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Mehrere gestohlene Mountainbikes entdeckte die Polizei Geretsried in einem Transporter. Nun stand der Fahrer vor Gericht.

Fahrer muss sich vor Gericht verantworten

Ein Transporter voller gestohlener Mountainbikes

Geretsried/Wolfratshausen - Wegen Hehlerei musste sich ein 29-Jähriger Lkw-Fahrer vor Gericht verantworten. In seinem Transporter fand die Polizei mehrere gestohlene Mountainbikes.

Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle weckten 13 hochwertige Mountainbikes das Interesse der Geretsrieder Polizei. Die gebrauchten Räder der Marken Cube, Focus, KTM, Ghost und Scott hatten einen Wert von rund 11 500 Euro, Frachtpapiere dafür gab es nicht. Nachforschungen ergaben, dass die meisten der Räder, die mit einem Sprinter nach Rumänien gebracht werden sollten, in Österreich gestohlen worden waren. Nun musste sich der 29-jährige Fahrer des Transporters wegen Hehlerei vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. Er wurde zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

Angeklagter beteuert seine Unschuld

Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld. Als angestellter Fahrer einer rumänischen Firma sei er „quer durch Europa“ unterwegs gewesen, und habe dabei unterschiedliche Waren transportiert, erklärte der 29-Jährige. Nachdem er „sechs Personen“ nach Innsbruck gebracht hatte, habe er telefonisch die Order erhalten, auf dem Rückweg die Fahrräder mitzunehmen. „Die Räder standen neben einer Tankstelle an der Straße und waren mit einer Kette gesichert“, erläuterte der Angeklagte. Nachdem die Transportkosten beglichen und die Räder verladen worden waren, sei er von Österreich nach Deutschland gefahren, um noch einen Schrank abzuholen. Dazu kam es nicht mehr.

Am 30. August gegen 18 Uhr wurde der Mann von der Geretsrieder Polizei aufgehalten. Im Wagen fanden die Beamten neben den Rädern auch Postsäcke mit Boxershorts, Schuhen, Socken, Shirts und Blusen im Wert von 667,50 Euro. Weil der Fahrer weder für die Bikes noch für die Kleidung ordentliche Papiere vorweisen konnte, wurden die Sachen beschlagnahmt und später an die Innsbrucker Polizei übergeben. Dort waren zehn der 13 Räder als gestohlen gemeldet. Er habe von deren Herkunft nichts gewusst, beteuerte der Fahrer. Beim Verladen der Bikes habe er lediglich einen Ort in Rumänien genannt bekommen. Eine genaue Lieferadresse hätte er erst kurz vor der Ankunft telefonisch erhalten sollen.

Richter: "Die ganze Geschichte ist sehr fantastisch"

„Die ganze Geschichte ist sehr fantastisch“, sagte Richter Helmut Berger in seiner Urteilsbegründung und machte damit deutlich, dass er den Ausführungen des Angeklagten keinen Glauben schenkt. Allein die Tatsache, dass die Räder verschmutzt gewesen seien, hätte Zweifel aufkommen lassen müssen. „Und wenn keine Papiere ausgehändigt werden, muss man nachfragen“, so der Richter. Er verurteilte den 29-Jährigen zu 90 Tagessätzen zu je zehn Euro und blieb damit deutlich unter dem Antrag der Staatsanwältin, die 1800 Euro Geldstrafe (120 Tagessätze) beantragt hatte. Der Verteidiger hatte gefordert, seinen Mandanten freizusprechen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Rudi Stallein

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