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Bringt nicht den gewünschten Erfolg: Trotz der Bretterwand an der Tattenkofener Brücke kommt es weiter zu Unfällen an der Einmündung.

Tattenkofener Brücke

Trotz Sichtschutzwand: So oft hat es in einem Jahr gekracht

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Eine Bretterwand an der Tattenkofener Brücke soll Autofahrer dazu bringen, vorsichtiger abzubiegen. Aber: Sie verfehlt ihren Zweck. Seit einem Jahr steht sie, und es hat trotzdem 24 Mal gekracht. 

Geretsried – Immer wieder kommt es an der Tattenkofener Brücke zu Auffahrunfällen, wenn jemand von der Staatsstraße 2369 in die Staatsstraße 2072 abbiegen will. Zuletzt passierte es am Montag: Eine Urlauberin bremste ab, um sich einen Überblick an der Kreuzung zu verschaffen. Das bemerkte eine Taxifahrerin zu spät und fuhr auf.

„Das ist der Standardunfall“, sagt Emanuel Luferseder, zweiter Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Geretsried. Wer nicht ortskundig ist, den beeinflusst der Sichtschutz wie gewünscht im Fahrverhalten. Für den ortskundigen Autofahrer bedeuten die Bretter hingegen keine Einschränkung.

In Summe bedeutet das: Seit die Wand vor einem Jahr aufgestellt wurde, kam es zu 24 Unfällen, 15 davon waren Auffahrunfälle und sieben Vorfahrtsverletzungen. „Aus unserer Sicht hat sie nichts gebracht“, sagt Polizeihauptkommissar Andreas Gremler. Er vermutet, dass die Sicht nach oben durch den Radweg nicht genug versperrt ist. Autofahrer sehen den Einmündungsbereich so früh ein, dass sie zügig einfahren und möglicherweise übersehen, wenn jemand vor ihnen verkehrsbedingt abbremst.

Meist gehen die Auffahrunfälle glimpflich aus. Auch am Montag kamen die Beteiligten mit leichten Verletzungen und einem relativ geringen Sachschaden in Höhe von 5000 Euro davon. „Es sind relativ wenig schwere Unfälle dabei“, so Gremler. Das Problem ist allerdings die Häufigkeit. Im Jahr 2013 nahm die Polizei 13 Unfälle auf, darunter sieben Auffahrunfälle und fünf Vorfahrtsverletzungen. Von 14 Kollisionen im Jahr 2014 waren allein elf Auffahrunfälle. 2015 kam es zu 15 Zusammenstößen, in zehn Fällen fuhr ein Fahrzeuglenker dem Vordermann drauf.

Was könnte helfen? Eine Ampel? Ein Kreisverkehr?

Die Zentralstelle für Verkehrssicherheit stuft die Einmündung als Unfallhäufungspunkt ein. Das Staatliche Bauamt in Weilheim errichtete die Bretterwand im Sommer 2016, um die Gefahrenstelle zu entschärfen. „In Franken und Penzberg schwärmen sie davon“, sagt Gremler. Da die Maßnahme aber in Geretsried offensichtlich nicht greift, will das Straßenbauamt in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Landratsamt nachbessern.

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Zahlen an der Einmündung nicht so rückläufig sind, wie sie sein sollten“, sagt Stefan Vogt, Sachgebietsleiter Planung und Bau beim Staatlichen Bauamt. Es sei Aufgabe des Bauamts, Abhilfe zu schaffen. In Frage käme eine Ampel, ein Kreisverkehr, ein Fahrstreifen für Rechtsabbieger oder eine Kombination aus den Varianten.

Bis das klar ist, kann aber noch ein Jahr vergehen, der Untergrund in Isarnähe und das steile Gelände sind nämlich ein Problem. Auch der Radweg spiele eine Rolle. „Wir haben eine Vermessung und Verkehrsuntersuchung beauftragt“, berichtet Vogt. Das sei nötige Grundlage für die weitere Planung. „Wir stehen ganz am Anfang.“

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