Lawinenabgang im Berchtesgadener Land - Großeinsatz

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Echte Handarbeit: Seit zwei Jahren produzieren Christoph Schramm (2. v. re.) und seine Mitarbeiter an der Spreestraße in Geretsried Tiefkühlpizzas – und machen damit den Branchenriesen Dr. Oetker und Wagner Konkurrenz.

Konkurrenz für Pizzahersteller Dr. Oetker & Co.

"Gustavo Gusto": Tiefkühlpizza made in Geretsried

Geretsried - Ein kleiner Betrieb in Geretsried macht Dr. Oetker & Co. Konkurrenz. Das Rezept von "Gustavo Gusto": handgemachte Tiefkühlpizza aus regionalen Zutaten.

++ Update vom 10. Juni: Schockmoment: Am Dienstag gab es eine Drogen-Razzia in den Produktionsräumen von "Gustavo Gusto" in Geretsried. Zahlreiche Polizisten und Drogenspürhunde waren vor Ort. Die Sache klärte sich aber schnell auf.

Es gibt sie in jedem Supermarkt: die Tiefkühlpizza. Doch nach einer richtig Guten hat Christoph Schramm lange vergeblich gesucht. Also dachte sich der 37-Jährige: Dann mache ich mir meine Pizza selbst. Der Forstenrieder hat an der Spreestraße in Geretsried sein eigenes Unternehmen gegründet: Gustavo Gusto.

Die 15 Mitarbeiter des Start-Up-Unternehmens stellen täglich bis zu 2000 Tiefkühlpizzen her. Das Besondere daran: Sie werden alle von Hand gefertigt, der Teig reift zuvor 48 Stunden. Das Ergebnis: „Eine richtig gute Tiefkühlpizza“, findet Schramm. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. „Viele Kunden schreiben sogar Briefe an uns – wir kriegen quasi Fanpost.“

Die Idee reifte in der Studienzeit

Die Idee, eine handgefertigte Tiefkühlpizza zu produzieren, reifte während des Studiums. Schramm studierte in Passau Betriebswirtschaftslehre. „Zusammen mit einem Freund habe ich dann ein kleines Studentenlokal, eine Holzofen-Pizzeria, eröffnet“, berichtet der heute 37-Jährige. Das Geschäft lief besser als erwartet, und mit der Zeit kamen drei weitere Lokale dazu. „Irgendwann haben wir uns gefragt, warum es eigentlich keine Tiefkühlpizza gibt, die so schmeckt, wie in der Pizzeria“, erzählt Schramm. Er fand mehrere Erklärungsansätze: Die Zutaten müssen von guter Qualität sein, außerdem sollte der Teig möglichst dünn sein. „Man merkt natürlich auch einen Unterschied, ob der Teig maschinell gepresst wird, oder ob dass Menschen mit der Hand machen.“

Der Schinken kommt von einem lokalen Metzger

Bei Gustavo Gusto werden die Pizzen in Handarbeit belegt. Danach kommen sie für knapp zwei Minuten bei 450 Grad in den Steinofen und werden anschließend bei minus 35 Grad schockgefrostet. Schramms Team legt Wert auf regionale Zutaten. Der Schinken kommt von einem lokalen Metzger. Auch der Mozzarella wird in Bayern hergestellt. Drei verschiedene Sorten bietet das Geretsrieder Start-Up-Unternehmen an: Margherita, Salame piccante und Prosciutto e Funghi, also mit Schinken und Pilzen.

Bei Rewe im Kühlregal

Seit zwei Jahren produziert Gustavo Gusto an der Spreestraße. Seitdem geht es mit dem Unternehmen steil bergauf. Anfangs belieferte die Firma vor allem Bistros, Kneipen und Schwimmbäder in der Umgebung. Kurz darauf klopfte die Rewe-Gruppe an. Seitdem steht die Tiefkühlpizza made in Geretsried in vielen südbayerischen Filialen im Kühlregal – gleich neben den Produkten der Branchenriesen Dr. Oetker und Wagner. In drei Rewe-Märkten werden die Teigstücke sogar frisch vor Ort gebacken.

Und das Geschäft wächst weiter: „Demnächst werden wir auch Rewe-Filialen in Nordbayern beliefern“, freut sich Schramm. Er selbst setzt übrigens auf eine ausgewogene Ernährung. „Höchstens einmal die Woche“ probiert der 37-Jährige seine eigenen Backwerke. „Sonst kann ich irgendwann keine Pizza mehr sehen.“

Dominik Stallein

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