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Kopfüber in einem Mini: In diesem Simulator lernen die Schüler, wie sie sich bei einem Überschlag aus dem Auto befreien können.

Kreisverkehrswacht macht Station

Tippen kann tödlich sein

Geretsried - Was tun bei einem Überschlag mit dem Auto? Angehende Führerscheininhaber und Fahranfänger der Oberstufe des Gymnasiums konnten diese Situation am Mittwoch live erleben. Die Kreisverskehrswacht Kelheim machte mit ihrem Simulator Station auf dem Hof der Schule.

Maxi Schmidt und Sebastian Gillmeyer ziehen erst einmal ihre dicken Winteranoraks aus, bevor sie sich in den roten Mini setzen und sich anschnallen. „Es sollte möglichst wenig Stoff zwischen Körper und Sicherheitsgurt sein, dann greift der Gurt besser“, erklärt Franz Dobesch, Zweiter Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Kelheim. Er steuert den auf einer Vorrichtung befestigten Kleinwagen per Fernbedienung langsam so weit, bis er auf dem Kopf steht.

Ein Blick ins Fahrzeuginnere zeigt: Die Sicherheitsgurte halten die Jungs fest auf ihren Plätzen. Um die Gurte trotz der Spannung zu öffnen, gibt es einen Trick: Man legt den äußeren Arm zum Schutz über den Kopf, stemmt sich mit den Beinen gegen das Armaturenbrett und kann so leicht mit der inneren Hand die Schlosszunge aus dem Gurtschloss ziehen. Jetzt kann man aus dem Wrack krabbeln. „Ich finde es echt sinnvoll, so was mal auszuprobieren“, sagt Maxi Schmidt. Der 16-jährige Q11-Schüler macht gerade den Führerschein mit 17. „Das lernt man in der Fahrschule nicht“, ergänzt Sebastian Gillmeyer, ebenfalls 16.

Die beiden erfahren auch, wie man sich verhält, wenn das Auto nach einem Unfall im Wasser versinkt. Ein kombiniertes Miniwerkzeug, das immer mitgeführt werden sollte, durchschneidet den Sicherheitsgurt und zerstört mit dem Nothammer, der eine scharfe Spitze enthält, die Fensterscheibe, falls die Tür klemmt. Das Werkzeug aus Edelstahl kostet rund 15 Euro und ist über die Kreisverkehrswacht zu beziehen.

An einer weiteren Station wird ein Auffahrunfall mit zehn bis zwölf Stundenkilometern mit einem Smart auf einer Schiene nachgestellt. Auch hier wird deutlich, wie wichtig es ist, sich anzuschnallen und dass der Sitz richtig eingestellt ist. Die Arme sollten locker angewinkelt das Lenkrad festhalten. Selbstverständlich sollte es sein, das Handy am Steuer nicht zu benutzen. Wie gefährlich es ist, eine SMS oder Telefonnummer während der Fahrt einzutippen, verdeutlicht ein Mitarbeiter der Kreisverkehrswacht Bad Tölz-Wolfratshausen. Er hatte einen Parcours aus Hütchen aufgebaut. Die Schüler durchfahren ihn mit dem Go-Kart und geben dabei gleichzeitig Zahlen in einen Taschenrechner ein. Das Ergebnis ist, dass die Hälfte der Hütchen am Ende nicht mehr stand. An einer letzten Station schließlich können die angehenden Abiturienten ihre Reaktionsgeschwindigkeit auf dem Motorrad-Fahrsimulator testen. Oliver Rauw, Sicherheitsbeauftragter am Gymnasium, hat den Aktionstag für die Oberstufe organisiert. Die Ehrenamtlichen der Kreisverkehrswacht Kelheim sind heute an der Berufsschule in Wolfratshausen. Warum sie von Schule zu Schule touren? „Unser oberstes Ziel ist, die Verkehrssicherheit zu fördern und Verkehrsunfälle zu verhüten“, sagt Franz Dobesch.

tal

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