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Trotz Energiekrise: Stadt Geretsried fördert Eissport weiter

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Von: Susanne Weiß

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Kühle Luft beim Eis, Wärme auf den Rängen: Das Heinz-Schneider-Eisstadion ist ein energetisch komplexes und damit kostenintensives Gebäude.
Kühle Luft beim Eis, Wärme auf den Rängen: Das Heinz-Schneider-Eisstadion ist ein energetisch komplexes und damit kostenintensives Gebäude. © Hans Lippert

Der Verein ESC River Rats soll auch 2023 Fördergeld von der Stadt bekommen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss entschieden. Die Zukunft ist ungewiss.

Geretsried – Die Stadt Geretsried will den Eissport weiterhin fördern. Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich in seiner Sitzung am Dienstag auf einen Zuschuss in Höhe von maximal 235 000 Euro für den ESC River Rats für das kommende Jahr geeinigt. Angesichts explodierender Energiepreise und sich verschlechternder Finanzlage ist die Entscheidung mit reichlich Unsicherheit verbunden.

Mitte September hatte das Gremium zähneknirschend zugestimmt, den Zuschuss für den Verein für das laufende Jahr von 96 000 auf 200 000 Euro zu erhöhen. Wie berichtet musste er um Hilfe bitten, weil er die massiv gestiegenen Betriebskosten nicht alleine hätte stemmen können. Die Stadt hat das Heinz-Schneider-Stadion für über zwölf Millionen Euro saniert. Der Verein ESC Sportstadion betreibt es als Pächter. Der Verein ESC River Rats wiederum ist Mieter und wird im Rahmen der Sportförderung von der Stadt unterstützt.

ESC River Rats soll auch 2023 Fördergeld von der Stadt bekommen

So wird es 2023 weiterlaufen. Eigentlich sollte der Ausschuss auch über die Folgejahre entscheiden, sah sich in diesen Zeiten aber nicht dazu in der Lage. Auf dem Tisch lag ein Stufenmodell, das der Arbeitskreis Haushaltskonsolidierung entwickelt hat. „Es lehnt sich an die Hallenbadförderung an“, erläuterte Johanna Brauer, die den Fachbereich Familie, Soziales und Sport im Rathaus leitet. Demnach fördert die Stadt 950 Nutzungsstunden des ESC als „Grundversorgung in der kalten Jahreszeit“, also von November bis März, zu 100 Prozent. In den Folgemonaten übernimmt die Stadt abgestuft die Hälfte beziehungsweise ein Viertel der Kosten. Möchte der Verein im Sommer aufs Eis, muss er dafür selbst aufkommen.

Wie der Ausschuss bei zwei Gegenstimmen (Martina Raschke, Dr. Detlev Ringer, beide Grüne) entschied, kommt das Modell bereits nächstes Jahr zur Anwendung. Bürgermeister Michael Müller mahnte aber an, dass die Stadt mit dem ESC über die Zukunft sprechen müsse. Denn: Das Modell sei „zu einer Zeit entstanden, als uns die Energiekosten noch nicht um die Ohren geflogen sind“, so der Rathauschef. Beim Stundensatz wird mit einer jährlichen „Dynamisierung“ von fünf Prozent kalkuliert. „Der Betreiberverein geht aktuell selbst von einer hundertprozentigen Steigerung aus“, merkte Brauer an.

Haupt- und Finanzausschuss will Eissport weiter unterstützen

Auch privat könne niemand sagen, wie es mit den Energiekosten weitergehe, zeigte Ewald Kailberth (CSU) Verständnis. „Wenn wir das heute nicht beschließen, können wir den Eissport gleich begraben“, betonte er. Volker Reeh (Geretsrieder Liste) setzte sich für den ESC ein: „Wir werden den Verein nicht sterben lassen.“ Die Stadt habe das Stadion modernisiert und renoviert. „Es wäre der falsche Weg, zu überlegen, wie wir es schließen“, so Reeh. Hans Hopfner (SPD) stimmte dem zu. „Wir müssen uns aber zusammensetzen und dranbleiben“, mahnte er.

Sabine Lorenz (CSU) lobte das Fördermodell, weil es auch dem beliebten öffentlichen Eislauf im Winter zugutekomme. Für den Sommer regte sie eine Alternativbelegung an, um Einnahmen zu generieren. „Wir sollten überlegen, wie wir das Stadion für die Allgemeinheit nutzen können.“

Dass der ESC ihm am Herzen liege und das Thema viele Jugendliche in Geretsried betreffe, daran ließ auch Hans Ketelhut (CSU) keine Zweifel. Er sah aber auch den Bundesverband für den Eissport in der Pflicht: „Es ist an der Zeit, dass er den Vereinen hilft. Es kann nicht sein, dass das nur zulasten der Steuerzahler geht.“

sw

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