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Grüß Gott und auf Wiedersehen: Direktor Dr. Hermann Deger verabschiedete am Freitag in der Aula des Geretsrieder Gymnasiums den Abschlussjahrgang 2017. 126 Schüler bekamen ihr Abiturzeugnis überreicht. 

Abiturfeier am Geretsrieder Gymnasium 

Tosender Applaus für die „Stufenmutti“

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„Man lernt nur im Gehen“, sagte Pfarrvikar Thomas Neuberger am Freitagmorgen im Abiturgottesdienst in der Kirche Heilige Familie. „Darum geht weiter und findet euren eigenen Weg.“ Ein weiser Ratschlag für die 126 Absolventen des Geretsrieder Gymnasiums.

Geretsried– Die Bläserklasse des Gymnasiums war um 11.30 Uhr in der Aula angetreten, „um euch aus der Schule zu blasen“, wie Fünftklässler Jakob ankündigte. Doch zuvor zollte Direktor Dr. Hermann Deger dem Abschlussjahrgang 2017, dessen Gesamtleistung ein Zehntel über dem Landesdurchschnitt liegt, „großen Respekt“. Musikalisch heizte Abiturient Christian Schäfer den Festgästen mit seiner Violine ein. „Dangerous“ von Kult-DJ David Guetta begeisterte auch Landrat Josef Niedermaier: „Eine geile Nummer, bitte entschuldigen sie den Ausdruck.“

Landrat: Das Leben ist wie eine Baustelle

Der Landrat verglich das Leben mit einer Baustelle. Manchmal laut, manchmal chaotisch – „so ist das richtige Leben“. Der Spatenstich liege längst hinter den Abiturienten, „heute wird Richtfest gefeiert.“ Apropos feiern: Der Abistreich, der am Mittwoch abgeblasen worden war, weil verbotenerweise Alkohol im Spiel war, war natürlich auch am Freitag noch ein Thema. Doch alle Gemüter hatten sich inzwischen beruhigt. Bürgermeister Michael Müller stellte mit einem Lächeln fest: „Schwamm drüber.“

Niedermaier appellierte an die Abiturienten: „Nehmt die Chance zur demokratischen Gestaltung in die Hand.“ Nach 70 Jahren Frieden und wachsendem Wohlstand in Europa „gibt es heute Leute, die sagen: ,Mein Land zuerst.‘ Das macht mir Angst.“ Niedermaier bat die jungen Erwachsenen, sich „von solchen Unkenrufen“ nicht beeinflussen zu lassen, sondern tolerant und weltoffen ihren Lebensweg weiterzugehen.

Studienrat: Das Leben ist wie ein Schachspiel

Studienrat Peter Richter, der das Leben mit einem Schachspiel verglich, empfahl den Absolventen: „Lasst euch nicht von einem Schritt rückwärts abhalten, wenn es dann zwei Schritte vorwärts geht.“

„School’s out“: Die Freude der Abiturienten war nicht ungetrübt. Julia Schlappa, die gemeinsam mit Daniel Proksch für die Absolventen sprach, räumte ein, dass es ein merkwürdiges Gefühl sei, wenn man sich bewusst werde: „Den Weg vom Haupteingang zur Aula sind wir heute zum letzten Mal gegangen.“ Schlappa dankte den Lehrern und den Eltern für die Unterstützung in den vergangenen Jahren: „Wir haben wertvolle Erfahrungen gemacht und haben uns – wenn auch nicht alle – Wissen angeeignet.“ Einen besonderen Dank richtete Proksch „an die Chefs Dr. Deger und Frau Kolbeck“, obwohl jeder wisse, dass „der wahre Chef“ Schulsekretärin Petra Wree sei. Ein Hinweis, den die Absolventen mit tosendem Applaus bekräftigten. Proksch erinnerte seine Mitschüler daran, das Q 12-Motto weiter zu leben: „Die Welt ist klein und wir sind groß.“

Q 12-Sprecherin ein Organisationstalent

Ein dickes Dankeschön und stehende Ovationen gebührten Q 12-Sprecherin Anastasia Belz. Sie zählt mit einem Notendurchschnitt von 1,1 nicht nur zu den Top Drei, sondern entpuppte sich in ihrem Job als Organisationstalent. Julia Schlappa heftete ihrer Mitschülerin am Freitag das Etikett „Stufenmutti“ an.

Bevor jeder Abiturient sein Zeugnis plus eine Sonnenblume überreicht bekam, ging Schlappa doch noch einmal auf den Abi-Streich ein, der ein so abruptes Ende nahm. Sie bat die Lehrer, den Abi-Ball am Freitagabend in der Loisachhalle auch zu nutzen, „um sich unsere Sicht der Dinge anzuhören“.

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