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Haustiere in der Hitze: Tierärztin verrät, was wichtig ist - Probleme schon bei 30 Grad

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Ein Hund badet in einem Teich
Rein ins kühle Nass: Herrchen und Frauchen müssen gerade in der Hitze besonders auf ihre Vierbeiner achten – Schatten, Wasser und Abkühlung sind wichtig. © Fortkord/DPA

Bei hohen Temperaturen sollten Tierhalter einiges beachten. Schatten und Wasser sind wichtig, klar, aber es gibt noch weitere Tipps.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für jeden Tierliebhaber ist es ein Bild des Schreckens: Ein hyperventilierender Hund im geparkten Auto – im schlimmsten Fall ist nicht einmal ein Fenster offen. Eine solche Situation stelle große Gefahr für den leidenden Vierbeiner dar, verdeutlicht Ulrike Vögele, Tierärztin mit eigener Praxis in Bad Tölz.

„Niemals sollte man sein Haustier alleine im aufgeheizten Auto lassen.“ Bei den gegenwärtigen Temperaturen kommen bereits die Menschen kräftig ins Schwitzen. Die meisten Haustiere transpirieren zwar nicht, natürlich spüren sie die hohen Temperaturen trotzdem. Für Tierhalter – in fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland lebt mindestens ein Tier – gilt deswegen besondere Wachsamkeit.

Hund, Katze und Kleintiere in der Hitze: Tierarzt verrät, was wichtig ist

„Es langen schon 30 Grad, um manchen Haustieren Probleme zu bereiten“, erklärt Manuela Ravara, Leiterin des Josefa-Burger-Tierheims in Gelting. Sie merkt an, dass Tierhalter unterschiedliche Dinge beachten müssen – je nach Tierart. „Katzen und Kleintiere suchen meist selbstständig Schatten und passen ihr Trinken an. Hunde benötigen aber besondere Aufmerksamkeit.“ Ravara empfiehlt Hundebesitzern, den morgendlichen Ausgang auf spätestens 9 Uhr zu legen. Bis in die Abendstunden, wenn es wieder abkühlt, sollte die Zeit draußen auf kurze Runden reduziert werden.

Zeichen von Überhitzung bei Tieren: Hecheln und Zittern - „Für Herz und Kreislauf katastrophal“

Bei „übermäßigem Hecheln und Zitteranfällen“, – deutliche Zeichen von Überhitzung – ist laut Ravara erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Herrchen und Frauchen können diese lindern – zum Beispiel mit kühlenden Gel-Matten oder feuchten Handtüchern. Auf oder unter diesen können sich Hund und Katze abkühlen. Frisches Wasser und Schatten seien absolut notwendig – das sei von Mensch auf Tier eins zu eins übertragbar. Absolut vermeiden würde Ravara bei hohen Temperaturen, den Hund neben dem Fahrrad herlaufen zu lassen. „Das ist für Herz und Kreislauf des Tieres katastrophal.“

Dass Hunde mehr direkte Aufmerksamkeit bräuchten als andere Haustiere, bestätigt Ulrike Vögele. Diese seien Rudeltiere und „daran gewöhnt zu tun, was Herrchen will“. So würde zum Beispiel der Wunsch, etwas zu trinken oder im Schatten zu stehen, hintenanstehen, wenn die Vierbeiner das Gefühl hätten, dass der Besitzer gerade spazieren möchte. Katzen hingegen seien Einzelgänger. „Sie wissen eher, was sie gerade brauchen und nehmen viel Wasser über die Nahrung auf.“

Hitze-Notfälle beim Tierarzt - Expertin gibt Tipps

In Vögeles Praxis seien bisher nur wenige Hitze-Notfälle, kollabierte Tiere zum Beispiel, gebracht worden. Laut der Veterinärmedizinerin kommt es immer auf das einzelne Tier an. „Wer gut auf seinen zwei- oder vierbeinigen Begleiter achtet, kann sich meist selber denken, was gut ist.“ Wer sich unsicher ist, wie er sein Tier bei den Temperaturen halten soll, könne auch das Internet um Rat fragen. Dort finde man zum Beispiel die Informationen, dass Wellensittiche keine Zugluft vertragen und für Kaninchen im Freien ein schattiger Platz überlebenswichtig ist.

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Wilden Tieren können Gartenbesitzer mit einer Vogeltränke eine Abkühlung anbieten. „Die freuen sich über jedes bisschen Flüssigkeit“, so Vögele.

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