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TIZIO in Tölz: Auch Geretsrieder Industrie kritisiert Entscheidung - „mit größtem Bedauern vernommen“

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Von: Dominik Stallein

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Ein Forschungsprojekt
Hightech-Versuche: Vom TIZIO der Hochschule München verspricht sich der Landkreis viel. Es gibt aber weiterhin heftige Kritik an der Standortentscheidung © Hochschule München

Das Tizio sorgt weiter für Gesprächsstoff. Nach Bürgermeistern und dem Wolfratshauser Stadtrat kritisieren jetzt Unternehmerverbände die Standort-Entscheidung

Bad Tölz-Wolfratshausen – Lange bevor das Transfer- und Innovationszentrum der Technischen Hochschule München im Landkreis eröffnet, sorgt TIZIO für Zündstoff. Nachdem vor einigen Tagen die Bürgermeister von Wolfratshausen und Geretsried ihren Unmut über die Entscheidung erklärt hatten, dass die Kreisstadt Bad Tölz Standort der Hochschul-Außenstelle sein soll, meldet sich nun die Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) zu Wort.

TIZIO in Tölz: Auch Geretsrieder Industrie kritisiert Entscheidung - „mit größtem Bedauern vernommen“

„Mit größtem Bedauern haben wir vernommen, dass die Entscheidung für den Standort (...) nicht für das Mittelzentrum Wolfratshausen/Geretsried getroffen wurde“, heißt es in einem Schreiben der drei Vorstände Andreas Janka, Dr. Max Suter und Paul Reichhold.

Die IGG habe – zusammen mit einigen der über 50 Mitgliedsbetriebe aus Geretsried – mehrmals erfolglos ihr Interesse an TIZIO im Nordlandkreis kundgetan. Laut Suter, Standortleiter von Pulcra Chemicals, habe es darauf nie eine Rückmeldung gegeben: „Wir hätten uns mehr Transparenz und Gehör gewünscht“, stellt er klar.

Kritik der Geretsrieder an Standort-Entscheidung für Bad Tölz - und fehlender Transparenz

Die Entscheidung für die Kurstadt habe der IGG-Vorstand einer Pressemitteilung entnommen. „Wir sind nicht die Entscheidungsträger, das wissen wir, aber wenn wir uns schon einbringen sollen, hätten wir zumindest über den aktuellen Status der Vergabe informiert werden können“, findet Suter. Dass er sich den Hochschulstandort in Geretsried gewünscht hätte, daraus macht er kein Geheimnis: „Wir sind die Industriegemeinschaft Geretsried. Hier sitzen unsere Mitglieder. Natürlich hätten wir uns das hier gewünscht.“

Hochschule im Landkreis: Auch Wolfratshausen hatte Interesse - und ist frustriert

Der Vorstand der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW), Christian von Stülpnagel, möchte sich nicht detailliert zur Standortfrage äußern. „Ich war in den Prozess nicht involviert und kenne das Projekt zu wenig, um eine wirkliche Meinung zu vertreten“, räumt er ein. Klar ist aber: „Die Autobahnanbindung und die S-Bahn-Station sind Faktoren, die für Wolfratshausen sprechen würden.“ Das seien Standort-Vorteile, die er in der Kreisstadt nicht erkennen könne. „Die Prämissen, die für Bad Tölz gesprochen haben, kenne ich nicht.“ Dass ein Hochschulableger der Stadt Wolfratshausen gut zu Gesicht stehen würde, sei für ihn selbstverständlich. „Natürlich hätte ich die Einrichtung gerne in Wolfratshausen gesehen.“ Das geht auch einigen Stadträten so. In der jüngsten Sitzung entbrannte erneut Kritik am Landrat. dst

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