Angela Heim, Schulsozialarbeiterin an der Realschule.
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Angela Heim ist Schulsozialarbeiterin an der Realschule Geretsried.

Themen kommen auf den Tisch statt unter den Teppich

Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit wählt „Tabu“ als Schwerpunktthema für 2021

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Jedes Jahr gibt sich der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJA) ein Schwerpunktthema. Für 2021 haben sich Mitarbeiter und Vorstand des Vereins eine „besondere Herausforderung“ gesucht. Heuer geht es um Dinge, über die man nicht spricht – über Tabus.

Geretsried – „Das sind nach Einschätzung unserer Mitarbeiter eine ganze Menge“, schreibt der TVJA in einer Pressemitteilung. Das Spektrum reiche vom Umgang mit Geld über das Thema Geschlechtsidentität bis hin zu Fragen der körperlichen und psychischen Gesundheit und dem Tod. „Im Jugendzentrum Saftladen soll es beispielsweise einen offenen Workshop zu den Themen Pornografie, Sexting, Cybermobbing und Selbstdarstellung im Internet geben“, kündigt der TVJA an. Wer sich am Schwerpunktthema „Tabu“ beteiligen möchte, ist eingeladen, sich in der Geschäftsstelle des Vereins zu melden „Es sollen möglichst viele Themen auf den Tisch kommen, die sonst gerne unter den Teppich gekehrt werden.“ In Zusammenarbeit mit dem Präventionsteam plant Angela Heim, Schulsozialarbeiterin an der Realschule, ein Theaterstück zu Cybermobbing, Workshops zur Suchtprävention und zur Medienkompetenz. Eine Vortragsreihe zu „Leben im Alter“ ist in Vorbereitung.

Den Auftakt des Schwerpunktthemas macht eine vom Verein initiierte Befragung von Schülern ab der fünften Jahrgangsstufe, die im Sozialraum Mitte (Geretsried, Dietramszell, Königsdorf) Schulen besuchen beziehungsweise dort leben. Mit der Umfrage „Meine Stimme zu Corona“ soll herausgefunden werden, wie es jungen Menschen derzeit geht und wie sich die Corona-Maßnahmen auf unterschiedliche Lebensbereiche auswirken. „Es geht auch darum, herauszufinden, welche zusätzlichen Maßnahmen und Unterstützungsangebote aktuell erforderlich sind.“ Zudem solle es jungen Menschen ermöglicht werden, sich Gehör zu verschaffen. Die Befragung, die vom Amt für Jugend und Familie unterstützt wird, wurde am 17. Februar gestartet. Die Teilnahme ist bis einschließlich 3. März möglich.

Durch die außergewöhnlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie konnte im vergangenen Jahr das Schwerpunktthema „Medien“ nicht so intensiv bearbeitet werden wie ursprünglich geplant, schreibt der Verein. Dennoch fanden laut TVJA verschiedene Aktionen zum Thema statt: Beispielsweise wurde im Jugendtreff Ein-Stein im Rahmen des Mädchentages der richtige Umgang mit Fotos im Internet besprochen. Mit Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren wurde anhand des Arbeitshefts der Initiative Klicksafe „mein erstes Internet-ABC“ der Medienkonsum in ihren Familien reflektiert. Durch den Verein „Keine Macht den Drogen“ wurde zudem die Schulung „Fairnetzen“ durchgeführt, die den 15 Teilnehmern, davon zehn Mitarbeiter des TVJA, Handwerkszeug für den sicheren Umgang mit Medien bei Jugendlichen an die Hand gab.  

nej

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