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Echte Handarbeit: Seit zwei Jahren produzieren Christoph Schramm (2. v. re.) und seine Mitarbeiter an der Spreestraße in Geretsried Tiefkühlpizzas – und machen damit den Branchenriesen Dr. Oetker und Wagner Konkurrenz.

Produktion liegt einen Tag lahm

Drogen-Razzia bei Pizzahersteller "Gustavo Gusto": 40 Polizisten suchten einen Mann

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Geretsried - Großeinsatz bei Tiefkühlpizza-Hersteller "Gustavo Gusto": Die Polizei durchsuchte mit Drogenspürhunden das Firmengebäude. Die Aktion richtete sich aber gar nicht gegen das Unternehmen.

Es geht alles verdammt schnell. Eine Schar uniformierter Polizisten und mehrere Drogenspürhunde stehen am Dienstagvormittag plötzlich an der Spreestraße vor Christoph Schramm (37) und seiner Firma, dem Tiefkühlpizza-Hersteller Franco Fresco mit seiner Marke Gustavo Gusto. Ein Beamter streckt ihm einen Zettel entgegen, genau wie im Kinofilm: Bitte ruhig bleiben, Durchsuchungsbeschluss, Drogenrazzia.

Die Ermittler haben einen einzelnen Mitarbeiter im Visier

„Das war schon eine komische Situation“, sagt Schramm drei Tage später. Eine Drogenküche in seiner Firma? Natürlich großer Unfug. Gleich zu Beginn wird klar, dass sich der Großeinsatz der Polizei nicht gegen Schramm und seine Firma richtet, die ihre handgemachte Tiefkühlpizzen mit großem Erfolg in Rewe-Märkten in Südbayern vertreibt (wir berichteten: "Tiefkühlpizza made in Geretsried"). Im Visier der Ermittler befindet sich ein einzelner Mitarbeiter. Es geht um Drogen. Die Beamten gehen bestimmt, aber höflich vor. „Der Gesuchte hat gar nicht mehr bei uns gearbeitet“, sagt Schramm. Dennoch ist die Durchsuchung eine schmerzhafte Sache für das Start-Up-Unternehmen: Die Produktion der gefragten Pizzen steht komplett still.

Die Kripo ermittelt noch

Spürhunde der Polizei durchsuchten das Gebäude. Gegen einen Mitarbeiter wird wegen Drogendelikten ermittelt.

Eine offizielle Mitteilung der Polizei zum Einsatz gibt es bislang nicht. „Momentan laufen noch die Ermittlungen der Kriminalpolizei Mühldorf am Inn“, erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Es gehe um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Durchsuchung in Geretsried sei im Rahmen weitreichender Ermittlungen erfolgt, die weit über die Stadtgrenzen hinaus führen.
 
Ob die Ermittlungen erfolgreich waren, ob es zu Festnahmen kam und ob es weitere Zugriffe in anderen Orten gab, kann der Polizeisprecher am Freitag nicht beantworten. Er bittet um Geduld. „In einigen Tagen“ könne man ausführlich berichten, sagt Sonntag. Zunächst müssten die Ermittler ihre Arbeit machen.

Zur Wiedergutmachung: Polizisten sollen Pizza essen

Pizzahersteller Christoph Schramm hat den Vorfall schnell verdaut. Noch während die Einsatzkräfte vor Ort sind, findet er seinen Humor wieder. „Ich habe allen zur Wiedergutmachung nahegelegt, jetzt wenigstens im nächsten Rewe eine Pizza von uns zu kaufen“, erzählt er und schmunzelt. Spaßig war die Durchsuchung dennoch nicht: Wegen des Produktionsausfalls ist dem 37-Jährigen ein erheblicher Schaden entstanden, sagt er.

Etwa zwei Stunden lang ist die Polizei am Dienstag vor Ort, Drogenspürhunde schnüffeln im Gebäude herum. Alle Zutaten, die gerade verarbeitet werden sollten, müssen entsorgt werden. Und der Produktionsbereich muss komplett gereinigt und desinfiziert werden. „Da waren 15 Mann einen Tag lang beschäftigt“, sagt Schramm. „Uns schmerzt der Ausfall besonders, weil wir gerade einen Engpass haben und unsere Pizzen oft ausverkauft sind.“ Jetzt lässt der Firmenchef prüfen, ob ihm der entstandene Schaden ersetzt wird.

dor

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