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Platz ist in der kleinsten Hütte: ein Beispiel für ein Tiny-House aus Ohlstadt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Bettina Müller lebt selbst in einem Mini-Haus und vermietet es auch als Feriendomizil.

„Wo liegt der Modellcharakter der Siedlung?“

Tiny Houses in Gelting? Bürgermeister macht wenig Hoffnung

Ein „Tiny-House“-Dorf in Gelting? Der Verein „Einfach gemeinsam leben“ warb einmal mehr um Unterstützung.  Bürgermeister Michael Müller machte beim CSU-Stammtisch allerdings wenig Hoffnung.

Gelting – Wenig Hoffnung auf die Realisierung eines „Tiny-House“-Dorfs machte Bürgermeister Michael Müller am Sonntag am CSU-Stammtisch dem Verein „Einfach gemeinsam leben“. Dessen Vorsitzender Thorsten Thane und Vorstandsmitglied Natascha Haase stellten das Projekt rund 20 CSU-Mitgliedern und Besuchern im Alten Wirth vor.

Wie berichtet möchte der Verein auf einer Wiese in der Ziegelei in Gelting eine Siedlung mit sieben Minihäusern auf Rädern („Tiny Houses“) nach amerikanischem Vorbild errichten. Der Grundstückseigentümer, selbst Mitglied, würde dem Verein seine Wiese günstig überlassen, für die Bewohner würde eine monatliche Pacht von rund 250 Euro anfallen.

Erstmals äußerte sich der Bürgermeister öffentlich zu den Plänen. Er sagte ganz klar, dass das Vorhaben im Außenbereich rein rechtlich nicht genehmigungsfähig sei. Die Idee des Vereins, die Stadt könnte ein Sondergebiet für die „Erprobung einer neuen Wohnform“ ausweisen, sieht Müller skeptisch. „Wo liegt der Modellcharakter der Siedlung?“, fragte er. Die Antwort Thanes überzeugte ihn nicht. Dieser argumentierte, man wolle Wohnraum schaffen, ohne den Boden zu versiegeln, bei den „Tiny Houses“ ab 30 000 Euro handle es sich um bezahlbare Eigenheime, die Bewohner wollten generationenübergreifend und nach ökologischen Gesichtspunkten zusammenleben. „In der Summe gibt es so etwas hier noch nicht“, betonte Thane. Er verwies auf ähnliche Projekte in Westfalen, in Hannover und in der Eifel, die kurz vor dem Durchbruch stehen würden. „Das Projekt könnte auch ein Image-Gewinn für Geretsried sein“, glaubt er.

Der Geltinger Stadtrat Franz Wirtensohn erklärte, er könne sich das Mini-Dorf in der Ziegelei nicht vorstellen: „Daneben befinden sich Biotope. Das wird vom Naturschutz her nicht gehen.“ Stadträtin Dr. Sabine Gus-Mayer fügte hinzu, sie sei froh, dass es in Bayern noch unbebaute Kulturlandschaften gebe. Sie sieht die Gefahr, dass andere, wie die Kleingartenbesitzer, dann ähnliche Forderungen stellen könnten. Sowohl Müller als auch CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth rieten den Vereinsvertretern dringend, sich nicht auf das Grundstück in der Ziegelei festzulegen. Sie sollten nach anderen Möglichkeiten wie etwa Campingplätzen, die sich nicht mehr rentieren, suchen.

Lesen Sie auch: Werbetour für Minihäuser auf Rädern: Zu Gast bei den Freien Wählern Geretsried

Gus-Mayer und Kreis- und Stadträtin Sabine Lorenz hatten einen weiteren Vorschlag: Die Minihaus-Besitzer sollten sich in den – oft großen – Gärten alleinstehender älterer Menschen einquartieren und das vom Landkreis geförderte Modell „Wohnen für Hilfe“ praktizieren. Das heißt, sie wohnen für eine geringe Miete und verrichten dafür kleine Dienste wie Rasenmähen oder Einkaufen.

Komplett ausschließen wollte Bürgermeister Müller die Schaffung eines Sondergebiets in der Ziegelei nicht. „Arbeiten Sie an der Argumentation der Modellhaftigkeit des Vorhabens“, riet der Rathauschef Thane und seinen Mitstreitern.  tal

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