichtet der siebengeschossige Turmbau, der in der Verlängerung des Krämmel-Baus entstehen soll. Dazu hat Kehrbaums Büro eine Computersimulation entwickelt, die zeigen soll, inwieweit ein solches Gebäude den Karl-Lederer-Platz verschatten würde. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. Der Platz wird sich durch den Turmbau auch verkleinern. Deshalb laufen bereits Gespräche, welche Veranstaltungen künftig wie im Stadtzentrum stattfinden können.

Verzögerung beim Lorenz-Areal

Das Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Lorenz-Areal verzögert sich indes. In der Vertretungszeit von Rathauschef Michael Müller hat Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl entschieden, den Bebauungsplan nicht im beschleunigten, sondern im Regelverfahren durchzuziehen. „Man mag das für juristische Erbsenzählerei halten“, sagte Meinl am Dienstag im Stadtrat. Um aber keinen Verfahrensfehler zu begehen und sich damit angreifbar zu machen, sollte die Stadt den regulären Weg gehen, erkärte der Jurist. Unter anderem gehe es beim Lorenz-Areal auch um naturschutzrechtliche Belange und hier sei ein beschleunigtes Verfahren ausgeschlossen.

Meinl glaubt nicht, dass der Zeitverlust sehr groß sein wird. Richtig sei aber, dass das Verfahren „nicht mehr im Gleichklang“ mit der Bauleitplanung für den Karl-Lederer-Platz und die Egerlandstraße läuft. Wie berichtet hängen alle drei Vorhaben eng zusammen. Investoren sind jeweils das Bauunternehmen Krämmel und die Baugenossenschaft Geretsried. Diese kann ihre Wohnblöcke an der Egerlandstraße erst abbrechen, wenn auf dem Lorenz-Areal Ersatzwohnraum geschaffen ist.

Sabine Schörner

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